Mega-Umbruch mit dem Pep-Klon: Manchester City muss sich ganz neu erfinden | Goal.com Deutschland

Şu adreste yayınlandı 22 Aug 2026 | Okuma zamanı: 1 dakikaMega-Umbruch mit dem Pep-Klon: Manchester City muss sich ganz neu erfinden | Goal.com Deutschland

Er war nicht mehr da – und doch irgendwie allgegenwärtig. Nach den ersten 90 Pflichtspielminuten der Saison war sein Name weiterhin ein Thema, obwohl er offiziell schon sechs Wochen lang arbeitslos war: Pep Guardiola. Manchester City, der Verein, den er zehn Jahre lang höchst erfolgreich trainiert hatte, war gerade im englischen Supercup, dem Community Shield, mit 0:3 gegen den Meister Arsenal chancenlos untergegangen. Und dann war da dieser große Zettel, den ein City-Fan nach dem Abpfiff hochhielt: "We miss you, Pep", garniert mit einem eher schnell hingekritzelten Logo des Klubs, um den er sich offensichtlich einige Sorgen machte.

Die Botschaft war klar – und sie verdeutlicht wie schwer es City-Coach Enzo Maresca, der Nachfolger Guardiolas, im Etihad haben dürfte. Der Italiener sieht zwar optisch wie ein Pep-Klon aus, doch die Voraussetzungen, dass es ähnlich erfolgreich wie noch unter Guardiola bei den Cityzens weitergeht, sind nicht die besten. Und das Supercup-Finale gegen die Gunners war dafür wohl nur das erste Beweisstück. Denn viele Klubs vollziehen im Sommer einen Umbruch, doch was Man City zwischen der vergangenen und der kommenden Spielzeit veranstaltet hat, ist ein Mega-Umbruch.

Mit Pep Guardiola ist die Erfolgskonstante der vergangenen Dekade nicht mehr mit dabei. Sechsmal wurde er in seiner Zeit in Manchester englischer Meister, 2023 holte er mit dem Team zudem erstmals in der Klubgeschichte den Titel in der Champions League. Seinen Abgang nahmen zahlreiche Stammspieler, Leistungsträger und Superstars zum Anlass, ebenfalls zu gehen – und bei den City-Fans damit viel Wehmut auszulösen.

Bernardo Silva und John Stones verließen City ablösefrei, mit Nathan Ake (Fenerbahce) und Manuel Akanji (Inter) sind zwei Innenverteidiger nicht mehr mit dabei. Für Ersatzkeeper James Trafford gab es von Leeds immerhin 15 Millionen Euro mehr, als noch vor einem Jahr für ihn ausgegeben wurden. Und auch bei Tijjani Reijnders, der nach seinem Wechsel von Milan vor einem Jahr mehr Ergänzungs- als Stammspieler war, sprach wohl vornehmlich das gute Geschäft für seinen Abschied: Al-Qadsiah aus Saudi-Arabien gab 61 Millionen Euro für ihn aus.

Dass mit Rodri auch das Herzstück des Teams England verließ, um sich für 60 Millionen Euro dem FC Barcelona anzuschließen, schraubte die Transfereinnahmen auf insgesamt knapp 200 Millionen Euro. Viel Geld in der Kasse – aber zu welchem Preis? Klar ist, dass Coach Maresca nun viel weniger Erfahrung und wohl auch weniger Qualität zur Verfügung steht, um seine neue Mannschaft zu formen. Die Messlatte liegt dabei trotzdem – siehe Fan-Zettel – sehr hoch: Unter Guardiola wurde City in der Liga zweimal Dritter, zweimal Zweiter und ansonsten immer Meister.

Ist der Titelgewinn auch in der kommenden Saison für die Skyblues möglich? "Keine Chance", lautete das knallharte Urteil von TV-Experte Roy Keane, der natürlich aufgrund seiner United-Vergangenheit immer besonders kritisch mit dem Stadtrivalen ist. Im Podcast The Overlap analysierte er die Besetzungen der Mittelfeldzentrale der traditionellen Top Sechs der Premier League und verglich United, Arsenal, Chelsea, Tottenham und Liverpool mit City. "Das schlechteste Mittelfeld von denen hat Man City", befand Keane – und das war noch, bevor der Reijnders-Abgang in der vergangenen Woche finalisiert wurde.

Rund zwei Drittel des eingenommenen Geldes hat City dabei in genau solch einen Mittelfeldstrategen investiert: Für die überaus stolze Summe von 135 Millionen Euro holte man Elliot Anderson von Nottingham Forest – der drittteuerste Transfer der Liga-Geschichte. Dafür bekommen die Cityzens einen Spieler, der in der vergangenen Premier-League-Saison die meisten Pässe gespielt und die zweitmeisten Kilometer abgespult hat. Aber auch einen Spieler, der sich drei Jahre lang bei Newcastle United nicht durchsetzen konnte, bevor er nach Nottingham weiterzog und dort aufblühte.

Sieht er sich nun als Rodri-Nachfolger? "Ja, der kann ich sein. Ich kann verschiedene Dinge im Mittelfeld machen", beteuerte er vor dem Supercup, der dann ein erster herber Rückschlag war. "Das ist ein richtiger großer Verein, bei dem die besten Spieler spielen", ließ er mit Blick auf seinen neuen Arbeitgeber verlauten – auch wenn das Außenstehende und die eigenen Fans möglicherweise anders sehen. Natürlich: Erling Haaland ist noch da, Spieler wie Gianluigi Donnarumma, Marc Guehi, Rayan Cherki und Jeremy Doku auch.

Doch in den kommenden Wochen und Monaten wird es für Enzo Maresca und sein Team darum gehen, mit guten Leistungen und Ergebnissen dafür zu sorgen, dass nicht mehr so viel über die Leute gesprochen wird, die nun nicht mehr da sind. Los geht es am Sonntag für die Cityzens in der Premier League gegen Bournemouth im eigenen Stadion – das aber jetzt auch an den erfolgreichen Ex-Trainer erinnert: Die Nordseite des Etihad-Stadions heißt ab sofort "Pep-Guardiola-Tribüne".


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