Nach Eklat bei der WM: Jürgen Klopp meldet sich noch einmal zu Julian Nagelsmann zu Wort | Goal.com Deutschland

Nach seinem entglittenen TV-Kommentar über Julian Nagelsmann hat sich der neue Bundestrainer Jürgen Klopp noch einmal über seinen 39-jährigen Vorgänger geäußert.
"Es gab seit der WM keinen Austausch. Ich weiß jetzt nicht, inwieweit ich den brauche, möchte ich noch sehen und entscheiden. Ich respektiere Julian Nagelsmann total. Der Tag mit dem 'noch' war einer der schlechteren meines Lebens. Darauf hätte ich gerne verzichtet", sagte Klopp bei seiner Vorstellung als Bundestrainer am Freitag in Frankfurt.
Der 59-Jährige führte aus: "Ich habe mich entschuldigt, das hat er akzeptiert. Anschließend hat er mir noch zum Geburtstag gratuliert, der ja auch während der WM war. Ich glaube da liegt nichts im Argen. Ich wünsche ihm nur das Beste. Wenn es irgendwann die Zeit gibt, werde ich nochmal mit ihm sprechen. Aber heute ist wahrscheinlich auch für Julian ein guter Tag, dass das Kapitel jetzt abgeschlossen ist und es für ihn weitergeht. Er wird dafür ganz viele Möglichkeiten haben, da bin ich mir ganz sicher."
Nach der Begegnung des DFB-Teams bei der WM gegen Curacao, die mit einem klaren 7:1-Erfolg endete, ergriff Klopp das Wort am Mikrofon. Zum Zeitpunkt dieser Aussagen war das offizielle Interview mit Nagelsmann bereits beendet. Der frühere Erfolgscoach nutzte den Moment, um Missverständnisse auszuräumen und sich explizit an die Spitze der Nationalmannschaft zu richten.
"Die Zeit müssen wir noch haben. Da wir so viel über das Team gesprochen haben: Thomas und ich fühlen uns auch als Part des Teams, inoffiziell. Wir sind auf eurer Seite", betonte Klopp. Im Zuge des Auftaktsiegs gegen den Außenseiter versuchte Klopp damals energisch, die aufgekommene Unruhe einzudämmen. Nagelsmann selbst nahm die öffentlichen Ausführungen seines Gegenübers schweigend zur Kenntnis.
"Das Unwort meines Jahres habe ich bereits gefunden: Das ist 'noch'. Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber es war schon zu spät und ich war im Fernsehen. Es ist flapsig rausgerutscht und hat gar keine Relevanz. Ich werde übermorgen 59 - und bin immer noch dämlich", urteilte er selbstkritisch.
Auslöser der Aufregung war eine Sequenz während des WM-Eröffnungsspiels. Klopp agierte im Rahmen der Übertragung als TV-Experte für den Anbieter MagentaTV.
Mit Blick auf die Aufstellung der deutschen Auswahl spottete er verbal: "Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf - noch. Noch." Experten-Kollege Thomas Müller konterte den spitzfindigen Satz umgehend: "Kloppo, es ist erst Juni! Du bist schon im September."
Um weiteren Spekulationen vorzubeugen, stellte der gebürtige Stuttgarter am Ende der Sendung nochmals sein persönliches Anliegen klar. "Wir sind komplett auf eurer Seite. Nichts kommt von uns, was den Ablauf stören soll", sagte Klopp.
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