Jürgen Klopps neue Hoffnungsträger glänzen in "Kader 3" | Goal.com Deutschland

Публикувано на 02 Oct 2026 | Време за четене: 3 минутиJürgen Klopps neue Hoffnungsträger glänzen in "Kader 3" | Goal.com Deutschland

Es war ein Termin, den Deniz Undav sicherlich nicht in seinem Kalender vermerkt hatte. Donnerstag 1. Oktober, 17.30 Uhr, Testspiel des VfB Stuttgart gegen Greuther Fürth. Eigentlich wollte sich der Publikumsliebling da gerade mit dem DFB-Team auf das Länderspiel gegen Serbien vorbereiten. Doch Bundestrainer Jürgen Klopp hatte in seinen beiden insgesamt 44 Spielern umfassenden Kadern überraschend keinen Platz für den Publikumsliebling übrig, weil dieser "noch nicht so richtig in die Saison hineingefunden" habe.

Undav waren für Stuttgart zwar immerhin schon vier Assists gelungen. Tatsächlich wartete er aber seit seinem späten Siegtreffer gegen die Elfenbeinküste im zweiten Gruppenspiel der WM (lang ist's her) auf einen eigenen Treffer. Rechnet man sämtliche Einsätze in allen Wettbewerben und Testspielen zusammen, blieb Undav zehn Partien lang torlos. Die Erlösung erfolgte nun im Testspiel gegen Fürth, als er beim 5:0-Sieg einen Doppelpack erzielte. 

Es war ein kleiner Fingerzeig in Richtung Klopp, der derweil weiterhin auf das erste Stürmertor seiner Amtszeit wartet. Die bisherigen drei Treffer unter dem neuen Bundestrainer erzielten allesamt Mittelfeldspieler. Felix Nmecha netzte beim 1:1 gegen die Niederlande, den erlösenden 2:0-Sieg gegen Serbien besorgten Tom Bischof und Florian Wirtz.

Bei Klopps Debüt gegen die Niederlande begann der naheliegendste Kandidaten im Sturmzentrum: Kai Havertz. Der 27-Jährige vom englischen Meister FC Arsenal musste aber bereits nach einer halben Stunde wegen einer Muskelzerrung runter und anschließend sogar von der Nationalmannschaft abreisen. Für Havertz kam Debütant Younes Ebnoutalib (23) von Eintracht Frankfurt, der weder in der restlichen Spielzeit gegen die Niederlande noch bei seinem darauffolgenden Startelfeinsatz gegen Griechenland (0:1) restlos überzeugte.

Nach dem Kaderwechsel bekam gegen Serbien Nick Woltemade die Chance von Beginn an. Der 25-jährige blickt auf wechselhafte Monate zurück. Auf den Riesenhype samt 75 Millionen Euro teurem Wechsel zu Newcastle United vergangenen Sommer folgte eine enttäuschende Saison mit der WM als Tiefpunkt, ehe er sich an Juventus Turin verleihen ließ. Gegen Serbien war Woltemade zwar gut im Spiel und strahlte Präsenz im Strafraum aus, ließ bei seinen Abschlüssen aber die nötige Präzision vermissen. In der 59. Minute vergab er eine Riesenchance, als er aus kurzer Distanz völlig freistehend verzog. 

Jonathan Burkardt, Klopps vierter Stürmer, wurde sowohl gegen Griechenland als auch Serbien eingewechselt. In seinen insgesamt 38 Einsatzminuten verzeichnete er lediglich einen ungefährlichen Schuss. Womöglich bekommt der 26-Jährige von Eintracht Frankfurt beim Rückspiel in Griechenland am Sonntag in Thessaloniki seine Chance in der Startelf.

Eine wirkliche Empfehlung für weitere Einsätze gab bisher kein Stürmer ab. Klopp dürfte dementsprechend die Formkurve von Undav genau beobachten, vor allem aber dürfte er mit Wohlwollen die Vorgänge in seinem "Kader 3" verfolgen. Denn in der deutschen U21 drängen sich aktuell gleich zwei Stürmer in den Vordergrund.

Paris Brunner (20) traf nach seinem starken Saisonstart mit der AS Monaco bei seinem U21-Debüt vergangenen Samstag gegen Lettland direkt doppelt. Nicolo Tresoldi (22) von Club Brügge markierte dabei ebenfalls einen Treffer, beim 4:1 gegen Malta am Mittwoch ließ er einen Dreierpack folgen. Mit insgesamt 16 Treffern liegt Tresoldi in der ewigen Torschützenliste der U21-Nationalmannschaft nun auf Platz drei hinter Heiko Herrlich (17 Tore) und Pierre Littbarski (18). Nach Bischofs Wechsel zu Klopps A-Nationalmannschaft führte Tresoldi die Auswahl sogar als Kapitän auf den Platz.

Anders als Brunner und Bischof kommt Tresoldi selbst aktuell aber (noch) nicht für einen Aufstieg in Frage. Was nicht an seinen Leistungen liegt, sondern an seiner noch unbeantworteten Nationalitätsfrage. Neben Klopp buhlt auch Italiens Trainer Roberto Mancini intensiv um den Triple-Staatsbürger, zudem wäre er theoretisch für Argentinien spielberechtigt. Eine Entscheidung soll erst nach der U21-EM kommenden Sommer fallen.

"Mein Herz ist 50:50. Beide Länder bedeuten mir sehr viel", sagte Tresoldi neulich. "Ich trage mit Stolz das Deutschland-Trikot, bin super gerne hier. Ich möchte noch die EM hier spielen. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht." Mit Klopp habe er bereits "gute Gespräche" geführt. "Ich habe ihm meine Situation erklärt, und er hat es verstanden. Er ist ein super Mensch. Das war kein Trainer-Spieler-Gespräch, sondern wie ein Vater-Sohn-Gespräch. Er meinte, dass die Tür für mich immer offen ist." Nach den glücklosen Darbietungen des bisher eingesetzten Quartetts nun offener denn je.


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