Heute jagt er Geld statt Tore: Die fragwürdige Karriere eines Bayern-Schrecks | Goal.com Deutschland

Im Podcast "Charla" wurde Fred nach dem "verrücktesten" Mitspieler seiner Karriere befragt und musste nicht lange überlegen. Seine Wahl fiel auf Jhon Duran. Dem Stürmer, mit dem der Brasilianer einst gemeinsam für Fenerbahce Istanbul spielte, sei "alles egal" gewesen.
Fred untermauerte sein Urteil mit allerhand Anekdoten über den Kolumbianer. Einmal habe er dem Kolumbianer vorgeschlagen, eine Extra-Einheit auf dem Trainingsgelände des türkischen Spitzenklubs zu absolvieren. "Lass uns trainieren, lass uns dort drüben ein bisschen laufen", soll er in Richtung Durans gesagt haben. Dessen Antwort sei daraufhin aber ernüchtern gewesen. "Er antwortete: 'Alter, ich bin doch schon reich - ich muss nicht laufen.' Dann ging er zur medizinischen Abteilung und faulenzte dort herum."
Eine mehr als fragwürdige Einstellung für einen Profi, dem noch die ganz großen Fußballerjahre bevorstehen. Doch Durans Werdegang sorgt für jede Menge Fragezeichen. Dabei begann seine Laufbahn in Europa durchaus vielversprechend. Nachdem er Anfang 2023 von Chicago Fire für rund 30 Millionen Euro zu Aston Villa in die Premier League gewechselt war, machte er sich schnell mit seiner Torgefahr einen Namen. Das bekam auch der FC Bayern München zu spüren, als die Villans im Oktober 2024 Vincent Kompany die erste Pflichtspielniederlage als Trainer des FC Bayern herbeiführten.
Den entscheidenden Treffer erzielte Duran in der Schlussphase, der Manuel Neuer mit einem cleveren Heber überrumpelte. Anschließend hätte er am liebsten die Seiten gewechselt. "Der FC Bayern ist der Verein meiner Träume" und "einer der Vereine, bei denen ich gerne spielen würde", bekundete Duran damals. Ex-Kapitän Emiliano Martinez schwärmte: "Er kann einer der besten Stürmer der Welt sein." Doch in München landete er bekanntlich bis heute nicht. Stattdessen folgte eine regelrechte Odyssee. Allerdings nicht mit dem Ziel, das beste Gesamtpaket aus Umfeld und Erfolg zu finden. Sondern - so scheint es - mit jenem, möglichst viel Geld auf das eigene Konto wandern zu lassen.
Nach zwei Jahren und 20 Toren auf der Insel zog es Duran, obwohl sogar Real Madrid und PSG Interesse gezeigt haben sollen, im Sommer 2025 für satte 77 Millionen Euro zu Al-Nassr und avancierte seinerzeit zum zweitteuersten Transfer Saudi-Arabiens. Cristiano Ronaldos Klub lockte mit einem lukrativen Vertrag bis 2030 und einem geschätzten Jahresgehalt von 20 Millionen Euro. Nur ein halbes Jahr später ging es per Leihe zu Fenerbahce Istanbul.
Kaum angekommen, zog er bereits den Unmut von Jose Mourinho auf sich, weil er den Trainingsauftakt verpasste. "Das ist respektlos. Es gibt klare Regeln und wer sich nicht daran hält, muss mit Konsequenzen rechnen", wurde der Portugiese zitiert. Weil er es sich auch mit Nachfolger Domenico Tedesco schnell verscherzte, brach Duran die Leihe Angang Februar ab. Sein hohes Gehalt verhinderte jedoch einen Verbleib in Reichweite von Europas Spitzenfußball, weshalb er sich bis Sommer an Zenit St. Petersburg verleihen ließ.
Internationale Einsätze waren Duran wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine untersagt. Die Annahme, sein größter Antrieb sei das Geld, verstärkte sich. Auch Fred schlug in diese Kerbe. "Als er zu Zenit wechselte, sagte ich: 'Oh, jetzt wirst du noch mehr Geld verdienen.' Er antwortete: 'Alter, je mehr, desto besser, je mehr, desto besser.'" Duran habe in Unterhaltungen mit dem einstigen Mittelfeldspieler von Manchester United stets betont: "Ich habe bereits mein Leben, das meiner Familie und das von drei Generationen gerettet."
Nach neun Spielen und je einem Tor sowie Assist für Zenit blieb eine Rückkehr in die Wüste nach Saisonende erneut aus. Inzwischen spielt Duran leihweise für Benfica Lissabon. Zurück im Spitzenfußball, aber vorrangig als Reservist, kommt Duran bislang auf zwölf Einsätze und immerhin zwei Treffer.
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