Konkurrenz belebt das Geschäft: Ein Seuchenvogel ist beim FC Bayern der heimliche Gewinner des Saisonstarts | Goal.com Deutschland

Published on 15 Sep 2026 | Reading time: 3 minutesKonkurrenz belebt das Geschäft: Ein Seuchenvogel ist beim FC Bayern der heimliche Gewinner des Saisonstarts | Goal.com Deutschland

Trotz Lennart Karls Führungstor Mitte der ersten Halbzeit tat sich der FC Bayern am Sonntag gegen Aufsteiger SV Elversberg lange sehr schwer. Die Quittung war der Ausgleich in Minute 61, worauf Trainer Vincent Kompany mit einem Vierfachwechsel reagierte - und der zeigte Wirkung. Plötzlich drehten die Münchner auf, erspielten sich Chance um Chance und trafen durch Harry Kane zum Sieg.

Gekommen waren Leader Joshua Kimmich, die Wirbler Jamal Musiala und Luis Diaz - sowie Alphonso Davies. Der 25-jährige Kanadier belebte die linke Seite und traf kurz vor Schluss beinahe zum 3:1. Nach einem Assist gegen den VfB Stuttgart und seinem sehenswerten Treffer gegen FK Bodö/Glimt wäre es bereits sein dritter Scorerpunkt der noch jungen Spielzeit gewesen. Aber auch so geht Davies beim FC Bayern als heimlicher Gewinner des Saisonstarts durch. Und das kommt durchaus überraschend.

Aufgrund der Sommer-Verpflichtung von Nathaniel Brown für 50 Millionen Euro Ablöse von Eintracht Frankfurt sieht sich Davies beim FC Bayern mit einer neuen Situation konfrontiert: Erstmals seit seinem großen Durchbruch 2020 ist er nicht mehr unumstrittener Linksverteidiger Nummer eins, tatsächlich startete er sogar eher als Außenseiter in den Konkurrenzkampf mit dem Neuzugang und galt bisweilen sogar als Verkaufskandidat.

Diese komplizierte Situation war die logische Konsequenz der vergangenen Jahre. Davies stagnierte lange, bekam Anfang 2025 aber dennoch eine lukrative Vertragsverlängerung. Kolportiertes Grundgehalt: 15 Millionen Euro, das durch Boni noch deutlich ansteigen kann. Handgeld: 22 Millionen Euro. Kurz darauf riss er sich das Kreuzband und fiel ein Dreivierteljahr aus. Anschließend strauchelte er mit wiederkehrenden gesundheitlichen Problemen. Sportliche Leistungen und Verdienst passten nicht mehr zusammen. 

Wegen eines Muskelbündelrisses fehlte Davies im Endspurt der vergangenen Saison und spielte bei der langersehnten Heim-WM nur 16 Minuten für Kanada. Abermals angeschlagen kehrte er nach München zurück, trainierte zunächst individuell und stand bei allen Testspielen zusammengerechnet nur 66 Minuten auf dem Platz. Neuzugang Brown spielte sich derweil mit guten Leistungen in den Fokus und bewies dabei auch seine Variabilität.

Aufgrund personeller Not in der Offensive begann Brown beim 2:1-Sieg im Supercup gegen Borussia Dortmund auf der Zehn und erzielte das wegweisende Führungstor. Als Linksverteidiger agierte Josip Stanisic, den Davies im Laufe der zweiten Halbzeit ersetzte. 

Wie auf allen Positionen rotierte Trainer Vincent Kompany seitdem auch links hinten munter durch, den insgesamt besten Eindruck aller Kandidaten machte dabei Davies. Tatsächlich sammelte er in den sechs Pflichtspielen zusammengerechnet sogar mehr Einsatzminuten als Brown und Stanisic. 

Als durchaus wegweisend darf sein Startplatz beim Champions-League-Auftakt gegen Bodö/Glimt angesehen werden, als Kompany insgesamt seine vermeintlich beste Elf aufbot. Brown saß derweil 90 Minuten lang auf der Bank. Aufgrund des engen Spielplans werden sämtliche Spieler auf ihre Einsatzminuten kommen. Wer in den absoluten Topspielen links hinten beginnt, ist Stand jetzt noch nicht absehbar. Fest steht aber: Der neue Konkurrenzkampf scheint Davies nicht zu hemmen, sondern zu beflügeln.

Ähnlich wie Brown auf der Zehn könnte übrigens auch Davies im Laufe der Saison weiter vorne zu Einsätzen kommen. Seit der Leihe von Arijon Ibrahimovic zum FC Augsburg fehlt ein klarer Ersatz für Luis Diaz auf dem linken Flügel. Eine Position, die Davies für die kanadische Nationalmannschaft schon öfter bekleidet hat.


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