Heftige Abrechnung! Jonathan Tah vom FC Bayern München schießt scharf gegen Spielerberater | Goal.com Deutschland

"Es gibt so viel, was hinter dem Rücken der Spieler passiert, was der Spieler gar nicht mitbekommt", begann Tah. "Man fragt nicht nach und will eigentlich damit auch nichts zu tun haben. Du verdienst am Ende als Spieler weniger Geld, weil der Berater einen Deal mit dem Verein macht und sich das Geld selbst in die Taschen steckt", führte er im Tim Gabel Podcast weiter aus und kritisierte im gleichen Atemzug aber auch unmündige Spieler, die jegliche Verantwortung über ihr eigenes Leben in die Hände jener Berater legen.
Auf die Einlassung des Podcast-Hosts, dass Berater die Spieler teilweise "wie Riesenbabys" erziehen würden, sagte Tah: "Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde das so schlimm teilweise zu beobachten, weil das Riesen-Baby, was dann da steht ist dann Ende 20 beziehungsweise Anfang 30 und du denkst dir nur: 'Bro, hast du dich mal mit dir selbst auseinandergesetzt?' Es geht auch um Geld, aber nicht nur, sondern um dein gesamtes Leben", maßregelte der deutsche Nationalspieler.
Berater und das unmittelbare Umfeld seien maßgeblich für die Persönlichkeitsentwicklung eines Spielers verantwortlich und es helfe nicht, wenn es "zu viele Ja-Sager" gibt. "Wenn du aufwächst, kommt irgendwann der Moment, an welchem du aus der Kinderrolle herauswächst und selbst Verantwortung übernimmst. Du lernst eine Frau kennen, du musst selbst irgendwann für die Familie sorgen. Wie willst du das machen, wenn dich deine Eltern immer klein halten und dir gar nicht die Möglichkeit geben, dich weiterzuentwickeln?", fragte Tah bei seinem Vergleich.
Tah wollte zwar nicht die gesamte Berater-Branche über einen Kamm scheren ("Es ist nicht jeder so"), "aber man muss darüber reden, weil es noch zu viele gibt, die genauso sind. Das kann man nicht akzeptieren, das geht nicht". Der 30-Jährige bezifferte die Anzahl an eher zwielichtigen Beratern im Profifußball, die seine Alarmglocken schrillen ließen, auf "70 Prozent": "Es ist nicht jeder ein ganz ekeliger, der ganz bewusst jemanden anderen verarscht. Ich rede ganz bewusst von denjenigen, bei denen ich das Gefühl habe, das Umfeld sind nur Ja-Sager, die nicht wollen, dass der Spieler wächst und aus sich herauskommt."
Der deutsche Nationalspieler lässt sich mittlerweile von Star-Berater Pini Zahavi und seinem deutschen Mitarbeiter Maxi Bielefeld vertreten und sei sehr zufrieden. "Beim Fußball ist immer viel Emotionalität drin, und wenn es um sowas geht, muss man das auch mal weglassen. Wir reden über Business, also sitzen wir hier wie Business-Leute und nicht als Fußballer. Hör auf mit der Scheiße und lass uns wie Business-Leute sprechen. Das mag ich an Pini gerne", lobte er seinen Berater.
Generell halte er es mit Spielerberatern folgendermaßen: "Verdiene so viel Geld, wie du möchtest, aber sei einfach straight, ehrlich, korrekt und ein guter Mensch. Du brauchst nicht erzählen, dass du kein Geld verdienen möchtest." Er finde es "immer schlimm, wenn du unfair und nicht ehrlich gegenüber den Menschen bist, mit denen du arbeitest. Deswegen finde ich es schlimm und gut, dass man darüber redet".
Orijinal haberi okuyun




