Ein Mega-Talent von Bayer Leverkusen wird einen neuen Transfer-Rekord aufstellen | Goal.com Deutschland

Публикувано на 30 Jul 2026 | Време за четене: 4 минутиEin Mega-Talent von Bayer Leverkusen wird einen neuen Transfer-Rekord aufstellen | Goal.com Deutschland

Bei Bayer Leverkusen sind am Montag die Spieler ins Training eingestiegen, die einen längeren Urlaub machen durften, weil sie noch bei der WM im Einsatz waren. Ein Kicker wird die Aufgaben und Einheiten jedoch nur in stark dosierter Form absolvieren – denn schließlich soll ein Rekordtransfer auf den letzten Metern nicht noch durch eine Verletzung gefährdet werden.

"Er ist Montag beim Auftakt der WM-Fahrer dabei", sagte Bayer-Sportchef Simon Rolfes der Bildund meinte Kerim Alajbegovic. Dass der 18-jährige Bosnier allerdings auf lange Sicht bei der Werkself bleibt, ist mittlerweile maximal unwahrscheinlich, denn sein millionenschwerer Wechsel in Folge eines Wettbietens soll schon feststehen.

Der FC Chelsea war angeblich bereit, die höchste Summe für Alajbegovic auf den Verhandlungstisch zu legen: 40 Millionen Euro haben die Blues laut Bild für den offensiven Mittelfeldspieler geboten. Ein Betrag, der den Leverkusener Vorstellungen entspricht – und der ein Rekordtransfer in der Bundesliga wäre: Nie kaufte oder verkaufte ein Klub aus der höchsten deutschen Spielklasse einen U19-Spieler für mehr Geld. Die bisherige Bestmarke hält der FC Bayern München, der 2016 rund 35 Millionen Euro für Renato Sanches an Benfica überwies.

Der Clou – oder das Verrückte – aus Bayer-Sicht ist dabei, dass Alajbegovic noch keine einzige Profiminute für den Verein absolviert hat. Die Leverkusener verlieren also nicht einen Leistungsträger, sondern nur ein Versprechen, eine Hoffnung auf eine glänzende Zukunft. "Kerim hat eine unglaubliche Entwicklung gemacht. Er ist extrem ehrgeizig und hat sich erstaunlich schnell weiterentwickelt", sagte Rolfes bei Sport1.

Genau das war auch der Leverkusener Plan, als der Verein seinen Jugendspieler Alajbegovic im vergangenen Sommer nach Salzburg ziehen ließ. Zwei Millionen Euro zahlten die Österreicher – aber für acht Millionen Euro sicherte sich die Werkself eine Rückkaufoption. Und schon nach einem halben Jahr war allen bei Bayer klar, dass sie diese Option ziehen werden. Zu stark trumpfte Alajbegovic in Salzburg auf, auch wenn es für ihn leichte Anlaufprobleme gab: "Am Anfang war es schon schwierig: Ich war anderthalb Monate im Hotel, da war ich sehr alleine", gestand er den Salzburger Klubmedien.

Als er Anschluss knüpfte, lief es auch auf dem Platz: 13 Tore und vier Vorlagen lieferte Alajbegovic in 44 Pflichtspielen für die Österreicher, sodass er am Ende seiner Zeit in Salzburg resümieren konnte: "Es war die beste Entscheidung, hierhin zu kommen." Nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch sei er gereift, sagte Alajbegovic und lieferte offenherzig auch ein Beispiel für seine persönliche Entwicklung: "Ich bin jemand, der sehr ungerne verliert. Ich hasse es wirklich. Manchmal bin ich dann sehr aggressiv – und mir wurde dann auch beigebracht, dass ich Ruhe bewahren soll."

Der Zwischenschritt führte ihn nun in dieser Woche wieder nach Leverkusen, wo er sich als fast schon gestandener Profi und WM-Teilnehmer zurückmeldet. "Bevor ich nach Salzburg kam, war ich noch ein Junge", gestand Alajbegovic, doch das ist inzwischen Geschichte. Die Leistungen in der vergangenen Saison haben nicht nur dazu geführt, dass Bayer die Rückkaufoption zog, sondern auch dazu, dass zahlreiche andere Klubs ihn auf dem Wunschzettel haben. Dazu kamen noch die Auftritte des 18-Jährigen für die Nationalmannschaft Bosniens, für die der bislang jüngste Debütant war.

In den WM-Playoffs spielte er bei den Erfolgen gegen Wales und Italien eine entscheidende Rolle – und bei der WM trumpfte er ebenfalls auf, inklusive Traumtor gegen Katar. "Er hat eine außergewöhnliche Schusstechnik, auch außerhalb des Sechzehners. Das macht ihn wirklich besonders", schwärmte Rolfes.

Dass ausgerechnet Chelsea hinter Alajbegovic her ist, dürfte kein Zufall sein: An der Stamford Bridge hat Xabi Alonso auf der Trainerbank übernommen – und der kennt den Youngster noch aus seiner Leverkusener Zeit. Unter dem Spanier rutschte Alajbegovic schon mehrfach in den Spieltagskader, nur zu einem Kurzeinsatz reichte es damals noch nicht. Die Qualitäten des Bosniers hat Alonso mit Sicherheit noch vor Augen – und die wären Chelsea nun angeblich 40 Millionen Euro wert gewesen.

Denn dass es allerdings tatsächlich auch zum Wechsel zu den Blues kommt, ist mittlerweile durchaus unwahrscheinlich. Denn Chelsea holte für schlappe 127 Millionen Euro gerade Morgan Rogers von Aston Villa für die Alajbegovic-Position im offensiven Mittelfeld. Deshalb soll sich Alajbegovic genau mit den Chelsea-Plänen beschäftigen, die vorsehen könnten, dass er noch einmal direkt nach dem Transfer zu einem anderen Klub verliehen wird - etwa zu Racing Strasbourg, das wie Chelsea zur Blue-Group gehört. Etwas, das er Medienberichten zufolge zuvor eigentlich für sich ausgeschlossen hatte.

Und genau das hat nun dem Vernehmen nach Juventus Turin zurück ins Rennen um den Bosnier. In den vergangenen Tagen haben die Italiener die Favoritenrolle im Poker um den Alajbegovic übernommen, Sky berichtet sogar bereits von einer Einigung aller Parteien. Für 33 Millionen Euro Sockelablöse soll der 18-Jährige zur Alten Dame wechseln, darüber hinaus könne sich die Werkself auf Bonuszahlungen freuen, welche die Gesamtsumme auf die von Chelsea angeblich gebotenen 40 Millionen Euro anwachsen lassen würde.

Vor allem soll Juve damit werben, dass man Alajbegovic sofort für die Stammelf eingeplant habe, was ihm auch schon persönlich vermittelt worden sei. Laut Sky seien lediglich noch letzte Details zu klären, ehe ein Vollzug vermeldet werden könne. Am Ende ist es aber ganz egal, ob Chelsea, Juve oder ein weiterer Verein, der sich unter Umständen noch in den Transferpoker einmischt, das Rennen macht.

Ziemlich klar ist nämlich jetzt schon: In der Bundesliga wird es einen Rekordtransfer geben.


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