"Ein schweres Jahr für mich": Hans-Joachim Watzke wollte beim BVB hinschmeißen | Goal.com Deutschland

Hans-Joachim Watzke (67) hat kurz vor seiner Wahl zum Präsidenten im vergangenen Jahr daran gedacht, beim BVB hinzuschmeißen. Das verriet der langjährige Geschäftsführer und heutige Klubchef von Borussia Dortmund in der Sky-Sendung 'Meine Geschichte' (Ausstrahlung: Freitag, 23.15 Uhr). Er erklärte mit Blick auf das Jahr 2025: "So wie es dann gelaufen ist, dass die eine oder andere Intrige auch gegen mich gelaufen ist, war es ein schweres Jahr für mich, also das schwerste von den 20 Jahren."
Gefragt, wieso dies so war, führte Watzke aus: "Weil bestimmte Leute einfach verhindern wollten, dass ich Präsident wurde! (...) Und dass das beim BVB passiert, nach 20 Jahren, das hat mich schon betroffen gemacht! Deshalb war das schon hart. (…) Ich war nie ein Diktator."
Hintergrund ist der Machtkampf, der im Spätsommer des vergangenen Jahres bei Borussia Dortmund tobte. Watzke wollte sich im Oktober 2025 von seinem langjährigen Amt als Geschäftsführer zurückziehen und galt für die Wahl vier Wochen später als designierter Präsident. Überraschend kündigte dann allerdings entgegen vorheriger Absprachen Übergangsboss Reinhold Lunow (73) an, ebenfalls kandidieren zu wollen. Es folgte eine kurze, durchaus heftige Schlammschlacht. Lunow zog schließlich zurück.
Watzke aber war nach eigenen Angaben so mitgenommen von den ganzen Vorkommnissen, dass er noch kurz vor seiner Wahl auf der Mitgliederversammlung am 25. November daran dachte, alles hinzuschmeißen. "Eigentlich tobte alles in mir zu sagen: Macht doch euren Scheiß allein! (…) Aber so bin ich nicht erzogen. Ungefähr das, was ich jetzt gesagt habe, ist mir dann zwischen Backstage und Bühne durch den Kopf gegangen."
Schließlich aber setzte sich bei ihm auf dem Weg zum Rednerpult die Überzeugung durch, doch zu kandidieren. "Der Grad der Empörung ist dann jedem Meter dem Grad der Verantwortung gewichen", so Watzke.
Er wurde schließlich mit 59 Prozent der Stimmen gewählt. Ein unerwartet schlechtes Ergebnis und eines, mit dem er auch seine eigenen Erwartungen verfehlte, wie er später zugab.
Watzke arbeitete von 2005 bis 2025 als Geschäftsführer bei den Schwarzgelben. Er manövrierte den Verein durch eine schwere wirtschaftliche Krise und prägte anschließend eine der erfolgreichsten Phasen der Klubgeschichte entscheidend mit. Watzke ist unter anderem auch Ligapräsident der DFB und erster Vizepräsident des DFB.
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