"Der Trainer wird sowieso in sechs Monaten gefeuert!" Ex-Star vom FC Bayern München attackiert junge Spielergeneration | Goal.com Deutschland

Veröffentlicht am 08 Aug 2026 | Lesezeit: 2 Minuten"Der Trainer wird sowieso in sechs Monaten gefeuert!" Ex-Star vom FC Bayern München attackiert junge Spielergeneration | Goal.com Deutschland

Nach zweieinhalb Jahren hat der frühere Abwehrstar des FC Bayern München und von Juventus Turin OM verlassen, wo er zunächst als Berater und zuletzt anderthalb Jahre als Sportdirektor tätig war. In einem Interview mit dem Magazin France Football machte er die "Mittelmäßigkeit", in der der neunmalige französische Meister und frühere Europacupsieger "versinke" für das Scheitern der gemeinsamen Beziehung verantwortlich.

Aus dem gleichen Grund war im vergangenen Februar Trainer Roberto De Zerbi von seinem Amt zurückgetreten. Die Mittelmäßigkeit sei bei Olympique "leider tief verwurzelt." Er habe Standards setzen wollen, die er als Spieler in seiner Zeit als Profi in Italien und Deutschland kennengelernt habe, doch sei er damit gescheitert.

In einem Gespräch mit der Sporttageszeitung L'Equipe ließ sich Benatia im Besonderen über die aktuelle Generation von Spielern aus.

Dieser attestierte der 39-jährige Marokkaner pauschal einen Mangel an Leidenschaft. Ein Trainer müsse "den richtigen Ansatz finden, um zu ihnen durchzudringen" und wissen, "wie man ihr Ego streichelt, dann sind sie in der Lage, zu laufen und Tore zu schießen."

Wenn man "zu plump" an die Sache herangehe, heiße es: "Ach, was will denn der Trainer überhaupt? Wir haben einen Fünfjahresvertrag, er wird sowieso in sechs Monaten gefeuert!"

Auch Professionalität und ein ausgeprägtes Fehlerbewusstsein sprach Benatia vielen heutigen Profis ab. "Wenn man verliert und es deine Schuld war – egal, ob du der Stürmer bist, der eine hundertprozentige Chance vergibt, oder der Verteidiger, der seinen Mann aus den Augen verliert –, wie viele von ihnen haben tatsächlich ein schlechtes Gewissen deswegen? Sie machen einfach weiter. Nicht alle, wohlgemerkt, aber 80 Prozent."

Benatia macht den Gebrauch von Smartphones und die Sozialen Medien für viele Probleme verantwortlich und verwies darauf, mit seiner Einschätzung nicht allein zu sein.

"Wenn ich mit Sportdirektoren spreche, kommt das immer wieder zur Sprache. Es ist eine neue Generation", sagte er. Wegen der Handys sei "ihre Konzentrationsfähigkeit sehr gering, sogar in Besprechungen", fügte Benatia an und erinnerte an seine Zeit beim FC Bayern und Trainer Pep Guardiola: "Bei Pep hatten wir früher Besprechungen, die fünfundvierzig Minuten dauerten. Wenn man heute eine fünfzehnminütige abhält, hat man das Gefühl, man hätte ihnen das Herz herausgerissen."

Benatia wurde in Frankreich geboren und unter anderem bei OM ausgebildet. Als Profi gewann er Titel mit Bayern und Juve, ehe er seine Karriere 2021 im Alter von 34 Jahren in der Türkei bei Fatih Karagümrük beendete. Nach der Vizemeisterschaft 2024/25 verpasste Marseille als Tabellenfünfter der Ligue 1 das erklärte Saisonziel: die Qualifikation für die Champions League.


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