"Das war fast schon zu viel": Einblicke in die Arbeit von BVB-Trainer Niko Kovac enthüllt | Goal.com Deutschland

Lukas Hradecky und Fredi Bobic, seine ehemaligen Weggefährten bei Eintracht Frankfurt, haben im kicker Hintergründe zur Arbeitsweise von BVB-Trainer Niko Kovac enthüllt.
Mit einem Punkteschnitt von 2,03 Zählern pro Partie nach 79 gecoachten Spielen weist Kovac in Dortmund eine hervorragende Bilanz auf. Die Borussia, die bereits in der Vorsaison als souveräner Vizemeister die beste Abwehr der Bundesliga stellte, grüßt nach aktuell vier Spieltagen verlustpunktfrei von der Tabellenspitze.
Kovacs Arbeitsweise hat sich mit den Jahren gewiss weiterentwickelt, doch das Fundament seiner Spielidee ist auf seinen unterschiedlichen Stationen bei Eintracht Frankfurt, dem FC Bayern München, dem VfL Wolfsburg oder der AS Monaco stets dasselbe geblieben: Der 54-Jährige fordert defensive Disziplin und eine hohe Laufbereitschaft von allen Spielern auf dem Platz ein.
Davon weiß auch Lukas Hradecky ein Lied zu singen. Der Keeper blickte auf die gemeinsame Zeit am Main zurück, wo er zwischen 2015 und 2018 insgesamt 90 Pflichtspiele unter Kovac absolvierte und vor acht Jahren mit dem Kroaten DFB-Pokalsieger wurde.
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Bundesliga
09. Okt. 2026
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"Ich bin wirklich kein Fan vom Ergometer, aber wir haben schnell gemerkt, wie sich unsere Fitness verbessert hat", sagte Hradecky zur Anfangszeit unter Kovac. "Die Ausdauer war von Beginn an eins der größten Themen für ihn. Das hat man dann auch direkt in den Spielen auf dem Platz gesehen."
Der Finne, der heute bei Kovacs Ex-Verein in Monaco unter Vertrag steht, führte aus: "Die Stabilisierung der Abwehr war ihm sehr wichtig, auch da sind wir nach ein paar Wochen deutlich besser geworden. Es ist kein Wunder, dass Dortmund aktuell zu den Klubs mit den wenigsten Gegentoren gehört. Das sieht man wirklich bei jedem seiner Vereine, auch in Monaco wird davon bis heute gesprochen, wenn es um ihn geht. Das ist kein Zufall. Er ist einfach schlau genug zu wissen, dass genau das die Spiele gewinnt."
Hradecky hob zudem Kovacs Ansprache an die Mannschaft hervor, betonte aber auch, dass es alternativlos für die Spieler sei, sich seinem Weg anzuschließen. "Die Überzeugung als Motivator, die Fähigkeit, eine Mannschaft und einen Verein mitzunehmen, das war in Frankfurt schon seine größte Stärke", sagte der 36-Jährige. "Er hat gesagt: Wir schaffen den Klassenerhalt, wenn ihr es so macht, wie ich es euch sage, und ihr mir folgt. Am Ende hatte er damit recht."
Kovac hatte die Hessen Anfang März 2016 auf Tabellenplatz 16 übernommen und in den restlichen Partien zwölf Punkte geholt. Frankfurt blieb Sechzehnter, stieg dank eines emotionalen 1:0-Auswärtssiegs in der Relegation beim 1. FC Nürnberg aber nicht ab. In den Folgejahren landete man auf Platz elf und acht und stieß damit jene Entwicklung an, die die Eintracht in der jüngeren Vergangenheit zu großen Erfolgen - mit dem Gewinn der Europa League 2022 als Höhepunkt - führte.
Auch Bobic, einst Sportvorstand bei der Eintracht, lobte Kovacs von Strenge und Lockerheit geprägtes Zusammenspiel mit der Mannschaft. Laut kicker soll sich der heutige BVB-Trainer zuletzt "aus eigenem Antrieb" mit Anthropologen getroffen haben, um den Spielern seine Botschaften auf unterschiedliche, ihrer kulturellen Herkunft entsprechende Weise vermitteln zu können.
"Was mir imponiert hat, ist, dass er immer wieder neue Wege geht, sich informiert und inspirieren lässt", sagte Bobic, heute Sportdirektor bei Legia Warschau. "Ich erinnere mich, dass er damals in Frankfurt Ernährungswissenschaftler an Bord geholt und das Essen umgestellt hat. Das war fast schon zu viel, am Ende gab es für die Spieler gefühlt nur Gräser und kein Fleisch mehr, da ist ein Argentinier wie David Abraham etwas aggressiv geworden (lacht)."
Wie nachhaltig der momentane Erfolg des BVB in dieser Saison wirklich ist, darauf wird Kovac in den kommenden Wochen erste Antworten bekommen. Allein im Oktober stehen sieben Begegnungen auf dem Programm, beginnend mit dem Heimspiel am 5. Bundesligaspieltag kommenden Freitagabend gegen Werder Bremen.
Datum
Wettbewerb
Spiel
Freitag, 9. Oktober (20.30 Uhr)
Bundesliga
Borussia Dortmund vs. Werder Bremen
Mittwoch, 14. Oktober (21 Uhr)
Champions League
FC Bodö/Glimt vs. Borussia Dortmund
Samstag, 17. Oktober (15.30 Uhr)
Bundesliga
Union Berlin vs. Borussia Dortmund
Dienstag, 20. Oktober (18.45 Uhr)
Champions League
Sabah FK vs. Borussia Dortmund
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