Interessenskonflikt befürchtet: "Wachsende Irritationen" um Vertrauten von Jürgen Klopp beim DFB? | Goal.com Deutschland

Einem ausführlichen Bericht der Süddeutschen Zeitung ist zu entnehmen, dass man innerhalb des DFB von den Aktivitäten des 55-Jährigen ein wenig "überrumpelt worden" sei.
Demnach habe der Aufsichtsrat des Verbandes "keine detaillierten Angaben" zu den genauen Tätigkeitsfeldern Kosickes bekommen, weshalb die Befürchtung herrsche, dass es möglicherweise zu Interessenskonflikten kommen könnte.
Klopp hatte Kosicke, den er aus dessen Tätigkeit als Manager beim Sportartikelhersteller Nike in den frühen 2000ern kennt, nach seiner Anstellung als neuer Coach der deutschen Nationalmannschaft als Berater mit zum DFB genommen.
Die genaue Rolle Kosickes ist dabei allerdings nicht klar definiert. Während Verbandspräsident Bernd Neuendorf von einem "externen Mitarbeiter" sprach, wurde der 55-Jährige vom DFB in einer Stellungnahme als "externen Berater" bezeichnet. Klopp wiederum erklärte auf seiner Antritts-Pressekonferenz, Kosicke sei sein "Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation."
Welche Aufgaben Klopps rechte Hand tatsächlich innehat, sei auch für viele beim DFB noch immer ein Rätsel, heißt es in der SZ. Hinzu kämen die zahlreichen Nebentätigkeiten, die den 55-Jährigen zu einer echten "Problempersonalie" für den DFB werden lassen könnten. Die Rede ist von "wachsenden Irritationen".
So reichen die Beruflichen Verflechtungen Kosickes innerhalb des des Fußballbusiness weit. Laut SZ-Recherchen ist er weiterhin Gesellschafter der Onside Sports GmbH, die auf die Organisation von Testspielen und Trainingslagern spezialisiert ist. Darüber hinaus sollen auch seine Verstrickungen mit der von ihm gegründeten Firma Projekt b, die das Management von Sportdirektoren und Trainern übernimmt, dem DFB nicht mitgeteilt worden sein.
Auch war Kosicke an der Vermarktungs-Agentur projectFIVE beteiligt, wobei er selbst zuletzt erklärte, "seit eineinhalb Jahren keine Anteile mehr" dort zu besitzen. Projekt b leite er weiter, konzentriere sich aber "ausschließlich auf die Beratung des DFB".
Insgesamt befürchtet man offenbar, dass Kosicke mit seinem Netzwerk zu viel Einfluss auf die Entscheidungsebenen des DFB ausüben und für Interessenskonflikte sorgen könnte. Laut Präsident Neuendorf habe der 55-Jährige "offene Türen bis hinauf in mein Präsidentenbüro".
Kritik an der Entscheidung des deutschen Verbandes, Kosicke als Klopps Berater mit ins DFB-Boot zu holen, hatte zuletzt bereits Uli Hoeneß geäußert. Der Klubpatron des FC Bayern München bezeichnete den Deal als "friendly takeover" von "Klopp und Co."
"Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde. Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Das halte ich für ein Problem", meinte Hoeneß.
Klopp verteidigte seinen Vertrauten daraufhin: "Bei mir gibt es tendenziell von den meisten vielleicht so ein bisschen Vorschusslorbeeren. Und Marc wird so ein bisschen kritisch beäugt, weil es die Rolle nicht gab." Im Vorfeld ihres Engagements habe es noch geheißen: "'Man kann nicht nur den Trainer wechseln.' Dann wechseln wir nicht nur den Trainer und dann sagen sie: 'Das hätte man ja jetzt auch nicht machen müssen.'"
Generell verstehe er das alles "total. Alles in Ordnung. Die Leute beurteilen Dinge, bevor wir irgendwas gemacht haben."
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