Hans-Joachim Watzke kontert DFB-Kritik von Uli Hoeneß mit deutlichen Worten | Goal.com Deutschland

Hans-Joachim Watzke hat die jüngste DFB-Kritik von Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit deutlichen Worten gekontert.
"Da habe ich eben eine andere Meinung als er. Ich weiß nicht, was das mit 'Friendly Takeover' zu tun hat", nahm Watzke, Präsident von Borussia Dortmund und Vizepräsident des DFB, im Interview mit RTL und Sky Bezug auf kürzlich getätigte Aussagen von Hoeneß.
Der Bayern-Patron hatte unter anderem kritisiert, dass der neue Bundestrainer Jürgen Klopp seinen Berater Marc Kosicke mitgebracht und ihm eine wichtige Rolle beim DFB-Team zugeteilt hat. "Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein 'friendly takeover'. Klopp und Co. haben den DFB übernommen, und das halte ich für falsch", schimpfte Hoeneß ebenfalls bei RTL und Sky.
"Die letzten beiden Bundestrainer kamen vom FC Bayern - mit Julian Nagelsmann und Hansi Flick. Da hat auch niemand gesagt, das ist ein Friendly Takeover des FC Bayern", konterte Watzke nun. "Das ist mir dann etwas zu viel. Und dass man einem Trainer mit der Reputation eines Jürgen Klopp auch einen gewissen Gestaltungsspielraum einräumt, das ist nun mal so. Das weiß Uli am allerbesten", verteidigte er die Entscheidung, auf Klopps Forderung einzugehen, seinen Berater Kosicke bei der Nachfolge des nach der enttäuschenden WM zurückgetretenen Julian Nagelsmann unbedingt an seiner Seite haben zu wollen. Kosickes offizielle Job-Bezeichnung lautet "Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation".
Hoeneß' Interview hatte indes schon unmittelbar danach eine Reaktion seitens des DFB hervorgerufen, einem Bericht von Sky zufolge soll sich der 74-Jährige mit Kosicke mittlerweile ausgesprochen haben. Die Beiden kennen sich schon lange, unter anderem da Marketing-Experte Kosicke 2008 daran beteiligt war, Bayerns "Mia-san-Mia"-Slogan zu erarbeiten. Laut Sky gab es zwischen ihm und Hoeneß ein versöhnliches Telefonat, das gut und konstruktiv verlaufen sei.
Klopp, der beim DFB bis nach der WM 2030 unterschrieben hat, ist derweil intensiv in seinen offiziell zum 15. August angetretenen neuen Posten gestartet. So soll er Sky zufolge explizit die Kommunikation zu den wichtigsten Vereinstrainern des Landes gesucht haben, es gab demnach bereits sehr ausführliche Gespräche mit Niko Kovac (Borussia Dortmund), Vincent Kompany (FC Bayern) und Sebastian Hoeneß (VfB Stuttgart).
Dabei gab Klopp ihnen zu verstehen, wie wichtig ihre jeweilige Rolle für das gesamte Fußballland sei und wie viel Wert er künftig darauf legen wolle, einen guten Austausch mit ihnen zu pflegen. Auch Hinweise von Kovac, Kompany und Co., welche ihrer Spieler sich für eine Berufung ins DFB-Team aufdrängen und welche Nachwuchstalente der jeweiligen Vereine das größte Potenzial mitbringen, habe der neue Bundestrainer eingefordert. Die Gespräche mit Klopp seien bei den Vereinstrainern sehr gut angekommen, heißt es.
Zudem ging Klopp laut Sky auch auf fast alle deutschen U-Nationaltrainer zu und nahm sie mit ins Boot, stellte ihre große Verantwortung und die Bedeutung ihrer Aufgaben heraus, stärkte damit das Gemeinschaftsgefühl. "Diese tiefe Depression, die wir alle empfunden haben, nachdem wir früh nach Hause fahren mussten, die ist in Deutschland fast schon zur Euphorie geworden. Die Leute freuen sich wieder. Man wird auch wieder positiv auf die Nationalmannschaft angesprochen", sieht Watzke auch öffentlich bereits einen Klopp-Effekt.
Der 59-Jährige wird seinen ersten Kader am 17. September benennen, sieben Tage später feiert Klopp beim Nations-League-Spiel in den Niederlanden um den neuen Bondscoach Xavi sein Debüt als Bundestrainer. Klopps Heimpremiere steigt dann am 27. September in Augsburg gegen Griechenland.
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