Lionel Messi ist raus aus der Verlosung! Beim Ballon d'Or kann es jetzt nur einen geben | Goal.com Deutschland

Veröffentlicht am 20 Jul 2026 | Lesezeit: 3 MinutenLionel Messi ist raus aus der Verlosung! Beim Ballon d'Or kann es jetzt nur einen geben | Goal.com Deutschland

Egal welche beiden Nationen es letztlich ins WM-Finale schaffen: Mindestens ein Spieler des FC Bayern ist immer dabei. So lautete ab der WM 1982 eine unumstößliche Regel, die erst beim nun abgelaufenen Turnier in Nordamerika nach 44 Jahren gebrochen wurde. Die drei letzten verbliebenen Münchner Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano scheiterten allesamt im Halbfinale. 

2026 fand damit eine beeindruckende Serie des FC Bayern ihr Ende. Gleichzeitig könnte eine aus Münchner Sicht unrühmliche und sogar noch länger andauernde Serie enden. Seit Karl-Heinz Rummenigge 1981, also seit 45 Jahren, hat kein Spieler des FC Bayern den Ballon d'Or gewonnen. Diesmal darf kein Weg an Harry Kane vorbeiführen.

Mit dem WM-Finale endete der Bewertungszeitraum. Nun liegt die Wahl bei 100 stimmberechtigten Sportjournalisten, je einem aus den 100 bestplatzierten Ländern der FIFA-Weltrangliste. Der Sieger wird bei einer Gala am 26. Oktober in London gekürt.

Tatsächlich ist die Wahl in dieser Saison schwierig wie selten zuvor. Es gibt keinen offensichtlichen Sieger. Die beiden wichtigsten Titel gewannen mit Paris Saint-Germain (Champions League) und Spanien (WM) Mannschaften, die vorrangig nicht von überragenden Individualisten getragen wurden, sondern von perfekten Systemen. Gewissermaßen waren es auch Triumphe der Trainer.

Als Gegenstück dazu firmiert Argentinien, eine Mannschaft mit dem System Lionel Messi. Der 39-Jährige dominierte diese WM wie selten ein Spieler zuvor und rettete Argentinien mit zwölf Scorpunkten und etlichen späten Heldentaten ins Finale, wo er gegen übermächtige Spanier dann aber untertauchte. Obwohl Messi in der international belanglosen MLS spielt, hätte er bei einem WM-Triumph Argentiniens gute Chancen auf den Ballon d'Or gehabt. Durch die Finalpleite aber ist er raus aus der Verlosung. Dass Messi nicht als bester Spieler der WM ausgezeichnet wurde, ist unabhängig davon völlig unverständlich.

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Diese Ehre wurde Rodri zuteil und das ist ziemlich bezeichnend für Spaniens Stärken bei diesem Turnier. Der 30-Jährige steht nicht für Tore und Spektakel, sondern metronomartiges Passspiel und strategische Spielintelligenz im Mittelfeld. Bei Manchester City verpasste Rodri jedoch große Teile der Saison verletzt und gewann auch keinen internationalen Titel, ja nicht einmal die englische Meisterschaft. Für einen zweiten Ballon-d'Or-Triumph nach 2024 reicht das nicht.

Spaniens naheliegendster Weltfußballer-Kandidat ist Lamine Yamal. Der 19-Jährige spielte zwar eine gute WM, glänzte aber lange nicht so wie noch beim EM-Sieg 2024 und kam in den USA in acht Spielen nur auf zwei Scorerpunkte. Mit dem FC Barcelona scheiterte Yamal in der Champions League bereits im Viertelfinale. Sollte Yamal dennoch gewinnen, wäre er der jüngste Ballon-d'Or-Sieger der Geschichte.

Bei Champions-League-Sieger PSG knüpfte der Weltfußballer von 2025 Ousmane Dembele nicht an seine absolut überragenden Leistungen der Vorsaison an. Der Schlüsselspieler auf dem Weg zum Henkelpott war stattdessen Kvicha Kvaratskhelia, in den übrigen Wettbewerben blieb der Georgier aber eher blass und an der WM nahm er nicht teil.

Hätten die favorisierten Franzosen die WM gewonnen, hätte Dembele mit Triumphen in den beiden wichtigsten Wettbewerben dennoch ausgezeichnete Argumente für den Ballon d'Or gehabt. Selbiges gilt für Assistkönig Michael Olise und Torjäger Kylian Mbappe, der für Real Madrid sehr viele Tore schoss, aber ohne großen Titel blieb. Das Halbfinalaus bei der WM dürfte die Ballon-d'Or-Träume des französischen Trios zerstört haben.

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Die besten Argumente hat nun Harry Kane. Und zwar 73 Stück in Form von 73 Toren. Der 32-Jährige Engländer gewann ebenfalls keinen internationalen Titel. In der Champions League scheiterte er mit dem FC Bayern dramatisch im Halbfinale an PSG, bei der WM noch dramatischer an Argentinien. Individuell lieferte Kane in den vergangenen zwölf Monaten aber so konstant auf allerhöchstem Niveau ab wie kein anderer Spieler der Welt.

73 Tore (in 64 Pflichtspielen für Klub und Land) sind eine sagenhafte Leistung. Die ersten "Verfolger" Mbappe und Erling Haaland kommen auf je 58. In der Geschichte des Fußballs überbietet Kanes Wert überhaupt nur Lionel Messi, der in der Saison 2011/12 insgesamt 82 Tore erzielte. Messi holte damals weder die Champions League noch die spanische Meisterschaft, den Ballon d'Or bekam er dennoch. Obwohl es mit seinen kongenialen spanischen Barca-Kollegen, die damals in beeindruckender Manier die EM gewannen, hervorragende Alternativen gegeben hätte.

Kane war in dieser Saison aber nicht nur ein glänzender Torjäger. Gerade beim FC Bayern bewährte er sich auch als tiefer Quarterback mit großem Einfluss auf das Kombinationsspiel und als Kämpfer gegen den Ball. Neben individuellen Leistungen und Teamerfolgen ist Fairplay das dritte Vergabekriterium, diesbezüglich gilt Kane seit jeher als Vorbild. Trotz hitziger Spiele sah Englands Kapitän bei der WM keine einzige Karte, beim FC Bayern waren es in der ganzen Saison lediglich drei Gelbe.


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Bericht William Hill

William Hill

4.3

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