Deco rechtfertigt Vorgehen des FC Barcelona im Poker um Atleticos Julian Alvarez | Goal.com Deutschland

Der mögliche Transfer von Julian Alvarez von Atletico Madrid war wohl das Streitthema des Sommers schlechthin, am Ende blieb der Argentinier jedoch in der spanischen Hauptstadt. Barca-Sportdirektor Deco hat nun erstmals einen Einblick hinter die Kulissen gegeben.
"Das meiste, was zu dieser Angelegenheit gesagt wurde, kam über die Medien. Wir haben mit ihnen voller Respekt gesprochen, und sie haben uns von Anfang an gesagt, dass sie ihn nicht verkaufen wollen", erklärte er bei RAC1.
"Man kann nicht immer wieder dasselbe Thema aufmachen. Die Angelegenheit hat mehr mit dem Druck der Medien zu tun als mit der tatsächlichen Realität, und es gibt nichts, was eine Diskussion rechtfertigen würde", so der 49-Jährige weiter.
Aus Madrid hatte es im monatelang schwelenden Transferhickhack immer wieder Giftpfeile in Richtung Katalonien hinsichtlich der Methoden Barcas gegeben, doch Deco verneinte beispielsweise, dass man Alvarez dazu gedrängt habe, seinen Wunsch, Atletico zu verlassen, öffentlich zu äußern.
"Ich kann nicht viel mehr sagen, als es die Realität zulässt", fuhr er fort. "Wir haben ein offizielles und ordnungsgemäßes Angebot unterbreitet. Ich kann nur über meine persönliche Situation sprechen und nicht auf die Details etwaiger Vereinbarungen eingehen, die [zwischen Atletico und Julian Alvarez] getroffen worden sein mögen."
Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, erinnerte er an seine eigene Zeit als Spieler. "Ich kann über meine Erfahrungen als Spieler sprechen", erlkärte Deco. "Der Präsident von Porto, Pinto da Costa, erlaubte mir nicht, nach Barcelona zu wechseln, da er mich bat, noch ein Jahr zu bleiben - unter der Voraussetzung, dass ich mir im folgenden Jahr meinen Verein aussuchen könnte. Ich blieb tatsächlich, und meine einzige Möglichkeit bestand darin, gute Leistungen zu erbringen und auf das folgende Jahr zu warten."
"Nachdem ein Jahr vergangen war, erhielt ich ein Angebot von Chelsea, das finanziell höher dotiert war, aber ich wollte zu Barcelona wechseln, und Pinto da Costa versicherte mir, ich könne meinen Verein frei wählen, also wechselte ich nach Barcelona", merkte er an.
Deco bestritt zudem, dass das Angebot Barcelonas An Atletico eine Zahlung in sechs Raten vorsah. "Nein, als wir das Angebot in Höhe von 100 Millionen Euro unterbreiteten, war darin eine Zahlung über drei Spielzeiten vorgesehen, genau wie es andere Vereine auch tun", sagte er. "Es gibt sogar Vereine, die ihre Zahlungen über fünf Spielzeiten hinweg leisten!"
Anschließend zog er einen Schlussstrich unter jegliche persönliche Fehde mit seinem Atletico-Amtskollegen Mateu Alemany. "Ich habe kein Problem mit Mateu. Ich weiß nicht, ob er ein Problem mit mir hat, denn ich habe ihm nichts zuleide getan", so Deco. "Er hat auf die Angebote, die wir ihm bezüglich Julian unterbreitet haben, nicht reagiert."
Nach dem Abgang von Robert Lewandowski waren die Katalanen lange auf der Suche nach einem Nachfolger, schließlich kam Gabriel Jesus am Deadline Day vom FC Arsenal, wobei sich sogar Trainer Hansi Flick überrascht zeigte.
"Die Diskussion darüber, einen reinen Stürmer zu finden, zieht sich schon etwas hin", bekräftigte Deco. "Es gibt nur wenige reine Stürmer, die diese Rolle gut ausfüllen. Da ist Erling Haaland, und wir hatten den besten, Robert. Und auch Luis Suarez. Nur wenige verfügen über diese Art von Spieler."
Zu Decos Zeit "gab es Eto'o, aber er war kein reiner Mittelstürmer, weil er sich viel bewegte, so wie Raphinha", betonte er. "Jetzt haben wir Paris Saint-Germain, das keinen reinen Mittelstürmer hat. Die Präsenz eines reinen Mittelstürmers bestimmt den Spielstil, und hier hat unser Trainer eine klare Vorstellung davon, wie gespielt werden soll."
Angesichts der starken Offensivleistung - Barca erzielt in den bisherigen fünf Pflichtspielen im Schnitt 4,4 Tore – brauche der Klub aber ohnehin "im Moment keinen Torjäger, denn Raphinha zeigt - ganz im Sinne der Trainerphilosophie - eine hervorragende Leistung", so Deco.
"Gabriel Jesus versteht es, gut mit seinen Mitspielern zu kombinieren und bewegt sich gut, und dann ist da noch Hamza Abdelkarim, der im Strafraum eher einem klassischen Nummer-9-Stürmer ähnelt."
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