Vergiftete Atmosphäre! Ex-BVB-Trainer Edin Terzic muss in Bilbao nicht nur sportlichen Fehlstart meistern | Goal.com Deutschland

"Die Spieler werden sich nicht den Medien stellen. Diese Entscheidung haben die Spieler aufgrund eines internen Problems des Vereins getroffen. Der Trainer, der damit nichts zu tun hat, wird sich dazu nicht äußern." Diese Erklärung gab der Athletic Club unmittelbar vor der Pressekonferenz nach dem 2:0-Heimsieg des FC Barcelona gegen Bilbao am späten Donnerstagabend bekannt.
"Der Trainer", der sich zu den Vorgängen nicht äußern sollte, war Edin Terzic, seines Zeichens seit diesem Sommer neu im Amt beim baskischen Traditionsklub und gleich nach wenigen Wochen mit mehreren Problemen befasst.
So äußerte sich Terzic zur zweiten Pflichtspielniederlage im zweiten Spiel der Saison, nahm die Verantwortung für den Fehlstart auf sich, zeigte sich aber optimistisch und kämpferisch und von den Fähigkeiten seiner Mannschaft überzeugt.
Immerhin: Der Auftakt beim 1:3 zuhause gegen den FC Sevilla war eine herbe Enttäuschung, ein 0:2 bei Hansi Flicks Starensemble, bei dem auch noch Weltmeister und Königstransfer Rodri seinen Einstand gab, wohl verschmerzbar.
Wozu sich der frühere Trainer von Borussia Dortmund nicht äußerte, war der Medienboykott seiner Spieler. Allen voran Spaniens Nationalkeeper Unai Simon, der als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet wurde und interviewt werden sollte, zeigte den Journalistinnen und Journalisten die kalte Schulter.
Der Hintergrund blieb nicht lange verborgen. Wie der Journalist Nico Rodriguez in der Fußball-Talkshow El Chringuito erzählte, hängt bei Athletic der Haussegen gewaltig schief. Der Sparkurs des Präsidenten habe die Spieler erzürnt.
"Grund dafür ist eine Reihe von Einsparungsmaßnahmen, die Präsident Jon Uriarte beschlossen hat und die den Alltag der ersten Mannschaft, aber auch der Nachwuchsabteilung beeinträchtigen", erzählte Rodriguez. "Die Situation eskalierte an dem Tag, an dem der Präsident beschloss, den Spielern die Freikarten zu streichen, mit denen ihre Familienangehörigen und Freunde die Spiele besuchen konnten."
Die Fronten seien verhärtet. Präsident und Spieler, verriet der Journalist Edu Velasco, würden sich "nicht einmal mehr in die Augen schauen. Es ist eine populistische Maßnahme, denn im San Mames gibt es - von wenigen Ausnahmen abgesehen - keine ausverkauften Spiele. Das ist reine Augenwischerei!"
Es habe daraufhin eine Aussprache zwischen Mannschaftsrat und der Geschäftsführung des Klubs gegeben, die allerdings ohne Ergebnis blieb, weshalb die Spieler nun zum Mittel des Boykotts gegriffen hätten.
Im Ringen um die ersten Punkte der Saison haben Bilbao und Terzic am Sonntagabend bei Celta Vigo die nächste Chance. Wann, wie oder ob sich die internen Differenzen lösen lassen, bleibt abzuwarten.
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