Riesiger Zoff in der Premier League: Starstürmer will Vertragsauflösung vor Gericht erzwingen | Goal.com Deutschland

Das Theater zwischen dem englischen Erstligisten Tottenham Hotspur und seinem Starstürmer Richarlison eskaliert. Wie Globo berichtet, wolle der brasilianische Angreifer mit juristischen Mitteln vorzeitig aus seinem Vertrag bei den Spurs aussteigen.
Grundlage dafür ist die Entscheidung Tottenhams, Richarlison nach dessen geplatzten Transfers in der vergangenen Wechselperiode nicht für den Premier-League-Kader von Cheftrainer Roberto De Zerbi (47) zu nominieren. Stattdessen muss Richarlison, immerhin bester Torschütze des Klubs in der Vorsaison, bei der U21 trainieren. Die Anwälte des 29-Jährigen halten dies für nicht rechtens und wollen laut des Berichts daher vor einem Londoner Gericht die Auflösung des noch bis Sommer 2027 datierten Kontrakts beantragen.
Der Fall weist Parallelen zum Streit zwischen Renan Lodi (28, Atletico Mineiro) und Al-Hilal auf. Richarlisons Landsmann war vom saudischen Spitzenklub nicht für die Pro League nominiert worden und machte im Herbst 2025 geltend, er sei dadurch an der Ausübung seines Berufs gehindert worden. Er bekam Recht und unterschrieb kurz nach einer einseitigen Vertragsauflösung beim Traditionsverein aus Belo Horizonte.
Richarlison soll laut Globo für den Fall eines erfolgreichen Ersuchens bereits einen neuen Verein im Visier haben: Er will zu Vasco da Gama in seine Heimat wechseln. Verhandlungen zwischen den Vereinen führten bislang zu keinem Ergebnis. Angeblich, weil Tottenham eine Ablöse in Höhe von 20 Millionen Euro forderte - deutlich zu viel für die Brasilianer.
Das Tischtuch zwischen Richarlison und den Spurs ist seit einigen Wochen zerschnitten. De Zerbi plante nicht mehr mit ihm, Richarlison wollte eigentlich zurück zu seinem Ex-Klub FC Everton.
Der Coach bestätigte zunächst öffentlich Richarlisons Wechselwunsch, dann aber zeichnete sich ab, dass es wohl zu keiner Einigung mit den Toffees kommen wird. Dies veranlasste den Stürmer zu einem bemerkenswerten Statement bei Social Media. Dort schrieb er: "Nach allem, was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe, habe ich beschlossen, dass NIEMALS WIEDER andere meine Zukunft für mich bestimmen werden."
Er habe "in letzter Zeit viel Schlimmes erlebt - und fast alles davon geschah aufgrund von Entscheidungen anderer Menschen. Druck, Drohungen, Vergeltungsmaßnahmen - nichts davon macht mir Angst. Ich habe schon Schlimmeres durchgemacht, glaubt mir."
Richarlison war im Sommer 2022 für 58 Millionen Euro Ablöse von Everton zu den Spurs gewechselt, hatte dort aber immer wieder mit Verletzungen und Formschwächen zu kämpfen. Richtig angekommen ist er in den vier Jahren indes nie. Die Spurs forcierten derweil in diesem Sommer einen radikalen Neubeginn.
Für mehr als 200 Millionen Euro holte sich Tottenham mit Sandro Tonali und Mateus Fernandes eine neue Schaltzentrale im Mittelfeld. In der Offensive kamen Savinho (88 Millionen Euro) und Omar Marmoush (Leihe mit Kaufoption) von Manchester City. Außerdem schloss sich auch der 20 Monate lang gesperrte Mykhaylo Mudryk vom FC Chelsea den Spurs an.
Nachdem Richarlison beim desaströsen Saisonauftakt in Brentford (0:3) noch 68 Minuten spielen durfte, stand er bei der 0:2-Pleite gegen Newcastle am zweiten Spieltag schon nicht mehr im Kader. Eigentlich ein klares Indiz für einen Abgang, den er sich in aller Deutlichkeit wünschte.
Er sei schon vorher nur geblieben, weil "sie mich brauchten, als hier alles auseinanderfiel", behauptete Richarlison und nahm damit wohl Bezug auf die katastrophale Vorsaison, an deren Ende die Spurs beinahe abgestiegen wären. "Deshalb hoffe ich, dass ihr meine Situation mit demselben Respekt behandelt, den ich immer für die Spurs und für alle Menschen hatte, die in dieser Zeit mit mir zusammengearbeitet haben. Entscheidet einfach nicht für mich."
Gleichzeitig untermauerte er noch einmal seinen Wunsch, nach Liverpool zu Everton zurückkehren zu wollen - "meinem Lieblingsverein". Der Wunsch ging eben nicht in Erfüllung. Stattdessen strich ihn De Zerbi aus dem PL-Kader und degradierte ihn zur U21. Interesse an einer späten Verpflichtung soll auch Mohamed Salahs neuer Klub Trabzonspor gezeigt haben. Allerdings kam auch ein Wechsel in die Türkei nicht zustande.
Orijinal haberi okuyun