"Daher tut uns das weh": Oliver Mintzlaff enthüllt, wie Jürgen Klopps Wechsel von Red Bull zum DFB ablief | Goal.com Deutschland

Veröffentlicht am 01 Sep 2026 | Lesezeit: 3 Minuten"Daher tut uns das weh": Oliver Mintzlaff enthüllt, wie Jürgen Klopps Wechsel von Red Bull zum DFB ablief | Goal.com Deutschland

Jürgen Klopp (59) hatte entscheidenden Anteil an RB Leipzigs Transfercoup mit Yan Diomande (19) vor Jahresfrist. Das hat Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff (51) am Montagabend am Rande der Sport Bild Awards in Hamburg verraten.

"Ohne Jürgen Klopp kein Diomande in Leipzig, das muss man sagen", schilderte Mintzlaff und führte dann über den Wechsel des neuen Bundestrainers aus seiner Rolle als Fußballboss beim Brausehersteller zum DFB aus: "Er war jemand, der die jeweiligen sportlichen Verantwortlichen ermutigt hat, auch mutige Entscheidungen zu treffen. Daher tut uns das weh. Aber wir freuen uns auch, dass die Nationalmannschaft jetzt sicher die bestmögliche Option als Trainer hat."

Klopp habe bei RB in seinen eineinhalb Jahren als Global Head of Soccer "viele Abdrücke hinterlassen" und sein Abgang habe "natürlich wehgetan", so Mintzlaff. Dennoch sei klar gewesen, dass Red Bull die Anfrage des DFB nach der verkorksten WM im Sommer nicht habe ablehnen können. Zu groß sei Klopps Wunsch gewesen, Nachfolger von Julian Nagelsmann zu werden: "Er hat zu mir gesagt, jeder andere Trainerjob, also Ligajob, hätte ihn nicht gereizt und da wäre er gerne in seinem Aufgabengebiet bei uns geblieben. Aber die Nationalmannschaft - auch zu diesem Zeitpunkt - war für ihn etwas anderes und etwas, das ihn emotional bewegt hat. Und dann haben wir entscheiden: Dann geben wir ihn frei."

Klopp stand bei Red Bull eigentlich noch langfristig (bis 2029) und ohne Ausstiegsklausel unter Vertrag. Mintzlaff räumte mit dem Gerücht auf, in den Gesprächen mit dem DFB und dem langjährigen Coach des FC Liverpool sei es darum gegangen, dass dieser als Bundestrainer weiter Red Bull repräsentiert: "Da wurde viel geschrieben. Auch, dass Jürgen Klopp noch mit dem Red-Bull-Cap auf der Trainerbank sitzt. Aber diese Diskussion haben wir nie geführt." Es sei "nie um eine Ablösesumme gegangen", stellte er klar.

Der DFB spendet stattdessen eine hohe Summe an die Red-Bull-Stiftung 'Wings for Life'. Zudem finden drei Länderspiele bis 2030 in Leipzig statt. Für Mintzlaff eine "tolle Geste". Klopp unterschrieb beim Verband einen ebenfalls bis 2030 datierten Vertrag und beginnt seine Amtszeit in diesem Monat mit einem Länderspiel gegen die Niederlande in Amsterdam.

Mintzlaff äußerte sich außerdem noch ausführlicher zum Diomande-Deal, den es ohne Klopp also nicht gegeben hätte. Offensichtlich auf Anraten Klopps holte Leipzig den damals 18-Jährigen für satte 20 Millionen Euro von CD Leganes aus der zweiten spanischen Liga. Ein Deal, der damals auch in den eigenen Reihen durchaus für Verwunderung sorgte.

So verriet Kapitän David Raum letztes Jahr: "Ich habe mir im Sommer seinen Marktwert angeschaut und dann nachgeschaut, wie viel wir gezahlt haben. Ich habe anschließend kurz nachgefragt, ob wir uns beim Angebot vertippt haben oder was da das Problem war." Raums Skepsis sei dann allerdings schnell verflogen: "Nach dem ersten Training bin ich zu Marcel Schäfer (Leipzigs Sportdirektor, Anm. d. Red.) gegangen und habe ihm zu diesem Transfer gratuliert."

In der Tat bewiesen Klopp und Schäfer bei Diomande den richtigen Riecher. Der Ivorer schlug in der Bundesliga voll ein, wechselte für 125 Millionen Euro zu Real Madrid und wurde dort zum teuersten Neuzugang der Geschichte. Und dies, obwohl Mintzlaff, der bei RBL im Aufsichtsrat sitzt, ihn vor einigen Wochen noch für unverkäuflich erklärt hatte: "Da sehen sie, dass ich als Aufsichtsrat tatsächlich nichts entscheiden kann in Leipzig. Weil ich habe ja gesagt, ich würde ihn nicht abgeben." Trotzdem sei verständlich gewesen, dass es aufgrund des Volumens des Deals und der beteiligten Parteien am Ende eine Einigung gab: "Das war dann schon eine Entscheidung, die meiner Meinung nach auch nachvollziehbar ist."


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Bericht William Hill

William Hill

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