Leandro Paredes kritisiert FIFA für lange Sperre nach Prügel-Eklat im WM-Finale | Goal.com Deutschland

Leandro Paredes hat nach seiner Rekordsperre durch die FIFA aufgrund des Eklats im Anschluss an das WM-Finale zum Gegenschlag ausgeholt. Der Argentinier wirft dem Weltverband Unverhältnismäßigkeit vor. Paredes zeigte sich nach einem Ligaspiel in Argentinien für die Boca Juniors schockiert über das Strafmaß der FIFA und bezog Stellung zum Urteil.
"Das erscheint mir übertrieben. Seltsam ist auch, dass Gavi nur eine Sperre erhalten hat, obwohl er mir den Schlag gegen die Brust versetzt hat. Aber gut, so ist es nun mal. Jetzt müssen wir gegen die Sanktion Berufung einlegen", sagte der Nationalspieler und führte aus: "Die Leute, die sich mit solchen Dingen auskennen, werden sehen, ob sie sie aufheben können. Für mich ist sie überzogen und ich denke, sie kann gemildert werden."
Paredes stand nach der 0:1-Finalniederlage gegen Spanien nach Verlängerungim Zentrum heftiger Handgreiflichkeiten direkt nach dem Schlusspfiff. Nachdem er zunächst mit Eric Garcia aneinandergeraten war und diesen gestoßen hatte, eilte Barcelona-Juwel Gavi herbei, um seinen Teamkollegen zu verteidigen. In der Folge entwickelte sich eine wilde Rudelbildung, bei der Paredes auch gegenüber Gavi handgreiflich wurde.
Der Eskalation auf dem Rasen folgte das juristische Nachspiel. Paredes wurde von der FIFA-Disziplinarkommission mit einer Sperre von zehn Pflichtspielen belegt. Gavi kam dagegen mit einer Sperre von lediglich einem Spiel davon. Zudem kassierte Argentiniens Verteidiger Nahuel Molina eine Sperre von sieben Spielen, nachdem er in der turbulenten Schlussphase Rodri provoziert attackiert hatte.
Zusätzlich brummte die FIFA dem argentinischen Fußballverband AFA eine Geldstrafe in Höhe von 275.000 Euro auf. Grund dafür waren diverse Regelverstöße im Turnierverlauf.
Den größten Fauxpas leistete sich das Team nach dem Halbfinalsieg gegen England. Dort entrollten Führungsspieler wie Lionel Messi, Cristian Romero, Giovani Lo Celso und Lisandro Martinez ein Transparent, auf dem der argentinische Souveränitätsanspruch über die Falklandinseln bekräftigt wurde - politisch hochbrisant und laut FIFA-Kodex streng untersagt.
Der AFA versucht nun, den sportlichen Schaden für die bevorstehenden Aufgaben des Nationalteams so gering wie möglich zu halten. Der Verband erwirkte bei der FIFA bereits eine Sonderregelung: Paredes und Molina dürfen ihre Sperren bei kommenden Testspielen der Kategorie A absitzen und müssen nicht ausschließlich in offiziellen Pflichtpartien zusehen.
Parallel läuft die juristische Gegenoffensive der Argentinier an. Der Verband wartet auf die schriftliche Urteilsbegründung aus Zürich, um formell Einspruch beim FIFA-Berufungsausschuss und notfalls vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einzulegen.
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