Erinnerungen an Krevin Großkreutz: Hat Jürgen Klopp seinen idealen Spieler für das Kimmich-Problem gefunden? | Goal.com Deutschland

Публикувано на 04 Aug 2026 | Време за четене: 4 минутиErinnerungen an Krevin Großkreutz: Hat Jürgen Klopp seinen idealen Spieler für das Kimmich-Problem gefunden? | Goal.com Deutschland

Am 24. Juli war es so weit: Unter riesigem Medien-Interesse wurde Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer vorgestellt. Die desaströse WM unter seinem Vorgänger Julian Nagelsmann mit dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay sollte schnell abgehakt werden, Klopp versprühte Zuversicht und verkündete, dass er nicht nur die Nationalmannschaft, sondern vielleicht sogar das ganze Land wieder in die Spur bringen wolle. Dazu bedarf es seiner Ansicht nach einer gemeinsamen Kraftanstrengung - und frischen Ideen für das DFB-Team, das bei den großen Turnieren zuletzt zumeist hart enttäuschte. "Ich habe 57 Feldspieler, die ich mir angucke", verriet Klopp - und einer davon dürfte mit Sicherheit Philipp Treu sein.

Denn der 25-Jährige vom SC Freiburg dürfte nicht nur qua Position besonders interessant für den neuen Bundestrainer sein: Treu baute seine Karriere Schritt für Schritt behutsam auf und ist inzwischen unumstrittener Stammspieler beim Sport-Club, der in der kommenden Saison zum zweiten Mal in Folge international vertreten sein wird. Die Europa-Reise führte die Freiburger mit Treu in der vergangenen Spielzeit immerhin bis ins Europa-League-Finale gegen Aston Villa. Die Qualität, um zumindest ein heißer Kandidat für die DFB-Elf zu sein, hat Treu - und er ist Rechtsverteidiger. Und damit genau auf einer der Positionen zu Hause, die bei den Bundestrainern der jüngeren Vergangenheit meist für Kopfzerbrechen gesorgt haben.

"Wir haben auf der Außenverteidigerposition nicht allzu viel Auswahl in Deutschland", ordnete Treu im kicker die Konkurrenzsituation für sich realistisch ein. Die sehr eingeschränkte Auswahl führte unter Julian Nagelsmann dazu, dass der mal wieder Joshua Kimmich nach rechts hinten beorderte, obwohl der DFB-Vizekapitän beim FC Bayern München ausschließlich im defensiven Mittelfeld ran darf. Als es gegen Paraguay schließlich nicht lief, wurde Kimmich von seinem Posten abgezogen und in die Zentrale versetzt, wo ihn Fans, Mitspieler und Experten ohnehin viel lieber sehen.

Aufgrund der fehlenden Rechtsverteidiger-Optionen war das aus Nagelsmanns Sicht zuvor nicht möglich - aber genau diese Alternative könnte sich für Jürgen Klopp nun mit Philipp Treu auftun. "Das ist kein Geheimnis, dass es ein Traum von mir wäre, irgendwann mal mit dem Adler auf der Brust einzulaufen", gestand Treu bei Sky.

Der Freiburger ähnelt dabei in gewisser Weise einem ehemaligen BVB-Schützling, den Klopp erst groß gemacht hatte: Kevin Großkreutz. Der musste, als Not am Mann war, bei den Dortmundern in der Saison 2013/14 als gelernter Offensiver auf einmal hinten rechts ran und machte seine Sache dermaßen gut, dass er sogar für die WM in Brasilien nominiert wurde, auch wenn er beim Turnier von Bundestrainer Jogi Löw nicht gebracht wurde. Mit viel Einsatz, unermüdlichem Laufen und einer starken Physis glänzte nicht nur Großkreutz unter Klopp bei den Schwarz-Gelben, sondern auch Philipp Treu im vergangenen Jahr beim Sport-Club. Eigenschaften also, die der neue Bundestrainer allem Anschein nach auf dieser Position sehr schätzt.

"Ich weiß, dass mir bis zur Nationalmannschaft noch ein Stück fehlt", meinte Treu Ende März im kicker, doch mittlerweile dürfte sich der Abstand weiter verringert haben. Vor dreieinhalb Jahren war für Treu das Trikot mit dem Adler auf der Brust noch ein fast unerreichbarer Traum: Als Kapitän spielte er zwar für den Sport-Club - allerdings nur für die zweite Mannschaft in der 3. Liga.

Als es im Sommer 2023 dann darum ging, wie es für ihn weitergeht, entschied sich Treu dagegen, als ein Ergänzungsspieler mit wenig Aussicht auf Spielzeit in den Bundesliga-Kader aufzurücken, sondern für einen Abgang: Für 500.000 Euro wechselte er zum FC St. Pauli in die 2. Bundesliga. Der nächste Schritt nach oben, wohlüberlegt, mit Bedacht gewählt. Mit den Hamburgern stieg er sofort auf und verbrachte auch noch die Saison 2024/25 in der Bundesliga, in der St. Pauli den Klassenerhalt schaffte.

Als Bundesliga-Spieler folgte 2025 der nächste Schritt - und der führte ihn zurück nach Freiburg. "Philipp hat eine tolle Entwicklung genommen und wir freuen uns total über seine Rückkehr", sagte SCF-Sportdirektor Klemens Hartenbach. Für den in der eigenen Jugend ausgebildeten Treu legten die Freiburger 5,5 Millionen Euro auf den Tisch, das Elffache der Summe, die sie zwei Jahre zuvor für ihn kassiert hatten. Es sollte eine lohnende Investition sein, denn inzwischen ist der Marktwert des 25-Jährigen bei 15 Millionen Euro angelangt. "Wie es in den letzten Monaten gelaufen ist, freut mich extrem, aber ich bin immer hungrig", sagte Treu dem kicker.

Und genau diesen Hunger will, so hat es die Vergangenheit mehr als deutlich gezeigt, der neue Bundestrainer Jürgen Klopp bei seinen Spielern sehen. Das dürfte ab sofort bei der Nationalmannschaft nicht anders sein. Da Philipp Treu auch noch das Problem auf der Rechtsverteidiger-Position lösen kann, wäre es keine große Überraschung, wenn er im September den nächsten Schritt machen kann, seinen Traum vom Einsatz DFB-Team zu verwirklichen. Dann nominiert Jürgen Klopp seinen 26-Mann-Kader für die anstehenden Aufgaben in der Nations League - und Philipp Treu ist ein heißer Kandidat für einen der Plätze.


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