Kylian Mbappe mittendrin! Frankreich geschockt von Finanzskandal um Sicherheitschef | Goal.com Deutschland

Eine Recherche der L'Equipe enthüllt schwere Vorwürfe gegen den langjährigen Sicherheitschef Mohamed Sanhadji. Dem Vertrauten von Kylian Mbappe wird unter anderem Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen.
Der französische Fußballverband FFF hat sich im Zuge der Ermittlungen umgehend als Zivilkläger dem Verfahren angeschlossen. Dem 2004 als Polizeibeamter eingetretenen Sanhadji, von den Nationalspielern kurz "Momo" genannt, drohen schwerwiegende juristische Konsequenzen: Am 16. September folgte die offizielle Anklage wegen der Annahme gestohlener öffentlicher Gelder, aktiver und passiver Bestechung, Einflussnahme, Betrugs sowie Geldwäsche im Kontext von Steuerhinterziehung.
Unter Anwendung der Unschuldsvermutung belegte ihn das Gericht mit einer Kaution von 80.000 Euro, einem Kontaktverbot zu aktuellen sowie ehemaligen Spielern, Trainern und Funktionären als auch mit einem Berufsverbot im Sportbereich. Zudem sind Besuche im Trainingszentrum Clairefontaine, dem Stade de France und dem Parc des Princes ab sofort für ihn genehmigungspflichtig.
Auslöser der Ermittlungen durch die Pariser Staatsanwaltschaft waren Mitteilungen der staatlichen Finanzermittlungsstelle "Tracfin" aus dem Sommer 2024. Die Justiz prüft, ob Zuwendungen der Nationalspieler als reguläre Spenden einzustufen oder verschleierte Entlohnung für private Sicherheitsdienstleistungen sind.
Mbappe stellte dem Sicherheitschef insgesamt 180.300 Euro bereit. Davon entfielen 60.300 Euro auf einen WM-Bonus im Juni 2023, nachdem der Superstar seine Prämien an das Sicherheitsteam verteilte. Drei weitere Beamte erhielten je 30.000 Euro.
Weitere 120.000 Euro flossen Sanhadji über Mbappes Mutter und Agentin Fayza Lamari als Darlehen für einen Hauskauf zu. Mbappes Umfeld betonte, diese Summen waren als Anerkennung für die geleistete Arbeit gedacht, ohne Gegenleistung. Gegen den Angreifer von Real Madrid liegt keine Anklage vor. Der Verdacht verfestigte sich jedoch durch Privatreisen, darunter ein Trip nach Kamerun im Juli 2023.
Sanhadji agierte über zwei Jahrzehnte als zentraler Ansprechpartner im Umfeld der Equipe Tricolore. Sein Einfluss reichte bis hin zu Forderungen der Mannschaft und von Zinedine Zidane, ihn für die Weltmeisterschaft 2026 im Betreuerstab zu halten.
Abseits von Mbappe summierten sich die Geldflüsse von etwa 15 aktuellen und früheren Nationalspielern zwischen 2020 und 2024 auf über 300.000 Euro zuzüglich Urlaubsgeldern und Sachleistungen. Darunter fielen Beträge von Raphael Varane, Sabri Lamouchi und Laurent Blanc mit jeweils 20.000 Euro, Yann M'Vila mit 15.000 Euro sowie Matteo Guendouzi mit 7500 Euro. In einer Nachricht an Guendouzi vom 25. Oktober 2024 hielt Sanhadji fest: "Wenn diese Angelegenheit ans Licht kommt, ist es aus mit mir."
Verband und Polizei reagierten schrittweise auf die Vorfälle. Nach Ermittlungen der Generalinspektion ordnete die Nationale Polizeidirektion wegen des nicht gemeldeten Mbappe-Schecks am 19. Dezember 2025 die vorzeitige Pensionierung Sanhadjis an.
Der Verband stellte ihn dennoch direkt mit einem Vertrag bis Juli 2026 an, sodass er die Auswahl zur WM begleitete. Am 2. Juni stieß Sanhadji beim Besuch von Staatspräsident Emmanuel Macron auf Mbappes Initiative noch zum offiziellen Gruppenfoto dazu.
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