Hitziges Wortgefecht! Michael Olise vom FC Bayern ging auf Schiedsrichter los | Goal.com Deutschland

Michael Olise vom FC Bayern München fühlt sich offenbar von den deutschen Schiedsrichtern benachteiligt. Seiner Meinung nach wird er zu wenig von den Unparteiischen geschützt. Aus einem Bericht der französischen Sportzeitung L'Equipe geht hervor, wonach Olise das Gefühl habe, dass seine Gegenspieler im bisherigen Saisonverlauf teilweise zu aggressiv gegen ihn verteidigen und die Schiedsrichter nicht konsequent genug dagegen vorgehen würden.
Untermauert wird der Bericht mit Szenen aus dem 0:0 gegen den FC Schalke 04. Wie die TV-Kameras einfingen, legte sich der Franzose nach einem Zweikampf mit gleich drei Königsblauen mit Schiedsrichter Robert Schröder an. Olise beschwerte sich derart vehement, dass sogar Harry Kane eingriff und seinen Mitspieler wegzerrte, um eine mögliche Gelbe Karte wegen Meckerns zu verhindern.
In dem kurzen Wortgefecht soll Olise an Schröder appelliert haben, etwas gegen die harte Schalker Gangart zu unternehmen. "Sie müssen konsequenter sein, sonst werde ich am Ende noch massakriert. Sie können nicht einfach nur dastehen und nichts gegen das Verhalten ihrer Verteidiger unternehmen. Sie können nicht alles durchgehen lassen – das geht nicht", soll der 24-Jährige gefordert haben. Laut L'Equipe hat sich Olise in der jüngeren Vergangenheit von den Unparteiischen schon mehrfach im Stich gelassen gefühlt und habe deshalb nicht nur auf Schalke den direkten Austausch gesucht.
Eine derartige Reaktion ist für Olise jedenfalls ungewöhnlich. Der hochveranlagte Offensivspieler tritt abseits des Rasens auffallend zurückhaltend auf, was ihm den Spitznamen "Mr. Nonchalant" eingebracht hat. Ein Begriff, der einen extrem lässigen und zugleich häufig völlig emotionslosen Mann beschreibt.
Seinem Ruf wird Olise insbesondere bei Interviews gerecht. Wie zuletzt auch nach dem 5:0-Sieg über Bodö/Glimt in der Champions League, als er DAZN-Reporter Jochen Strutzky an den Rande der Verzweiflung brachte. Olise hatte auf jede Frage seines Gegenübers äußerst schmallippig und nichtssagend geantwortet.
Die Reaktionen auf das Null-Bock-Interview fielen anschließend gemischt aus, in großen Teilen fand Olise für seinen abermals wortkargen Auftritt aber Zuspruch. Cheftrainer Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl nahmen ihn anschließend sogar in Schutz.
"Michael Olise ist jemand, der Fußball spielen will. Und das nebendran lässt ihn eher kalt. "Das haben wir schon bei seiner Vorstellung vor zwei Jahren gesehen. Nicht jeder Mensch ist gleich", sagte Eberl. Gleichwohl betonte er aber auch: "Wenn wir mal in die Sozialen Medien schauen, dann wird er gefeiert. Weil die Leute einfach sagen: Das ist ein Fußballer, der soll Fußball spielen, der soll Spaß haben. Und die Kiddies identifizieren sich damit eher als vielleicht wir. Für uns ist das Wichtigste, dass er zeigt, was er auf dem Platz kann. Und das macht er brillant."
Kompany hob hingegen hervor: "Darf ich eine Frage an den Journalisten stellen, der die Frage gestellt hat? Sind Sie nicht zufrieden, dass das jetzt viral gegangen ist? Wenn er alle Fragen beantwortet, wie ich das mache, geht nichts viral." Er stellte außerdem heraus, dass Olise sich außerhalb des Rasens stets professionell verhalte: "Sponsoren wollen einfach, dass über ihn gesprochen wird. Und wenn Michael da ist, dann wird über die Sponsoren gesprochen. Wo wir ehrlich sein müssen: Michaels Art hat für keinen Sponsor und für keinen Journalisten schlechten Wert. Auf keinen Fall. Und jeder genießt das. Wir sollten nicht zu viel vermischen."
Am Freitag wartet auf Olise und die Bayern Union Berlin, ehe es in die XXL-Länderspielpause geht. Schiedsrichter ist Benjamin Brand.
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