Julian Brandt noch ohne Assist für Ajax: Die Erklärung für die kuriose Statistik ist simpel | Goal.com Deutschland

Published on 24 Oct 2026 | Reading time: 2 minutesJulian Brandt noch ohne Assist für Ajax: Die Erklärung für die kuriose Statistik ist simpel | Goal.com Deutschland

Klar, Julian Brandt war immer schon ein Spieler, der auch selbst Torgefahr ausstrahlt. Dennoch war der ehemalige Dortmunder und Leverkusener in der Bundesliga eigentlich noch mehr als Assistgeber bekannt. Als jemand, der den tödlichen Pass spielen und seine Stürmer optimal in Szene setzen kann.

Die bisherigen Zahlen in Brandts erster Saison bei Ajax Amsterdam spiegeln das allerdings nicht wider. Ganz im Gegenteil: In den Niederlanden ist der 30-Jährige bis dato zwar als Torschütze überaus erfolgreich, kam in wettbewerbsübergreifend 15 Einsätzen für Ajax schon auf acht Treffer. Ein Assist taucht auf Brandts Konto in 2026/27 allerdings noch nicht auf.

Während die für Brandt'sche Verhältnisse ungewöhnlich hohe Torquote sicherlich zu einem Teil auch darin begründet liegt, dass das Niveau in Eredivisie und Conference League schlichtweg nicht so hoch ist wie in Bundesliga und Champions League, fragt man sich durchaus: Warum hat der Kreativkopf, der im Ajax-typischen 4-3-3 den offensivsten der drei Mittelfeldspieler gibt, bisher noch kein einziges Tor vorbereitet? Ist er inzwischen etwa mehr Torjäger als Assistgeber?

Nein, das wäre ebenso oberflächlich wie falsch. Stattdessen ist die Erklärung für die überraschende Statistik ziemlich simpel: Brandt versteht es zwar auch bei Ajax bestens, seine Mitspieler vor dem Tor in Szene zu setzen. Die bekommen es bis dato aber schlichtweg nicht auf die Kette, Brandts Zuspiele in Zählbares umzumünzen.

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Allen voran Marcos Leonardo, im Sommer mit großen Vorschusslorbeeren für knapp 20 Millionen Euro von Al-Hilal verpflichtet, ist da zu nennen. Schon zahlreiche Male brachte Brandt den Brasilianer in Eins-gegen-Eins-Situationen mit dem gegnerischen Torhüter, Leonardo machte aus den Großchancen dann allerdings nie etwas - und ist damit nicht allein, aktuell benötigen die Amsterdamer zu viele Gelegenheiten, um zu treffen, sind bei weitem nicht effektiv genug.

Kurzum: Brandt hätte bei mehr Kaltschnäuzigkeit seiner Mitspieler ganz sicher schon den einen oder anderen Assist auf der Habenseite. Beim 1:1 gegen NEC Nijmegen am 8. Spieltag beispielsweise kreierte der 48-malige deutsche Nationalspieler satte acht Torchancen und damit mehr als alle anderen Ajax-Akteure zusammen, die insgesamt auf lediglich deren fünf kamen. Zudem ist er in der bisherigen Eredivisie-Saison der mit Abstand beste Spieler seiner Mannschaft, was das Kreieren von Chancen angeht.

Die Assists werden also zwangsläufig kommen. Und ohnehin ist Brandt, der bei Borussia Dortmund keinen neuen Vertrag mehr bekam und daher im Sommer in den Niederlanden anheuerte, bei seinem neuen Verein schon bestens angekommen. Er trifft, er dirigiert, er begeistert die Zuschauer mit technischen Leckerbissen und bereits mehreren Traumtoren.

Brandt hat sogar Chefkritiker Rafael van der Vaart überzeugt, der ihm zu Beginn noch skeptisch gegenüber stand. Mittlerweile adelt die Vereinslegende den deutschen Neuzugang als "besten Spieler von Ajax", was Brandt allerdings nicht sonderlich interessiert: "Letztes Mal, als er noch eine andere Aussage getätigt hat, wurde ich auch viel konfrontiert damit. Ich weiß nicht, ich bin da immer so: 'Lass mich einfach in Ruhe mit dem Mist'", meinte Brandt im Podcast 'Spielmacher'.


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