Kompletter Reinfall statt Wechsel zum FC Bayern München: Bundesliga-Transferflop vor Abschied | Goal.com Deutschland

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Lutsharel Geertruida noch eine feste Zutat der Gerüchteküche rund um den FC Bayern. Sowohl im Sommer 2023 als auch im darauffolgenden Winter galt der Niederländer als Transferkandidat in München.
Gefühlt verging kaum eine Woche ohne eine neue Wasserstandsmeldung über das angebliche Interesse des deutschen Rekordmeisters. Zu einer Verpflichtung kam es bekanntlich nicht, obwohl ein Transfers zu den damaligen Zeitpunkten durchaus Sinn ergeben hätte. Geertruida verfügt nämlich über ein Spielerprofil, das es nur selten im europäischen Spitzenfußball gibt.
Der Anfang 2024 noch 23-Jährige beherrscht beinahe die komplette Klaviatur der Abwehrkunst. Sogar nochmal mehr als Benjamin Pavard, dessen FCB-Abschied genau in jene Zeit fiel. Innen, rechts und auf der Sechs - Geertruida kann auf dem Papier überall eingesetzt werden, wenn es um das Verhindern von Gegentoren gehen. Dazu verfügt er über eine enorme Physis und Spielintelligenz. Konkret wurde die Personalie an der Säbener Straße aber nie. Stattdessen schaute sich der deutsche Rekordmeister anderweitig um. Zunächst bekam der damalige Trainer Thomas Tuchel seinen Wunschverteidiger Min-jae Kim, ehe ein halbes Jahr später Eric Dier und Sacha Boey die Defensive verstärkten.
Geertruida beendete die Saison bei seinem Jugendklub Feyenoord Rotterdam und fand dann doch noch den Weg in die Bundesliga. 20 Millionen Euro legte RB Leipzig auf den Tisch. Was zunächst Potenzial für ein echtes Schnäppchen mitbrachte, entpuppte sich aus Sicht der Sachsen jedoch schnell als Fehlgriff. Inzwischen hat Geertruida sogar den Status des Transferflops inne.
Zwei Jahre nach seiner Ankunft befindet sich der heute 26-Jährige auf dem Abstellgleis. Seine Premierensaison verlief mehr als durchwachsen. Zwar kam Geertruida auf 35 Einsätze und eroberte sofort einen Stammplatz, verlor diesen aber zum Jahreswechsel und verbrachte sogar einige Spiele ausschließlich auf der Bank. Dabei beruhte die Degradierung weniger auf gravierenden Fehlern, sondern mehr auf unterschiedlichen Vorstellungen. Böse Zungen würden gar von einer kompletten Fehleinschätzung aufseiten der Leipziger sprechen.
Schon nach wenigen Wochen hatte sich bemerkbar gemacht, dass Geertruida mit dem System des damaligen RB-Trainers Marco Rose schlichtweg nicht zurechtkam. Seine Spielweise, als einrückender Außenverteidiger von rechts ins Zentrum zu schieben, war unerwünscht. Die Forderung, positionsgetreue Abwehrarbeit auf der Außenbahn zu verrichten, blieb unerfüllt. Die Hoffnung, die Anpassungsschwierigkeiten würden sich mit voranschreitender Zeit von selbst geben, war vergeblich. Nach einer durchwachsenen Hinrunde waren die Vorschusslorbeeren endgültig aufgebraucht.
Derart, dass Geertruida trotz der Trennung von Rose am Saisonende unter dessen Nachfolger Ole Werner keine zweite Chance bekam. Stattdessen arrangierte Leipzig ein durchaus versöhnliches Leihgeschäft mit dem ambitionierten Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland. Mit Erfolg. Auf der Insel verbuchte Geertruida 30 Einsätze und wusste durchaus zu überzeugen.
Die vereinbarte Kaufoption in Höhe von eben jenen 20 Millionen Euro, die zwei Jahre zuvor in die niederländische Hafenstadt flossen, war den Saints aber zu teuer. Wohl auch, weil Geertruida nicht vollumfänglich zum unangefochtenen Stammspieler avancierte. Dennoch sprang eine Nominierung für die Weltmeisterschaft heraus, während namhafte Spieler wie Jeremie Frimpong (FC Liverpool) oder Matthijs de Ligt (Manchester United) von Ex-Bondscoach Ronald Koeman nicht berücksichtigt wurden. In Leipzig dürfte man sich deshalb schon die Hände gerieben haben. Eine Marktwertsteigerung, wie so häufig im Zuge einer WM-Nominierung, blieb allerdings aus. Denn Geertruida blieb ohne Einsatzminute.
Wenige Wochen später ist es mehr als fraglich, dass Leipzig mit einem blauen Auge davonkommt und die Geertruida-Millionen wiedersieht. Übereinstimmenden Medienberichten soll es zwar Interesse aus der Premier League und Saudi-Arabien geben, konkrete Verhandlungen sollen aber noch nicht stattgefunden haben. Vielmehr wird eine erneute Leihe immer wahrscheinlicher. Auf ein etwaiges Geschäft sollen allen voran die PSV Eindhoven und Ajax Amsterdam schielen.
Für Geertruida wäre es eine Rückkehr nicht nur in sein Heimatland. Sondern auch in die Liga, von wo aus er sich vermeintlich in den Fokus des FC Bayern spielte und letztlich eine folgenschwere Entscheidung traf.
Statistik
Feyenoord Rotterdam
RB Leipzig und AFC Sunderland
Spiele
202
65
Tore
24
1
Assists
11
1
Einsatzminuten
15.581
5.896
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