"Wir haben diese Weltmeisterschaft weggeworfen!" Erschreckendes Fazit von Lothar Matthäus zu Deutschlands frühem WM-Aus | Goal.com Deutschland

Auch nach Ende der WM wird noch heiß über das blamable Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft diskutiert. Lothar Matthäus holte in seiner Kolumne für die Sport Bild nun zu einem Rundumschlag gegen das DFB-Team aus und zog einen drastischen Vergleich.
"Die größte Blamage" sei für den Rekordnationalspieler zwar das Fehlen Italiens bei der XXL-Endrunde mit erstmals 48 Teilnehmern gewesen, "aber Deutschland kommt gleich dahinter, weil sie es wieder mal nicht fertiggebracht haben, die Qualität, die in unseren Spielern steckt, auf den Platz zu bringen."
Die Auswahl von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann habe weder gegen Paraguay noch Elfenbeinküste oder Ecuador überzeugt. Nur beim 7:1 über Curacao sei Deutschland "besser" gewesen. "Die waren aber im ersten Spiel sehr naiv, weil sie mitspielen wollten. Hätten sie ein Bollwerk aufgebaut wie in den folgenden beiden Partien, dann hätten wir auch da schon Probleme gehabt. Wäre vielleicht besser gewesen, wenn uns gleich die Augen geöffnet worden wären", schrieb er.
Wie beispielsweise auch Ex-Nationalspieler Lukas Podolski anmerkte, sei für Matthäus die "Mentalität und Einstellung" ein Kernproblem Deutschlands gewesen. Das deutliche und zugleich erschreckende Fazit des 65-Jährigen: "Es ist für mich noch immer unbegreiflich, dass man mit diesen Spielern so früh nach Hause fährt. Die Wahrheit ist: Deutschland war schlechter als beim Vorrunden-Aus 2018 und auch als 2022. Spielerisch war es die schlechteste der drei letzten Weltmeisterschaften."
Beim Gruppen-Aus in Katar unter Trainer Hansi Flick habe sich das DFB-Team immerhin "viele Torchancen" erspielt. "Letztlich sind wir punktgleich und etwas unglücklich an Spanien gescheitert. Beim 1:1 gegen Spanien war unsere Mannschaft damals auf Augenhöhe, hätte sogar gewinnen können – und wäre dann nicht ausgeschieden." Elf Spieler der damaligen Mannschaft kürten sich am Sonntag, ziemlich genau vier Jahre später, zum Weltmeister. Trainer Luis de la Fuente hatte die die Mannschaft nach deren Achtelfinal-Aus gegen Marokko übernommen und in kürzester Zeit zu seiner Fußball-Macht geformt. Matthäus stellte klar: "In unserem aktuellen WM-Kader standen noch neun Profis, die 2022 schon dabei waren. Fortschritt? Gleich null! Obwohl der junge Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann viele Fehler gemacht hat, lag es nicht allein an ihm."
Matthäus "ärgert" und "irritiert" vor allem die Tatsache, dass der DFB nicht aus Versäumnissen aus der Vergangenheit gelernt habe. "Fakt ist, wir haben diese Weltmeisterschaft weggeworfen. So wie wir sie schon 1994 in den USA weggeworfen haben, als ich selbst noch gespielt habe. Und es waren größtenteils die gleichen Fehler und Probleme", schrieb er. Ein kurzer Rückblick: Damals war Deutschland als amtierender Weltmeister an schweren internen Konflikten, mangelnder Disziplin und Lagerdenken gescheitert.
Deshalb müsse nun "schonungslos aufgearbeitet werden, was in den vergangenen – mindestens – dreieinhalb Jahren im deutschen Fußball schiefgelaufen ist". Matthäus ist sich aber sicher, dass Nagelsmanns Nachfolger Jürgen Klopp dafür sorgen werde. Nach einer "großzügigen Einigung" zwischen Red Bull und dem DFB fehlt nur noch die Unterschrift, wie der 59-Jährige am Rande des WM-Endspiels erklärt hatte.
Nach dem WM-Aus war allen voran Nagelsmann in die Schusslinie von Presse und der Experten-Landschaft geraten. Neben seiner Kader-Nominierung hatte im Vorfeld insbesondere die mangelnde Kommunikation in der Thematik um Deniz Undav und Manuel Neuer für Stirnrunzeln gesorgt.
Weltmeisterschaft
Gegner
Spielergebnis
Phase / Runde
WM 2026
Curacao
7:1 Sieg
Gruppenphase
Elfenbeinküste
2:1 Sieg
Gruppenphase
Ecuador
1:2 Niederlage
Gruppenphase
Paraguay
3:4 i.E. (1:1 n.V.) Niederlage
Sechzehntelfinale
WM 2022
Japan
1:2 Niederlage
Gruppenphase
Spanien
1:1 Unentschieden
Gruppenphase
Costa Rica
4:2 Sieg
Gruppenphase
WM 2018
Mexiko
0:1 Niederlage
Gruppenphase
Schweden
2:1 Sieg
Gruppenphase
Südkorea
0:2 Niederlage
Gruppenphase
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