Noah Atubolu zieht Reißleine und trennt sich von berühmtem Berater | Goal.com Deutschland

Der sich noch immer auf Vereinssuche befindende Torhüter Noah Atubolu hat sich von seiner Agentur Epic Sports um den berüchtigten Star-Berater Ali Barat getrennt. Wie der kicker und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend berichten, zog der Torhüter am Mittwoch die Reißleine. Rund sieben Monate nach seinem Wechsel zur selbsternannten "Boutique"-Agentur am 4. Januar hat Atubolu noch immer keinen neuen Arbeitgeber gefunden, nachdem er seinen Wechselwunsch beim SC Freiburg hinterlegt und im Zuge dessen eine Verlängerung seines noch bis 2027 laufenden Vertrags ausgeschlagen hatte.
Epic Sports habe dem kicker die Trennung auf Nachfrage sogar bereits bestätigt. Schon vor wenigen Tagen hatte das Fachblatt von einer großen Unzufriedenheit Atubolus über die Arbeit seiner Berater berichtet. Dem 24-Jährigen seien falsche Versprechungen gemacht worden. Ihm sei suggeriert worden, unter anderem bei Borussia Dortmund, AC Milan und Aston Villa ein heißer Transferkandidat zu sein, sollte bei den jeweiligen Klubs die etatmäßige Nummer eins wechseln. Ein Wechsel zwischen den Pfosten hatte sich bei besagten Vereinen aber zu keinem Zeitpunkt im Sommer angedeutet.
Schon seit Wochen deutet sich an, dass sich Atubolu den Traum von der Premier League abschminken kann. Ihm bot sich dem Vernehmen nach bislang lediglich die Möglichkeit, bei den Aufsteigern Hull und Coventry City unterzukommen. Beiden Vereinen soll der ambitionierte Keeper, der zu den Kandidaten auf die Nachfolge von Manuel Neuer im deutschen Tor zählt, aber abgesagt haben. Inzwischen läuft ihm die Zeit davon. Das Transferfenster in Europas Topligen schließt bereits am 1. September, die fünf Top-Ligen stehen schon in den Startlöchern. In Spanien ist der Ligabetrieb schon gestartet.
Um das Horrorszenario, eine Saison auf der Tribüne im Breisgau zu verbringen, zu vermeiden, soll Atubolu inzwischen umplanen. In Mio Backhaus hat der SCF für die Rekordsumme von zwölf Millionen Euro vom SV Werder Bremen bereits einen Nachfolger verpflichtet. Der nun wahrscheinlichste Ausweg bietet sich nun wohl in der Bundesliga.
Laut kicker soll Eintracht Frankfurt ein Auge auf Atubolu geworfen haben, der sich inzwischen auch selbst einen Wechsel an den Main vorstellen könne. Die Hessen suchen nach der heftigen 0:7-Klatsche im Testspiel gegen den FC Brentford eine neue Nummer eins. Weder der verletzungs- und fehleranfällige Kaua Santos noch Michael Zetterer, der erst im vergangenen Sommer von Werder Bremen kam, sollen den neuen Trainer Adi Hütter von sich überzeugt haben.
Allerdings stellt sich die Frage, ob sich die Eintracht Atubolus Dienste überhaupt leisten kann. Trotz des allseits bekannten Dramas soll Freiburg noch 15 Millionen Euro Ablöse fordern, während die SGE ihren geplanten Transferüberschuss in Höhe von 50 Millionen Euro in diesem Sommer noch nicht erreicht hat. Dementsprechend hätten auch noch keine konkreten Verhandlungen zwischen beiden Vereinen stattgefunden. Auch müsste wohl einer aus dem aktuellen Torhüter-Duo noch veräußert werden. Zetterer soll aber auf einen Verbleib pochen, während der Markt bei Kaua Santos ob seiner vielen Patzer und Verletzungsanfälligkeit nicht besonders groß sein dürfte.
Alternativ zu Atubolu war zuletzt über eine Rückholaktion von Lukas Hradecky spekuliert worden, der zumindest in Sachen Ablöse wohl deutlich günstiger zu haben wäre. Der 36-Jährige soll gleichwohl aber auch ein fürstliches Gehalt bei der AS Monaco beziehen und wäre ob seines Alters bestenfalls nur eine Übergangslösung. Nach Informationen des kicker ist die Spur zu dem Finnen auch deshalb nicht heiß, der vor seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen anno 2018 drei Jahre lang das Tor der Eintracht gehütet hatte.
Atubolu, der lange nur individuell trainierte und inzwischen immerhin wieder am Mannschaftstraining der Freiburger teilnimmt, sondiert laut kicker neben einem potenziellen Engagement in Frankfurt auch andere Optionen. In der jüngeren Vergangenheit gab es auch lose Gerüchte über ein Interesse der SSC Neapel, Olympique Marseille und AFC Bournemouth.
Das Team um Ali Barat hatte die Situation hingegen völlig falsch eingeschätzt. Ein Umstand, der nur schwer zu erklären ist. Schließlich ist Epic Sports bestens vernetzt. Die Agentur kümmert sich um ein Sammelsurium aus Spielern mit Rang und Namen. Unter anderem vermittelte sie den 130 Millionen Euro schweren Wechsel von Moises Caicedo zum FC Chelsea im Sommer 2023. Auch ist Barat, der von der italienischen Sportzeitung Tuttosport schon zweimal zum besten Agenten des Jahres gewählt wurde, für den FC Bayern München kein unbeschriebenes Blatt.
Im vergangenen Jahr fädelte der Iraner das kostspielige Leihgeschäft von Nicolas Jackson mit dem FC Chelsea ein und feierte sich anschließend in einer mehr als skurrilen Pressemitteilung mit der Überschrift "Ali Barat hat das Spiel neu definiert" in erster Linie selbst dafür. Das Schreiben erschien gerade einmal 13 Minuten nach der offiziellen Verkündung des Transfers - inklusive Zahlen, die in der Branche für gewöhnlich nie so detailliert öffentlich gemacht werden.
Orijinal haberi okuyun




