Pfeifkonzert und Rücktrittsforderungen: Türkei nach 1:4-Niederlage gegen Italien komplett am Boden | Goal.com Deutschland

Published on 29 Sep 2026 | Reading time: 3 minutesPfeifkonzert und Rücktrittsforderungen: Türkei nach 1:4-Niederlage gegen Italien komplett am Boden | Goal.com Deutschland

Die Talfahrt der türkischen Nationalmannschaft setzt sich durch die 1:4-Heimpleite in der Nations League gegen Italien dramatisch fort. Das sorgt für reichlich Unmut bei den Fans und deutliche Worte der Verantwortlichen.

Bereits im ersten Durchgang brach das Team von Nationaltrainer Vincenzo Montella vor heimischem Publikum in Bursa komplett ein. Alessandro Bastoni brachte die Gäste nach neun Minuten in Führung, ehe Davide Frattesi (22.) und Michael Kayode (27.) das Ergebnis frühzeitig auf 0:3 schraubten.

Die Fans reagierten mit massiven Unmutsbekundungen und einem lauten Pfeifkonzert. "In der ersten Halbzeit haben wir die Buhrufe und Pfiffe verdient", sagte Montella, der sich nach dem dritten Gegentor "Montella, tritt zurück"-Rufe gefallen lassen musste. Auch den türkischen Verband TFF nahmen die Fans ins Visier und skandierten: "TFF, tritt zurück!" TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu verließ nach Angaben von Fanatik sogar noch vor Beginn der zweiten Halbzeit das Stadion.

Auch innerhalb der Mannschaft herrschte nach dem Schlusspfiff Ernüchterung. Kapitän Merih Demiral fand im Interview bei A Spor deutliche Worte für das Auftreten: "Wir entschuldigen uns bei unserem Land. Das war uns nicht würdig. Wir schämen uns für diese Leistung! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Zwar verkürzten die Gastgeber nicht einmal 90 Sekunden nach dem Seitenwechsel durch Baris Yilmaz auf 1:3, doch Pio Esposito stellte nur drei Minuten später den Drei-Tore-Abstand wieder her (50.). In der Folge mühte sich die Montella-Elf vergeblich um den Anschluss. Ein weiterer Treffer von Yilmaz wurde wegen einer Abseitsposition aberkannt, sodass es bei der deutlichen Niederlage blieb.

Auch nach dem Abpfiff hallten Buhrufe durch das Stadion. Zeki Celik äußerte sich enttäuscht: "Egal, wie gut Italien auch sein mag - ein 4:1 bei uns zu Hause hätte es nicht geben dürfen! Wir wollen unser Land mit Siegen in den beiden nächsten Spielen erfreuen."

Der angezählte Nationaltrainer Montella versuchte sich später an einer sachlichen Analyse: "Die erste halbe Stunde gehört sicherlich zu den Dingen, die man vergessen muss. Alle drei Tage auf diesem Niveau zu spielen, erfordert eine gewisse Konzentration und Erfahrung, die uns derzeit fehlt. Es erfordert alle paar Tage eine mentale und körperliche Neuausrichtung. Das ist nichts, was man schnell lernen kann."

Der Italiener zeigte einerseits Verständnis für die Reaktion des Publikums, räumte jedoch auch ein, er habe "nicht erwartet", dass die Fans "nach allem, was diese Spieler in den letzten drei Jahren geleistet haben", mit solcher Wut reagieren würden.

Einen vorzeitigen Abschied schloss der Coach aus: "Ich glaube an die Arbeit, die ich geleistet habe und selbst als ich verlockende Angebote erhielt, bin ich nicht gegangen. Ich vertraue unseren Spielern nach wie vor und stehe hinter ihnen. So wie wir gemeinsam hierhergekommen sind, wissen wir auch, wie wir den Weg fortsetzen können. Sollte die Möglichkeit eines Rücktritts bestehen, werde ich mit den Spielern sprechen, aber das steht nicht auf unserer Tagesordnung." Zudem ergänzte er: "Wir dürfen unser Selbstvertrauen nicht verlieren. Wir haben es bis hierher geschafft. Wir werden wieder unser Bestes geben und den Kampf auf dem Platz fortsetzen."

Für die noch punktlose Türkei steht in der Gruppe mit Frankreich und Belgien als Nächstes das Duell gegen die Belgier an (2. Oktober), bevor am 5. Oktober das Rückspiel in Italien folgt.


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