Hat Nicolo Tresoldi Italien schon zugesagt oder darf der DFB doch noch hoffen? | Goal.com Deutschland

Die Zukunft von Sturmtalent Nicolo Tresoldi auf Nationalmannschaftsebene macht derzeit Schlagzeilen.
Zunächst hatte die italienische Zeitung Gazzetta dello Sport vermeldet, dass Tresoldi sich für einen Verbandswechsel von Deutschland nach Italien entschieden habe. Demnach soll der Torjäger von Club Brügge, der bisher stets für Junioren-Auswahlteams des DFB auflief und aktuell feste Größe in der deutschen U21-Nationalmannschaft ist, den Italienern bereits seine Zusage erteilt haben.
Der italienische Verband, so die Gazzetta, arbeite nun mit Hochdruck daran, Tresoldis Verbandswechsel rechtzeitig für die im September anstehenden Nations-League-Spiele bei der FIFA einzutüten. Der 22-Jährige, Sohn eines italienischen Vaters und einer argentinischen Mutter, wurde in Cagliari geboren und wuchs zunächst in Italien auf. Erst als 13-Jähriger kam er mit seiner Familie nach Deutschland und wurde fortan bei Hannover 96 ausgebildet.
Sollte die FIFA rechtzeitig grünes Licht geben, wolle Italiens alter, neuer Nationaltrainer Roberto Mancini, der Ende Juli seine zweite Amtszeit bei der Squadra Azzurra angetreten hat, Tresoldi für die Spiele gegen Belgien (25. September), in der Türkei (28. September), in Frankreich (2. Oktober) und zuhause gegen die Türkei (5. Oktober) erstmals in die italienische Landesauswahl berufen.
Muss der DFB eine vielversprechende Zukunftshoffnung für die Neuner-Position also ziehen lassen? Mit seiner starken Entwicklung in Brügge und den guten Leistungen für die U21 (zwölf Tore in bisher 24 U21-Länderspielen) hat sich Tresoldi in den Dunstkreis des A-Nationalteams gearbeitet. Es gilt als gut möglich, dass der neue Bundestrainer Jürgen Klopp den jungen Angreifer für seinen ersten Kader, den er am 17. September verkünden wird, dick auf dem Zettel hat.
Und wie die Bild berichtet, darf Klopp sehr wohl noch darauf hoffen, künftig auf Tresoldi setzen zu können. Dem deutschen Boulevardblatt zufolge soll sich der Youngster nämlich entgegen des Gazzetta-Berichts noch nicht entschieden haben, für welches Land er künftig auflaufen will. Auch eine Zukunft in der DFB-Elf sei demnach weiterhin möglich.
Während Klopp den Neu-Aufbau der deutschen Nationalmannschaft nach dem erneut frühen WM-Aus vorantreiben soll, ist die Gegenwart der Squadra Azzurra bekanntlich noch dramatischer. Das dritte Mal in Folge verpasste der viermalige Weltmeister die WM-Endrunde, scheiterte auch unter 2006er Held Gennaro Gattuso in der Qualifikation. Mancini, der mit dem EM-Titel 2021 für den einzigen echten Lichtblick der letzten zehn Jahre im italienischen Fußball verantwortlich zeichnete, wollen die Italiener nun möglichst schnell wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen.
Tresoldi, der aufgrund der Wurzeln seiner Mutter theoretisch auch für Argentinien spielberechtigt wäre, muss sich nun also entscheiden, bei welchem Neustart er lieber dabei wäre. Der ehemalige Hannoveraner hat eine gute erste Saison in Brügge hinter sich und startete auch herausragend in die aktuelle Spielzeit: In jedem der vier bisherigen Pflichtspiele 2026/27 für den belgischen Topklub gelang ihm jeweils ein Tor.
Längst sollen auch die ganz großen Klubs ihre Fühler nach Tresoldi ausstrecken, unter anderem wurde Borussia Dortmund und Atletico Madrid Interesse nachgesagt. Zuletzt hieß es, dass auch der FC Barcelona ein Auge auf den deutschen U21-Nationalspieler geworfen habe, nachdem mit Julian Alvarez von Atletico Madrid und Lautaro Martinez von Inter Mailand die Wunschlösungen für das Sturmzentrum wohl nicht zu bekommen sein werden.
Laut Gazzetta wirbt der italienische Verband in dem gebürtigen Berliner Matteo Palma derzeit auch intensiv um ein weiteres Talent, das zuletzt in der U16 und U17 für den DFB auflief. Auch der 18-jährige Innenverteidiger von Udinese Calcio, der in der U15 schon mal drei Spiele für Italien absolvierte, soll künftig für die Squadra Azzurra spielen. Ob Palma schon für die anstehenden Länderspiele nominiert werden würde, sei aufgrund seiner aktuellen Muskelverletzung allerdings fraglich.
Zudem, so die Gazzetta, liegt ein Fokus des italienischen Verbandes neben Tresoldi noch auf einem weiteren Talent, dem ein Verbandswechsel angeblich erfolgreich schmackhaft gemacht wurde. So soll der defensive Mittelfeldspieler Alessandro Romano von Cagliari Calcio, in der Schweiz geboren und von U16 bis U20 stets für U-Nationalteams der Eidgenossen aktiv, künftig das italienische Trikot tragen. Laut Gazzetta soll auch der 20-Jährige schon seine Zusage für den Verbandswechsel gegeben haben.
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