Wegen Unstimmigkeiten mit Ralf Rangnick: Sportdirektor von Österreich muss wohl gehen | Goal.com Deutschland

Der ÖFB sprach von "unterschiedlichen Vorstellungen hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung und Ausgestaltung" der Position.
Grund für das Ende der neunjährigen Dienstzeit sind demnach unüberbrückbare Differenzen mit Teamchef Ralf Rangnick. Der Sportdirektor sei beim Verband mittlerweile aufs Abstellgleis geraten, da das Verhältnis zwischen den beiden entscheidenden Figuren in der sportlichen Führung als nachhaltig beschädigt gelte.
"Ich nehme die getroffene Entscheidung zur Kenntnis. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere der Direktion Sport, für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in neun sehr erfolgreichen Jahren bedanken", wurde Schöttel in einer ÖFB-Mitteilung zitiert.
Dass die Chemie im ÖFB-Camp nicht mehr stimmte, bestätigte auch Marc Janko. Der frühere Nationalspieler und heutige Sky-Experte erklärte mit Blick auf die Entwicklungen: "Wenn man sich hinter den Kulissen umhört, dann ist es nicht wahnsinnig überraschend."
Das Tischtuch zwischen dem Sportdirektor und dem deutschen Trainer scheint schon seit längerer Zeit zerschnitten zu sein. Mit Schöttel "und Ralf Rangnick hat es nicht so richtig funktioniert", führte der einstige Stürmer aus. "Es ist schon so, dass Rangnick seit einiger Zeit bei allen Dingen, die ihm wichtig sind, das nicht über den Peter macht, sondern über andere Personen."
Damit kommt eine extrem erfolgreiche Ära beim österreichischen Fußballverband zum Ende. Der 59-jährige Schöttel trat seine Funktion im Verband im Jahr 2017 an. Zunächst als U19-Trainer installiert, stieg er bereits zwei Monate später zum sportlichen Gesamtverantwortlichen auf. Unter seiner Regie erlebte die Nationalmannschaft eine sportlich erfolgreiche Phase.
Gleich zweimal nacheinander gelang den Österreichern die Qualifikation für eine Europameisterschaft: Sowohl 2021 als auch 2024 zog das ÖFB-Team ins Achtelfinale ein.
Den größten Meilenstein seiner Amtszeit feierte der Verband schließlich im vergangenen Sommer mit dem erstmaligen Einzug in eine WM-Endrunde seit 28 Jahren. Bei dem Turnier scheiterte die Auswahl im Sechzehntelfinale am späteren Weltmeister Spanien.
Die Nachfolge der vakanten Position ist offiziell noch nicht geklärt, doch ein interner Favorit zeichnet sich laut der Krone bereits ab: Sebastian Prödl wird gehandelt.
Der frühere Bundesligaprofi, der jahrelang für Werder Bremen auflief, leitet seit 2024 die Nachwuchsabteilung des ÖFB. Seine Arbeit im Verband genießt intern hohe Anerkennung. Ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu Schöttel dürfte jedoch vor allem sein ausgesprochen gutes Verhältnis zu Ralf Rangnick sein.
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