Stefan Effenberg richtet wegen Jamal Musiala eine klare Forderung an den FC Bayern | Goal.com Deutschland

"Ich erwarte nun, dass die Bayern - im besten Fall sogar gemeinsam mit einem Experten oder einer Expertin aus der Neurologie – direkt mit Informationen zum Gesundheitszustand ihres Spielers nachlegen", schrieb Effenberg in seiner Kolumne bei t-online. "Sie müssen umgehend für mehr Transparenz sorgen, damit alle noch offenen Fragen beantwortet werden. Das ist elementar."
Musiala kollabierte zuletzt bei den beiden Testspielen gegen RB Leipzig und den 1. FC Heidenheim auf dem Platz. Anschließend schrieb der 23-Jährige in einem Instagram-Statement, dass ihm "temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen" diagnostiziert worden seien, die "auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind".
Seitdem wird öffentlich debattiert, welche kurz- und langfristigen Auswirkungen diese Erkrankung auf seinen weiteren Karriereverlauf haben wird. "Diese Sachverhalte jetzt nicht zu adressieren, wäre ein großer Fehler der Bayern", findet Effenberg. "Damit würden sie sich selbst, vor allem aber natürlich Musiala einen Bärendienst erweisen. Denn dann kämen bei jeder Gelegenheit wieder exakt diese Fragen auf - und würden für Unruhe sorgen, die von außen in den Verein hineingetragen würde. Das dürfen sie nicht zulassen."
Nach Ansicht Effenbergs sind nach Musialas Instagram-Post nämlich "noch einige Fragen offen, über die es sich verbietet, zu spekulieren: Wie viel Spielzeit bekommt Musiala? Wie genau werden diese Absencen, diese Art epileptischer Anfälle, die ihm passieren können, behandelt?"
Etwas Aufschluss über diese Fragen gibt Neurologin Dr. Regina Becker im Interview mit SPOX. Sie mache sich "bei dieser Form der Epilepsie keine Sorgen um seine weitere Karriere". Die zur Verfügung stehenden Medikamente seien "erfolgversprechend", betonte Dr. Becker: "Die meisten Patienten werden dadurch gänzlich anfallsfrei." Womöglich wartet auf Musiala aber eine "lebenslange Therapie".
Laut Effenberg hat Musiala nun "gleich zwei Herausforderungen" zu meistern. Er müsse nicht nur mit der Krankheit an sich klarkommen, sondern auch mit der "damit einhergehenden mentalen Belastung" durch die "ständige Beobachtung eines Millionenpublikums, das nun jedes Mal ganz genau hinschauen und den Atem anhalten wird", wenn er auf dem Platz steht.
Beim Supercup am Samstag gegen Borussia Dortmund wird das übereinstimmenden Berichten zufolge nicht der Fall sein. Zum Bundesligastart am kommenden Freitag gegen den VfB Stuttgart soll Musiala aber wieder einsatzbereit sein.
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