Seit seinem Abgang vom BVB lief fast alles schief: Bei Paris Brunner muss sich dringend etwas ändern | Goal.com Deutschland

Veröffentlicht am 05 Aug 2026 | Lesezeit: 4 MinutenSeit seinem Abgang vom BVB lief fast alles schief: Bei Paris Brunner muss sich dringend etwas ändern | Goal.com Deutschland

Aktuell werden zwar mal wieder die Karten neu gemischt, doch noch so eine Saison kann sich Paris Brunner eigentlich unmöglich leisten. Das ehemalige Top-Talent von Borussia Dortmund, das 2024 zur AS Monaco gewechselt ist und direkt zu Cercle Brügge verliehen wurde, muss mit seinen immer noch erst 20 Jahren endlich regelmäßig spielen.

Das war zuletzt nämlich gar nicht der Fall. Nimmt man es genau, war es dies eigentlich seit seinem Abgang vom BVB nicht. Zählt man beide Jahre zusammen, absolvierte der Mittelstürmer insgesamt 37 Spiele verteilt auf 1327 Einsatzminuten. Das sind knapp 36 Minuten pro Partie oder rund 15 Spiele über 90 Minuten. Über die gesamte Spieldauer stand Brunner in dieser Zeit allerdings nur viermal auf dem Platz.

Besonders verheerend für einen Spieler in seinem Alter: Der gebürtige Dortmunder kam in der abgelaufenen Saison, die er in Monaco verbrachte, nur auf neun Begegnungen. Auch wenn ihn zwischen März und Mai eine Oberschenkelverletzung ausbremste, sind 244 Minuten Spielzeit pro Jahr schlicht viel zu wenig.

Mehr noch: Am 21. September 2025 stand Brunner zuletzt in der Startelf, musste zur Pause aber beim Stand von 1:1 für Ansu Fati in der Kabine bleiben. Das einstige Barcelona-Talent schoss Monaco anschließend mit einem Doppelpack zu einem 5:2-Heimsieg. Im Jahr 2026 steht Brunner bei nur 90 Minuten Spielzeit, darunter 58 im Premier League Cup mit der U21 der Franzosen.

Es fällt schwer, in diesen Bilanzen etwas Positives zu sehen. Dem Vernehmen nach wollte der BVB vor zwei Jahren unbedingt mit Brunner verlängern, ihm aber keine regelmäßige Teilnahme am Profibetrieb garantieren. Brunner wollte mehr und war damals hoch dekoriert: Europameister und Torschützenkönig mit der U17, kurz darauf mit demselben Team Weltmeister und als bester Akteur des Turniers ausgezeichnet - alles aber eben "nur" als Jugendspieler.

Nach langen und zähen Verhandlungen zog Brunner weiter. Die sofortige Leihe nach Belgien - Monaco besitzt seit Mai 2017 die Mehrheitsanteile an Cercle - soll ihm nicht geschmeckt haben. Er wollte sofort im besseren Team mitmachen, was für seinen Ehrgeiz spricht und auch nachvollziehbar ist.

Doch es ist und bleibt letztlich ein riesiger Schritt vom Junioren- in den Seniorenbereich. Auch bei Cercle Brügge, wie sich herausstellte. Brunner kam beim Klub aus Westflandern in seinem ersten Jahr als Profi auf respektable sechs Tore in 28 Partien. Doch er stand nur achtmal von Beginn an auf dem Feld. Zum Stammspieler schaffte er es nicht. Auch damals musste er zwischenzeitlich zwei Monate pausieren - Muskelfaserriss.

Es gibt allerdings auch die andere Seite. Brunner erlebte in Brügge direkt ein Stahlbad. Der Verein kämpfte bis zum Schluss gegen den Abstieg. Es herrschte viel Druck, die Saison war intensiv. Und es gab durchaus auch Highlights: Brunner sammelte in der Conference League erste internationale Erfahrung und verhalf Cercle mit seinem Premierentor beim 1:1 gegen Basaksehir zum Sprung ins Achtelfinale.

Ein großes Problem für einen Youngster in der Entwicklung und im Übergang zum Profidasein: ständig wechselnde Trainer. Brunner kann davon ein Lied singen. Filipe Luis, der Monaco Anfang Juli übernahm, ist sein sage und schreibe achter Coach in den vergangenen zwei Jahren. Das ist gleichbedeutend mit zwei für die jeweiligen Vereine komplizierten Spielzeiten, in denen man als Spieler mit immer neuen Anforderungen - und sei es nur im Detail - klarkommen muss. Dass dies einem Jungspund, der gerade seine ersten Schritte geht, schwerfällt, ist das Normalste der Welt.

Zur Wahrheit gehört im knallharten Verdrängungskampf des Fußballbusiness aber auch: Keiner der sieben Trainer vor Luis, darunter der heutige Schalke-Coach Miron Muslic, der Deutsche Bernd Storck und Frankfurts neuer Übungsleiter Adi Hütter, setzte wirklich auf Brunner und gab ihm mehrere Chancen.

Ob sich das unter Leverkusen-Kandidat Luis ändert, ist sehr fraglich. Mit Spielern wie Folarin Balogun, dem heftig umworbenen Maghnes Akliouche, dem just für 25 Millionen Euro aus Nantes verpflichteten Matthis Abline, Mika Biereth, Fati oder Takumi Minamino ist Monacos Offensive prominent wie stark besetzt. Und die Erwartungshaltung im Umfeld, nachdem man auf einem enttäuschenden Platz sieben nur in den Qualifikations-Playoffs für die Gruppenphase der Conference League landete, groß.

Es ist daher schwer, sich vorzustellen, dass Brunner auch nach Schließung des Transferfensters im Fürstentum bleibt. Der Angreifer, der in der vergangenen Saison zwischen September und November beim seit 2017 bestehenden Einladungsturnier U20 Elite League in vier Länderspielen unter Hannes Wolf acht Tore schoss sowie drei auflegte, benötigt dringend Spielpraxis sowie einen Klub, der zu ihm passt und auf ihn setzt.

Eine Garantie, einen solchen zu finden, gibt es aber nie. Brunner zu transferieren, wird angesichts seiner sehr mageren Einsatzzeit zuletzt ohnehin kein leichtes Unterfangen.

Bis dahin bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich beim nächsten Trainer zu empfehlen. In Monacos erstem Testspiel der Vorbereitung traf Joker Brunner drei Minuten nach seiner Einwechslung innerhalb von 120 Minuten doppelt. Auch gegen seinen Ex-Klub Cercle Brügge im Testspiel traf er nach Einwechslung kurz vor Schluss zum 2:2-Ausgleich.

Die Tendenz stimmt also - vorerst.

Saison

Mannschaft

Pflichtspiele

Tore

Vorlagen

2024/2025

Cercle Brügge (Leihe)

28

6

0

2025/2026

AS Monaco

7

0

0


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