Nach Verlust von Toni Kroos: Ex-Trainer nennt Gründe für die Probleme von Real Madrid | Goal.com Deutschland

"Er war der Meister des Spiels. Er bestimmte das Tempo. Das Spiel entwickelte sich so, wie er es wollte. Er traf die Entscheidungen - und das war entscheidend, weil er für die Mannschaft das Tempo des Spiels kontrollierte", sagte Ancelotti, aktueller Trainer des OSC Lille und Sohn von Trainerlegende Carlo Ancelotti, im Interview mit der spanischen AS.
Reals ehemaliger Assistenzcoach Ancelotti schwärmte weiter von Kroos: "Und obendrein lief er unglaublich viel. Er legte pro Spiel elf Kilometer zurück. Außerdem wusste er, wie man verteidigt, und hatte ein hervorragendes taktisches Gespür. Ich habe ihn geliebt, wenn er als Sechser gespielt hat. Ich habe es geliebt."
Auch Kroos' Spielweise hob der Lille-Coach hervor: "Er war nicht unbedingt jemand, der sich um zweite Bälle oder Zweikämpfe bemüht hat. Er spielte lieber als Achter, weil er die Drecksarbeit dem Sechser überließ. Für die Spielweise von Real Madrid ist es daher zwangsläufig sehr schwierig gewesen, Toni zu verlieren. Der Mannschaft wurde plötzlich sehr viel genommen."
Kroos spielte zehn Jahre für Real Madrid und gewann mit den Königlichen unter anderem fünfmal die Champions League, ehe er 2024 seine aktive Karriere beendete. Sein Abschied sowie der Verlust von Luka Modric, der als 41-Jähriger mittlerweile bei der AC Milan spielt, werden immer wieder als Faktoren für Reals sportliche Probleme der jüngeren Vergangenheit genannt.
Das aktuelle zentrale Mittelfeld mit Spielern wie Eduardo Camavinga, Federico Valverde, Aurelien Tchouameni, Jude Bellingham und Arda Güler verfügt laut Ancelotti über andere Qualitäten. "Ich möchte nicht, dass alles, was ich über Real Madrid sage, als Kritik verstanden wird. Aber wenn Modric oder Kroos auf dem Platz standen, fand der Ball bei jedem Lauf in die Tiefe seinen Weg zum Mitspieler." Den aktuellen Spielern wolle er diese Fähigkeit zwar nicht absprechen, doch für vertikales Spiel brauche es "jemanden, der weiß, wie er den Ball zu dir bringt".
Seit dem Abschied von Carlo Ancelotti gab es zudem mehrere Trainerwechsel bei den Königlichen. Nach Xabi Alonso und Alvaro Arbeloa steht mit Jose Mourinho bereits der dritte Coach innerhalb eines Jahres an der Seitenlinie von Real Madrid.
In den vergangenen beiden Spielzeiten konnten die Blancos zudem keinen großen Titel gewinnen - lediglich kleinere Titel wie der UEFA Super Cup 2024 und der FIFA Intercontinental Cup 2024. In LaLiga mussten sie sich zuletzt jeweils dem Erzrivalen FC Barcelona geschlagen geben. Auch in der laufenden Saison beträgt der Rückstand auf die Katalanen bereits sechs Punkte.
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