Verletzungspause nochmal viel länger? Nico Schlotterbeck gibt beim BVB Rätsel auf | Goal.com Deutschland

Nico Schlotterbeck liebt brüllende Motoren und den heißen Millimeter-Kampf Reifen an Reifen - aber das Gewusel in der Formel-1-Boxengasse wäre dann doch eher nichts für ihn. "Es ist schon krass", sagte der deutsche Fußball-Nationalspieler zwischen Tarzankehre und Hugenholtzkurve als Gast des Audi-Teams in Zandvoort: "Ich mag schon, dass die Kabine auch die Kabine bleibt im Fußball. Dass man seine Ruhe hat."
Schlotterbeck selbst, der sich mit seinen mehr als 1,90 m wohl dreifach in ein Renn-Cockpit falten müsste, hatte zuletzt mehr Ruhe, als ihm lieb sein kann. Mehr als neun Wochen nach seinem Innenbandriss im linken Sprunggelenk im zweiten WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste ist ein Comeback immer noch nicht in Sicht. Und dazu hat er anscheinend mit falschem Ehrgeiz seinen Teil beigetragen.
"Es ist einfach eine langwierige Geschichte", sagte der Abwehrchef von Borussia Dortmund am Sonntag bei Sky. "Das war nicht ohne bei der WM. Ich dachte am Anfang, es wäre nicht so schlimm, habe dann noch weitergespielt." Das war wohl der Fehler: Umgeknickt war er nach 14 Minuten, auswechseln ließ er sich in Toronto erst zur Halbzeitpause, obwohl er sichtlich angeschlagen war.
Wann aber wird er wieder spielen können? Das erscheint offen, obwohl beim BVB mit dem Supercup gegen Bayern München (1:2) eine neue Dringlichkeit entstanden ist. Ramy Bensebaini sah einerseits die Rote Karte und wird wohl eine Pokal-Sperre erhalten, andererseits wurde er ins Krankenhaus gefahren: Er hatte das Knie eines Mitspielers schmerzhaft in die Rippen bekommen. Die Diagnose steht aus, mutmaßlich handelt es sich aber um eine Rippenprellung.
Die Personaldecke ist dünn, Schlotterbeck würde als Führungsfigur und erster Aufbauspieler dringend gebraucht. Aber, sagt er, Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. "Wir müssen von Tag zu Tag schauen. Wir probieren, das gut zu verheilen und gute Arbeit zu liefern, mit den Physios und den Reha-Trainern", betonte er. "Dann glaube ich, dass es nicht mehr so lange dauert."
Was "nicht mehr so lange" wohl bedeutet? Das weiß auch Ole Book nicht. Der Sportdirektor lehnte zuletzt eine Glaskugel-Prognose ab. "Selbst für sehr erfahrene Mediziner und unsere Rehatrainer ist es sehr schwierig, in die Zukunft zu schauen", sagte er. Er selbst könne das "ganz sicher" nicht, sehe Schlotterbeck aber in der Reha "voll motiviert".
Von Mannschaftstraining kann allerdings noch keine Rede sein. Schlotterbeck "dürfte sein Comeback daher wohl erst nach der Länderspielpause Anfang Oktober geben", schrieben am Montag die Ruhr Nachrichten. Das würde eine Pause von mindestens weiteren fünf bis sechs Wochen bedeuten. Der 26-Jährige wird also den Bundesligastart verpassen, das erste Champions-League-Spiel und so gut wie sicher auch das Debüt des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande.
Das kann enorm frustrieren. Seine zugedachte Rolle als Audi-Glücksbringer immerhin erfüllte Schlotterbeck bestens: Der deutsche Pilot Nico Hülkenberg überstand eine höchst brenzlige erste Runde und schaffte als Achter sein bestes Saisonergebnis.
Прочети оригиналната новина




