Hat Fußball-Legende Samuel Eto'o Geld veruntreut? | Goal.com Deutschland

Published on 11 Sep 2026 | Reading time: 2 minutesHat Fußball-Legende Samuel Eto'o Geld veruntreut? | Goal.com Deutschland

Samuel Eto'o soll rund 568.000 Euro Verbandsgelder aus Russland auf sein Privatkonto umgeleitet haben. Das berichtet The Times.

Unterlagen und Verträge, die der Zeitung vorliegen, offenbaren demnach zwei Zahlungsaufforderungen in Höhe von rund 455.000 Euro sowie 113.000 Euro. Die Überweisungen seien direkt an die Qatar National Bank in Doha auf das persönliche Konto des 45-jährigen Funktionärs geflossen. Das Geld stammte aus der Antrittsgebühr für ein Testspiel zwischen der russischen Nationalmannschaft und Kamerun, das im Oktober 2023 in Moskau ausgetragen wurde.

Weil Russland nach Beginn des Ukraine-Kriegs von sämtlichen offiziellen Turnieren der FIFA und UEFA ausgeschlossen wurde, besaß die Begegnung erhebliche politische Brisanz. Kamerun trat als eine der wenigen namhafteren Nationen überhaupt gegen die Auswahl des Gastgebers an.

Mehrere ehemalige Vorstandsmitglieder des kamerunischen Fußballverbands Fecafoot, die Eto'o nach eigener Aussage gezielt aus ihren Ämtern gedrängt hatte, erhoben schwere Vorwürfe. Sie erklärten, dass der Verbleib der Summe unaufgeklärt sei. Bereits vor über einem Jahr forderten sie das Ethikkomitee des Weltfußballverbands in einer formellen Beschwerde auf, die Vorgänge zu untersuchen, erhielten aber bis heute keinerlei Rückmeldung.

Dieses anhaltende Schweigen nährt im kamerunischen Verband den Verdacht, dass der Ex-Profi von FIFA-Präsident Gianni Infantino geschützt werden könnte. Eto'o gilt seit Langem als einer der lautstärksten Fürsprecher des Schweizer Funktionärs. Zuletzt tauchte der Name des einstigen Weltklasse-Stürmers in den juristischen Schritten der FIFA gegen die UEFA auf, wo er namentlich als Unterstützer von Infantinos gescheitertem Vorhaben aufgeführt wird, Anteile an Weltmeisterschaften an private Investoren zu veräußern.

Die FIFA wies jegliche Einflussnahme energisch zurück und betonte die Eigenständigkeit der internen Ermittler: "Der FIFA-Präsident hat keinen Einfluss auf die unabhängigen FIFA-Gremien. Die FIFA begrüßt legitime Kontrollen. Diese Kontrollen sind jedoch keine Lizenz, unbegründete Anschuldigungen gegen den FIFA-Präsidenten zu verbreiten."

Kritiker vor Ort äußern sich dennoch skeptisch. Der Journalist Guibai Gatama, der zwischen 2021 und 2022 der Fecafoot-Führung angehörte und später ausgeschlossen wurde, sagte: "Meines Wissens gibt es keine Buchhaltungs- oder Bankunterlagen, die belegen, dass die auf Samuel Eto’os Privatkonto in Katar überwiesenen Gelder anschließend auf ein offizielles Konto von Fecafoot transferiert oder in deren Buchhaltung erfasst wurden." Er ergänzte: "Die Akteure im kamerunischen Fußball interpretieren das Schweigen der Fifa als politische und institutionelle Unterstützung für Samuel Eto'o."

Der Beschuldigte, der den Vorwurf der Veruntreuung bestreitet, verbirgt seine enge Bindung zum FIFA-Chef keineswegs. In einem Interview mit France 24 schwärmte Eto'o kürzlich: "In meinem Herzen ist Präsident Gianni weit über die Welt des Fußballs hinaus zu einem Bruder, einem großen Bruder, einem Freund geworden, jemandem, dessen Aufstieg wir mitverfolgt haben, jemandem, den wir unterstützt haben, mit dem wir gemeinsam Dinge aufgebaut haben, die dem Fußball dienen."

Der viermalige afrikanische Fußballer des Jahres hatte in seiner aktiven Zeit unter anderem für Real Madrid, Chelsea und Everton gespielt. Seine glanzvollste Ära erlebte er jedoch beim FC Barcelona, wo er gemeinsam mit Lionel Messi und Thierry Henry ein herausragendes Sturmtrio bildete, sowie bei Inter Mailand. Während seiner Laufbahn sammelte er zwei Champions-League-Titel und zahlreiche nationale Meisterschaften.


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