Dayot Upamecanos Doppelrolle dank Michael Olise: Droht dem FC Bayern eine gefährliche Kettenreaktion? | Goal.com Deutschland

Dayot Upamecano scheint Michael Olise mit größter Freude auf die Nerven zu gehen. Anfang des Jahres veröffentlichte der FC Bayern in seinen sozialen Netzwerken ein Video, in dem es um Mannschafts-interne Spitznamen geht. Upamecano verriet, dass er Olise gerne mit dessen etwas ungewöhnlichen zweiten Vornamen "Akpovie" anspricht. "Er ist immer sauer, wenn ich das sage", berichtete Upamecano und lachte. "Aber ich sage es trotzdem."
In den vergangenen Wochen hat er seinen Akpovie angeblich wiederholt zu sich gerufen, um mit ihm ein ernstes Thema zu besprechen. Olise wird intensiv mit Real Madrid in Verbindung gebracht. Übereinstimmenden Berichten zufolge soll der 24-jährige Offensivspieler trotz seines Vertrags bis 2029 ohne Ausstiegsklausel einen Wechsel anstreben. Während der WM habe sich Olise laut L'Equipe bei seinen königlich-französischen Teamkollegen Kylian Mbappe und Aurelien Tchouameni ausführlich über das Leben bei Real erkundigt. Zum Missfallen von Upamecano, der in persönlichen Gesprächen mit Olise wiederholt für einen Verbleib beim FC Bayern geworben haben soll.
Womöglich wird Upamecano so zu einer Schlüsselfigur der bayerischen Charmeoffensive für Olise. Gefragt nach der Zukunft seines Landsmanns, versicherte Upamecano Anfang Juli nach Frankreichs WM-Viertelfinaleinzug lächelnd: "Er bleibt, er bleibt!"
Upamecano kann in den Zukunfts-Unterredungen mit Olise sogar aus eigener Erfahrung berichten. Nachdem seine im Februar 2025 bereits kurz vor dem Abschluss stehende Vertragsverlängerung beim FC Bayern erstmal geplatzt war, wurde auch er mit einem Wechsel zu Real in Verbindung gebracht. Zwischenzeitlich hieß es sogar, Upamecano hätte Real bereits eine Zusage für einen ablösefreien Transfer 2026 gegeben.
Letztlich nutzte Upamecano (beziehungsweise sein Berater) das Werben der Königlichen für eine deutlich lukrativere Vertragsverlängerung beim FC Bayern als sie ursprünglich im Raum gestanden hatte. Genau wie Alphonso Davies ein Jahr zuvor. Diesen Februar verlängerte Upamecano seinen auslaufenden Vertrag vorzeitig bis 2030. Inklusive einer Gehaltserhöhung auf kolportierte 20 Millionen Euro und eines Handgelds in ähnlichen Sphären.
Beim FC Bayern herrschte damals große Erleichterung über die Verlängerung. "Ein Kader braucht Ankerpunkte", freute sich Sportvorstand Max Eberl. "Mit Dayot setzen wir den nächsten." Tatsächlich blieb der 27-Jährige auch nach seiner kostspieligen Verlängerung ein absoluter Anker. Das ist insofern nennenswert, weil bei den Münchnern in den vergangenen Jahren etliche Spieler nach Gehaltserhöhungen in unerklärliche Formkrisen stürzten oder sich verletzten. Frag nach bei Leon Goretzka und Serge Gnabry, bei Alphonso Davies und Jamal Musiala.
Nach einer starken Saison mit dem FC Bayern untermauerte Upamecano bei der WM seinen Status als einer der weltbesten Innenverteidiger. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das im Spiel um Platz drei gegen England. Nachdem Upamecano bei den sportlich relevanten WM-Partien gemeinsam mit William Saliba vom FC Arsenal ein stabiles Duo gebildet hatte, setzte Trainer Didier Deschamps nun auf Ibrahima Konate und Maxence Lacroix. Konate wechselt diesen Sommer übrigens anstelle von Upamecano ablösefrei zu Real, er kommt vom FC Liverpool.
Lacroix und Konate wackelten gegen England bedenklich. Zur Pause lag Frankreich mit 0:4 zurück. Dann kam Upamecano ins Spiel, leitete mit einem gewonnenen Zweikampf umgehend das 1:4 ein, trat fortan als emotionaler Leader auf und gab dem Spiel seiner Mannschaft damit eine völlig neue Energie. Im Zuge der spektakulären Aufholjagd bereitete Upamecano noch das 4:5 vor, letztlich verlor Frankreich mit 4:6. Ein 45-minütiger Auftritt, der alles unterstrich, was Upamecano ausmacht. Seine einstige Anfälligkeit für unerklärliche Aussetzer hat er derweil völlig abgelegt.
"Er ist zweifellos einer der besten Verteidiger der Welt. Er hat eine unglaubliche athletische Stärke. Er kann alles", schwärmte Deschamps und nannte Upamecano ein "echtes Monster". Beim FC Bayern wird Upamecano in der kommenden Saison wie gehabt gemeinsam mit Jonathan Tah die Stamminnenverteidigung bilden. Das Monster als Anker, doch der Anker könnte sich auch unerwartet schnell lösen.
Bei seiner Vertragsverlängerung bekam Upamecano nicht nur eine satte Gehaltserhöhung und Handgeld. Sondern auch eine Ausstiegsklausel über kolportierte 65 Millionen Euro, die bereits ab kommenden Sommer gezogen werden kann. 65 Millionen Euro sind für einen Spieler seiner Klasse im perfekten Fußballeralter heutzutage eine läppische Summe.
Gut möglich also, dass bei Upamecano in den kommenden Monaten wieder Wechselgerüchte einsetzen. Es würde beispielsweise naheliegen, dass ihn Paris Saint-Germain mittelfristig als Nachfolger für Marquinhos in Erwägung zieht. Sofern Upamecano irgendwann wechseln möchte, wäre der FC Bayern anders als nun bei Olise machtlos.
Upamecanos eigene Bereitschaft, langfristig in München zu bleiben, wird entscheidend mit den generellen Erfolgsaussichten der Mannschaft zusammenhängen. Und damit zurück zu Olise. Sollte er tatsächlich die Freigabe bekommen (womit aktuell überhaupt nicht zu rechnen ist), könnte das zu einer Desillusionierung anderer Spielern wie eben Upamecano führen und eine Kettenreaktion auslösen.
Прочети оригиналната новина
