Von wegen Umbruch! Wie Manchester City 375 Millionen Euro für das teuerste Mittelfeld aller Zeiten in die Hand nahm | Goal.com Deutschland

Veröffentlicht am 08 Sep 2026 | Lesezeit: 4 MinutenVon wegen Umbruch! Wie Manchester City 375 Millionen Euro für das teuerste Mittelfeld aller Zeiten in die Hand nahm | Goal.com Deutschland

Fußball ist ein schnelllebiger Sport. Trifft ein Stürmer fünf Spiele hintereinander nicht, interessiert die meisten der Hattrick von vor einem Monat schon nicht mehr. Ähnlich schnelllebig geht es manchmal auch auf dem Transfermarkt zu. Ein gutes Beispiel dafür ist Manchester City.

Noch vor zwei Wochen war die Lage bei den Skyblues alles andere als rosig. Ein Schlüsselspieler nach dem anderen verließ den Verein, auf der anderen Seite hielt sich die Zahl der Neuzugänge in Grenzen. Es schien der Auftakt zu einer turbulenten Umbruchphase nach dem Abgang von Erfolgscoach Pep Guardiola zu sein.

Doch auf den letzten Metern kratzten die Cityzens die Kurve. Aus einem Verkaufssommer entwickelte sich schnurstracks das kostspieligste Transferfenster der Vereinsgeschichte. Vor allem im Mittelfeld wurde ordentlich nachgerüstet.

Dass die Liste der teuersten Transferfenster - wenn man ausschließlich die Ausgaben betrachtet und die Einnahmen außer Acht lässt - von Mannschaften aus der Premier League dominiert wird, überrascht nicht. Das englische Oberhaus ist mit Abstand die finanzkräftigste Liga im Fußball. Möglich machen dies vor allem die exorbitanten TV-Gelder. Dadurch können selbst englische Mittelfeldklubs Transfers tätigen, die in der Bundesliga wohl nur der FC Bayern München oder Borussia Dortmund überhaupt in Erwägung ziehen würden.

In der Liste der zehn Transferfenster mit den höchsten Ausgaben entfallen sieben auf Premier-League-Klubs. Die drei nicht englischen Mannschaften sind ebenfalls wirtschaftlich potente Teams mit finanzstarken Geldgebern: Paris Saint-Germain (2023), Al-Hilal (2023) und Real Madrid (2019).

Nun gibt es jedoch einen neuen Spitzenreiter - und der heißt Manchester City. Die Skyblues gaben in diesem Sommer sage und schreibe 526,2 Millionen Euro aus - 375 Millionen davon für das neue Mittelfeld - und damit mehr als 40 Millionen Euro mehr als der bisherige Spitzenreiter FC Liverpool im vergangenen Sommer. Damals investierten die Reds unter anderem 145 Millionen Euro in Alexander Isak, 125 Millionen Euro in Florian Wirtz und 95 Millionen Euro in Hugo Ekitike.

Wie absurd diese Summe ist, zeigt ein Vergleich mit dem Kaufpreis von Manchester City im Jahr 2008. Als die Abu Dhabi United Group den Klub übernahm, wechselten dafür "nur" 232 Millionen Euro den Besitzer.

Der Großteil der Transferausgaben entfiel auf das Mittelfeld. Bereits zu Beginn der Transferphase sicherte sich City Elliot Anderson für 135 Millionen Euro von Nottingham Forest. Es folgte das marokkanische Jahrhunderttalent Ayyoub Bouaddi, für den 95 Millionen Euro an den OSC Lille fließen. Kurz vor der Deadline machte City zudem die Verpflichtung des argentinischen Vizeweltmeisters Enzo Fernandez perfekt. Für ihn überweisen die Skyblues satte 145 Millionen Euro an den FC Chelsea - neuer Vereinsrekord.

Nennenswert sind die ebenfalls kostspieligen Transfers von Iliman Ndiaye für 70 Millionen Euro vom FC Everton, Allan für 37,5 Millionen Euro von Palmeiras und Mathys Detourbet für 25 Millionen Euro vom Ligue-1-Klub Troyes.

Es mutet etwas ironisch an, dass City ausgerechnet nach Guardiolas Abgang so tief in die Tasche greift. War es doch einer der Hauptkritikpunkte am Katalanen, dass er nur erfolgreich sein könne, wenn er sich sein Team nach Belieben und mit einem nach oben offenen Budget zusammenstellen darf.

Dass Guardiola dieses Geld nicht in Erfolg umgemünzt hat, kann ihm jedoch niemand vorwerfen: Sechs englische Meisterschaften, vier FA Cups, drei Carabao Cups und der Gewinn der Champions League 2023 sprechen für sich.

Doch nicht nur Guardiola hinterließ mit seinem Abgang in Manchester große Fußstapfen. Zahlreiche Leistungsträger der vergangenen Jahre verließen den Verein. Vor allem im Mittelfeld entstand eine große Lücke: 2025 wechselte zunächst Kevin De Bruyne zu Napoli, ein Jahr später musste City auch die Abgänge von Bernardo Silva (Real Madrid/ablösefrei) und Rodri (FC Barcelona/60 Millionen Euro) verkraften. Auch Tijjani Reijnders (Al-Qadsiah/61 Millionen Euro) und Nico Gonzalez (Newcastle/56 Millionen Euro) verließen den Klub.

Besonders schmerzte jedoch der Abgang von Rodri, der mit Spanien Weltmeister wurde und eine Saison auf Ballon-d'Or-Niveau gespielt hatte. Den Verantwortlichen blieb also kaum eine andere Wahl, als einen Gang hochzuschalten und auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

Dieses Problem hätten sie wohl kaum besser lösen können. In seinem 4-2-3-1-System ist für Maresca inzwischen sogar ein Luxusproblem entstanden. Denn neben dem neuen Trio im zentralen Mittelfeld stehen ihm weiterhin Spieler wie Rayan Cherki, Nico O'Reilly, Phil Foden, Marc Guehi und Mateo Kovacic zur Verfügung, die ebenfalls auf diesen Positionen eingesetzt werden können.

In den bisherigen vier Partien setzte Maresca bereits vier verschiedene Dreier-Konstellationen im zentralen Mittelfeld ein - insgesamt kamen dabei alle acht oben genannten Spieler zum Einsatz, Bouaddi bislang nur als Einwechselspieler.

Es ist praktisch alles vorhanden, was ein modernes Mittelfeld braucht: Den defensiven Part können bei Bedarf der gelernte Innenverteidiger Guehi, der erfahrene Kovacic oder der enorm pressingresistente Bouaddi problemlos ausfüllen. Als kreatives Gehirn und Spielmacher füttert Fernandez die Offensivreihe mit Bällen. Für die nötige Physis, Wucht und Laufarbeit sorgt Anderson in seiner Rolle als Box-to-box-Spieler. Das Prunkstück bilden dann Foden, Cherki und O'Reilly, die als kreative Freigeister fungieren, Räume schaffen und für Torgefahr sorgen.

Seit der deutlichen 0:3-Niederlage im Community Shield gegen den FC Arsenal hat sich bei City einiges getan - und das zeigt sich auch in den Ergebnissen. Neben dem amtierenden Meister aus London sind die Skyblues das einzige Team, das bislang alle drei Ligaspiele gewinnen konnte.

Den von vielen prognostizierten vorübergehenden Absturz wird es diese Saison wohl nicht geben. City hat auf die personellen Veränderungen eine bemerkenswert schnelle Antwort gefunden. Zwar ist die Stichprobe nach drei Spieltagen noch klein und die Saison noch jung, doch die ersten Eindrücke sprechen klar dafür, dass die Skyblues den Umbruch gemeistert haben.


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Bericht William Hill

William Hill

4.3

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