Deshalb witterte Joshua Kimmich die Chance auf einen Verbleib im DFB-Team | Goal.com Deutschland

Für Joshua Kimmich bedeutete das Bundesligaspiel des FC Bayern beim FC Augsburg eine schnelle Rückkehr an den Ort, wo die jüngsten Debatten um seine Person ihren Anfang genommen hatten. Neun Tage zuvor hatte Kimmich bei Deutschlands 0:1-Pleite gegen Griechenland in Augsburg eine höchst unglückliche Leistung gezeigt.
Anschließend musste der 31-jährige Kapitän im Zuge des Kader-Austauschs planmäßig abreisen. In seiner Abwesenheit gefielen im deutschen Mittelfeld seine Münchner Kollegen Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof. Und schon wurde unter Fans und Experten munter diskutiert, ob es Kimmich überhaupt noch braucht in der deutschen Nationalmannschaft.
"Ehrlicherweise habe ich es gar nicht verfolgt. Aber man kriegt ja trotzdem mit, dass ein bisschen was los war", sagte Kimmich bei seiner Augsburg-Rückkehr. Der FC Bayern war in einem wilden Spiel nicht über ein 2:2 hinausgekommen, Kimmich hatte im Mittelfeldzentrum - wie gewohnt an Pavlovics Seite - eine ordentliche Leistung gezeigt.
Unter Verweis auf sein langjähriges Stammspieler-Dasein im DFB-Team gab sich Kimmich mit Blick auf die Debatten betont gelassen: "Ich bin jetzt elf Jahre dabei. Ich weiß, wie das Geschäft funktioniert. Das Einzige, worauf ich mich konzentrieren kann und muss, ist meine Leistung. Das mache ich. Das habe ich die letzten elf Jahre gemacht. Das werde ich weiterhin so machen. Am Ende spielen immer die Besten. Die letzten zehn Jahre ist es mir ganz gut gelungen, zu den Besten zu gehören."
Sportvorstand Max Eberl sprang Kimmich derweil energisch zur Seite. "Ich habe verfolgt, dass die Qualitäten von Joshua Kimmich in Frage gestellt wurden. Das finde ich absolut absurd", sagte Eberl. "Er ist ein Leader, der vorne weggeht. Ja, er ist irgendwie auch das Gesicht einer Mannschaft, die in den letzten Jahren bei den Turnieren nicht so erfolgreich war. Aber Joshua Kimmich ist für mich ein herausragender deutscher Spieler. Wir sollten froh sein, dass wir so einen Spieler in unseren Reihen haben."
Kimmich selbst wollte nach dem Patzer gegen Griechenland eigentlich unbedingt beim DFB-Team bleiben und hinterlegte diesen Wunsch öffentlich wie intern. Doch Bundestrainer Jürgen Klopp blieb hart und fachte die Debatten mit einem flapsigen Spruch sogar noch weiter an."Das kann ich Jo sagen", erklärte Klopp: "Je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt man das, was man will."
Verärgert über Klopps Vorgehen und Statement ist Kimmich nach eigener Auskunft nicht. Die Chance auf einen Verbleib hatte er - ungeachtet der schwachen Leistung gegen Griechenland - offenbar schon nach dem allerersten Länderspiel gegen die Niederlande (1:1) gewittert. Und zwar wegen der Verletzung seines Münchner Kollegen Jamal Musiala. Er sollte eigentlich die ganze Länderspielphase bei der Mannschaft bleiben, zog sich dann aber beim Aufwärmen gegen die Niederlande einen Muskelfaserriss zu und musste abreisen.
"Danach dachte ich: Jamal war für beide Wochen eingeplant, vielleicht geht nochmal eine Tür auf", erklärte Kimmich. Abgesehen von Finn Dahmen, Nico Schlotterbeck und Serge Gnabry verblieben statt Kimmich aber letztlich nur die drei Debütanten Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Bambase Conte auch nach dem Kader-Austausch im Aufgebot.
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