Eintracht Frankfurt erlebt übles Debakel in England - jetzt steigt der Transfer-Druck! | Goal.com Deutschland

Ausgerechnet am Geburtstag von Vorstandsboss Axel Hellmann erlebte Eintracht Frankfurt am Samstag ein bemerkenswertes Debakel. Im letzten Testspiel der Vorbereitung verlor die Eintracht mit 0:7 gegen den englischen Mittelklasse-Klub FC Brentford. Offensiv blieb die Eintracht völlig harmlos, hinten reihte sich ein Fehler an den nächsten.
Keeper Kaua Santos patzte beim 0:2 übel. Kapitän Robin Koch verschuldete das 0:3 und musste kurz darauf verletzt ausgewechselt werden. "Er hat einen Schlag auf die Halswirbelsäule bekommen, und ihm war es dann schwindlig", sagte Trainer Adi Hütter. "Er war nicht mehr in der Lage, weiterzuspielen." Laut Bild reiste der 30-Jährige nicht mit der Mannschaft zurück nach Frankfurt, sondern wurde noch in London untersucht. Eine Diagnose steht aus.
Die fünf Testspiele vor dem Debakel gegen Brentford hatte die Eintracht zwar allesamt gewonnen. Dreimal ging es aber gegen unterklassige Gegner. Das 3:0 gegen Trabzonspor zu Beginn der Vorbereitung hatte noch wenig Aussagekraft. Vor einer Woche gelang immerhin ein 2:0-Achtungserfolg gegen Premier-League-Aufsteiger Hull City. Frankfurt startet am Freitag im DFB-Pokal gegen den Fünftligisten SC St. Tönis in die neue Saison. Zum Bundesliga-Auftakt geht es am 29. August auswärts gegen Union Berlin. Bis dahin ist vor allem Sportvorstand Markus Krösche auf dem Transfermarkt gefordert.
"Der Kader ist noch nicht so, wie ich ihn mir vorstelle", sagte Hütter bereits vergangene Woche. Bis dato kamen lediglich vier Neuzugänge: Noel Aseko (zwölf Millionen Euro vom FC Bayern) und Raphael Onyedika (neun Millionen von Club Brügge) für das defensive Mittelfeld, dazu Innenverteidiger Otavio (4,5 Millionen von Estrela Amadora) und Malik Pimpong (3,5 Millionen von der U19 des FC Midtjylland). Als sofortige Verstärkung gilt keiner der vier.
Gegen Brentford standen Onyedika und Otavio in der Startelf. Otavio bildete gemeinsam mit Koch die Innenverteidigung, hatte Anteile am ersten Gegentor und offenbarte zudem weiterhin körperlichen Nachholbedarf. "Er ist noch nicht in der Verfassung, wie ich mir das vorstelle", sagte Hütter bereits vergangene Woche. Krösche fahndet ohnehin intensiv nach einem neuen Innenverteidiger, durch Otavios Auftritt und Kochs Verletzung ist der Druck noch größer.
Dazu soll ein Offensivspieler kommen. Lange hoffte die Eintracht auf eine feste Verpflichtung des letztjährigen Leihspielers Arnaud Kalimuendo von Nottingham Forest, aktuell herrscht diesbezüglich aber Stillstand. Angeblich verlangt Nottingham 35 Millionen, zu viel für die Eintracht. Als Alternative gilt Louey Ben Farhat vom Karlsruher SC. Der 20-jährige Stürmer verzeichnete in der vergangenen Zweitligasaison in 20 Einsätzen acht Scorerpunkte für den KSC. Vage gehandelt wurde zuletzt auch Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart.
Gleichzeitig versucht die Eintracht, etliche Ladenhüter des mit 31 Spielern viel zu großen Kaders loszuwerden. Am Samstag wechselte immerhin Noel Futkeu per Leihe zur SV Elversberg. Auf der Streichliste stehen noch Arthur Theate, Michy Batshuayi, Ellyes Skhiri, Jessic Ngankam, Niels Nkounkou und Elye Wahi. Batshuayi könnte alsbald zu Al-Shabab nach Saudi-Arabien wechseln, Skhiri zum 1. FC Köln zurückkehren.
Vor allem dank des äußerst lukrativen Verkaufs von Nathaniel Brown zum FC Bayern (50 Millionen) erwirtschaftete die Eintracht in diesem Sommer bis dato ein deutliches Transferplus. Einnahmen von 77,25 Millionen Euro stehen Ausgaben von 30,3 Millionen gegenüber. Weil die Frankfurter unter Ex-Trainer Albert Riera aber die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb verpassten, muss jedoch insgesamt gespart werden.
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