Jürgen Klopp findet eine öffentliche Diskussion rund um das DFB-Team sehr fragwürdig | Goal.com Deutschland

Dass Joshua Kimmich und Felix Nmecha in den ersten beiden Länderspielen unter Jürgen Klopp noch nicht zufriedenstellend zusammen funktionierten, bringt den neuen Bundestrainer überhaupt nicht aus der Ruhe.
Er verstehe zwar total, dass die Besetzung des Mittelfeldzentrums der deutschen Nationalmannschaft "ein großes Thema ist", mahnte auf der Pressekonferenz am Mittwochabend aber zu deutlich mehr Geduld in der Öffentlichkeit.
"Ich bin seit 25 Jahren Trainer im Fußball und nach fünf Tagen hat in meinem ganzen Leben noch keine Doppelsechs funktioniert. Das geht nicht", betonte Klopp am Tag vor seinem dritten Spiel als Bundestrainer am Donnerstag in München gegen Serbien. Mit Kimmich und Nmecha selbst hätten die logischen Startschwierigkeiten "gar nichts zu tun", so Klopp weiter. "Null. Nada. Die haben auch bei der WM nicht in dieser Konstellation gespielt. Jo hat hinten rechts gespielt und Felix auf der Acht. Er ist auch eine Acht, aber in Momenten ist er eine Sechs."
Zur Geduld während eines Prozesses, den er im DFB-Team anstoßen will, gehöre auch, "dass wir Spieler nicht sofort bewerten. (…) Der Trainer ist neu und bekommt Zeit, aber die Spieler keine mehr. Wie verrückt ist das denn? Dieser Sport funktioniert nur über die Mannschaft - und die müssen wir entwickeln." Klopp stellte klar: "Die Jungs wollen sehr guten und erfolgreichen Fußball spielen - und da werden wir hinkommen. Das Problem ist, dass unsere Entwicklung unter dem Brennglas der Öffentlichkeit stattfindet und jeden Tag bewertet wird."
Sowohl bei seiner Länderspielpremiere in den Niederlanden (1:1) als auch bei der enttäuschenden 0:1-Heimniderlage gegen Griechenland am Sonntag hatte Klopp im Mittelfeldzentrum auf Kimmich als tiefen Sechser und Nmecha als einen der beiden Akteure um den Kapitän herum gesetzt. Die andere Halbposition vor Kimmich hatte in den Niederlanden Nadiem Amiri, gegen Griechenland dann überraschenderweise Länderspieldebütant Bambase Conte eingenommen.
Zu den anfänglichen Problemen unter anderem auf den Sechser- und Achterpositionen zog Klopp dann noch einen bildlichen Vergleich: "Wenn man ein Ballett zusammenstellt - nicht das wir eines wären - und nach vier Tagen sollen die auftreten, dann rennen die sich über den Haufen. Das haben wir nicht getan, um das mal klarzustellen", sagte der 59-Jährige.
Da weder Kimmich noch Nmecha im zweiten Klopp-Kader für die Partien gegen Serbien und am Sonntag in Griechenland stehen und bereits abgereist sind, muss der Bundestrainer sein Mittelfeldzentrum zwangsläufig umbauen. Gegen die Serben könnten Aleksandar Pavlovic, Vitaly Janelt und Florian Wirtz starten.
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