Loris Karius mit ehrlichem Geständnis: Ich hatte mentale Probleme | Goal.com Deutschland

Şu adreste yayınlandı 24 Jul 2026 | Okuma zamanı: 1 dakikaLoris Karius mit ehrlichem Geständnis: Ich hatte mentale Probleme | Goal.com Deutschland

Loris Karius vom FC Schalke 04 hat gegenüber der Funke Mediengruppe überraschend ehrlich über schwere mentale Probleme in seiner Vergangenheit gesprochen. Der Keeper der Königsblauen blickte im Interview auf eine düstere Phase seiner Laufbahn zurück, die vor allem durch die Leihe zu Besiktas nach Istanbul zwischen 2018 und 2020 geprägt war. Dort stand der Schlussmann kurz davor, die Handschuhe komplett an den Nagel zu hängen.

"Ich habe mich teilweise gequält, zur Arbeit zu gehen. Und nur versucht, den Tag einigermaßen normal zu Ende zu bringen", gewährte der Schalker Torwart Einblicke in seinen damaligen Seelenzustand.

Die Ursache für diese psychische Belastung lag in den Vorkommnissen des Jahres 2018. Bis zu jenem Sommer hatte die Karriere des gebürtigen Biberachers ausschließlich eine Richtung gekannt: nach oben. Über den 1. FSV Mainz 05 schaffte Karius im Sommer 2016 den Sprung in die Premier League zum FC Liverpool. Bei den Reds entwickelte er sich unter Jürgen Klopp zur Nummer eins und zog 2018 ins Endspiel der Königsklasse ein.

Das Champions-League-Finale gegen Real Madrid geriet jedoch zu einem sportlichen Trauma. Karius verschuldete zwei Gegentore bei der 1:3-Niederlage - begünstigt durch eine im Spielverlauf erlittene Gehirnerschütterung, die erst im Nachgang diagnostiziert wurde.

"Bis zu diesem Zeitpunkt ging es in meiner Karriere nur steil bergauf, dann bin ich plötzlich krachend abgestürzt - bis ganz nach unten", erinnerte sich der heute 33-Jährige. Diese Phase sei "extrem hart" gewesen, da er "als Persönlichkeit noch nicht so gefestigt war".

In der Folge verlor der Torhüter den Bezug zu seinem Beruf. "Ich fühlte mich einfach leer und habe sogar über ein Karriereende nachgedacht. Aber ich war ja erst 25 Jahre alt und konnte nicht einfach zu Hause bleiben", gestand Karius. Der Alltag als Profi wurde zur Belastung: "In dieser Phase hatte ich das Gefühl, niemand würde mich verstehen. Ich hatte keine Lust mehr zu trainieren, hatte keine Lust mehr zu spielen."

Versuche aus dem Umfeld, ihn mit Verweisen auf den äußeren Wohlstand aufzumuntern, verfehlten ihre Wirkung völlig. Karius berichtete, dass ihm oft vorgehalten wurde, er spiele für einen renommierten Klub, lebe in einer schönen Wohnung und verdiene viel Geld. "Aber das war mir alles komplett egal. Mir ging es einfach dreckig und ich hatte gefühlt niemanden, der mir aus diesem Loch hinaushelfen konnte. Es waren schwierige Jahre", sagte er.

Auch professionelle Unterstützung brachte zunächst nicht die erhoffte Wende. Zwar vertraute er sich einem Mentaltrainer an, doch der gewünschte Effekt blieb aus: "Ich konnte den Schalter trotzdem nicht umlegen. Mit den Jahren habe ich es irgendwie geschafft, mich allein aus diesem Tief rauszukämpfen."

Die sportliche Ochsentour führte den Keeper anschließend über eine Leihstation beim 1. FC Union Berlin nach England zu Newcastle United. Nach einer Phase der Vereinslosigkeit schlug im Januar 2025 der FC Schalke 04 zu und nahm den Routinier unter Vertrag.


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