Fenerbahces Matteo Guendouzi sorgt in Champions League für Negativ-Schlagzeilen | Goal.com Deutschland

Fenerbahce ist erstmals seit 15 Jahren wieder in der Champions League dabei. Doch nach dem Sieg bei Olympique Lyon eskaliert die Situation komplett. Im Fokus: Matteo Guendouzi. Aufgrund seiner Vergangenheit und Verbundenheit zum Erzrivalen Olympique Marseille, für den er von 2021 bis 2024 spielte, wurde der Franzose schon beim Aufwärmen von Lyon-Anhängern ausgepfiffen und beschimpft. Es habe heftigste Beleidigungen gegen seine Familie, seine Kinder und seine Mutter gegeben, gab Guendouzi selbst nach dem Eklat in der Mixed Zone zu Protokoll. Nur deshalb habe er sich während des hitzigen Spiels so dermaßen provokativ verhalten.
"In der Ligue 1 würden sie in solchen Fällen mit den Fans sprechen und ihnen befehlen, damit aufzuhören, andernfalls würden sie das Spiel abbrechen. Aber hier haben sie über mehr als 90 Minuten hinweg, einschließlich der Aufwärmphase, meiner Familie, meiner Frau, meinen Kindern Beleidigungen hinterhergerufen. Das hat mich tief getroffen, es hat mich wirklich erschüttert. Für mich war das pure Respektlosigkeit", verteidigte der ehemalige Spieler von Hertha BSC sein Handeln während und nach dem Spiel.
Der 27-Jährige hatte den Lyon-Fans schon während des Aufwärmens den Mittelfinger gezeigt, nach dem 2:0 von Archie Brown in der 28. Minute dann sogar demonstrativ vor dem Block der Lyon-Anhänger gejubelt und den Fans gestenreich ein paar Provokationen entgegengeschleudert. Ordner und Sicherheitsbarrieren verhinderten schon da einen Platzsturm.
Der dramatische Spielverlauf kam dann noch erschwerend hinzu und führte letztlich wohl ebenfalls zur anschließenden Eskalation. Lyon kam noch einmal auf 1:2 heran und jubelte gleich zweimal über den vermeintlichen Ausgleich, der die Verlängerung bedeutet hätte. Doch der VAR griff beide Male ein und verweigerte den Treffern die Anerkennung.
So jubelte Guendouzi nach Abpfiff ausschweifend, vollführte einen Hopserlauf über den Rasen, wodurch eine Rudelbildung mit aufgebrachten Lyon-Spielern entstand. Als sich die Szenerie beruhigte, drehte der Mittelfeldspieler dann nochmal eine ganz persönliche Ehrenrunde und legte sich erneut mit den Fans an. Videos zeigen ihn, wie er an einer Eckfahne auf Lyon-Anhänger zugeht, die Zunge ausstreckt und sich an sein Gemächt fasst, während er mit Bechern beworfen wird.
Auch als ihn seine Teamkollegen endlich in die Katakomben geleiten konnten, jubelte Guendouzi weiterhin ausschweifend und gestenreich. Dann eskalierte die Situation vollends. Aus dem Kabinentrakt kam Guendouzi offensichtlich ein Betreuer von Lyon entgegen - und stürzte sich mit einem Sprungtritt auf den 27-Jährigen. Eine wüste Schlägerei entbrannte nun zwischen beiden Lagern, an der zahlreiche Spieler beider Mannschaften beteiligt waren.
Auf einem Video ist beispielsweise Lois Openda, ehemaliger Bundesligaspieler von RB Leipzig, zu sehen, wie er sich das Gesicht hält und dann auf einen Sicherheitsmann losgeht.
Corentin Tolisso, ehemaliger Spieler des FC Bayern und Kapitän von Lyon, ließ anschließend kein gutes Haar am Verhalten von Guendouzi. "Er soll im Sieg bescheiden bleiben und mit seiner Mannschaft in der Kabine feiern. Das ist unnötig", sagte Tolisso bei Canal+. Guendouzi habe ihm gesagt, "es läge daran, dass die Fans ihn beleidigt hätten. Aber wir werden jedes Wochenende beleidigt, wenn wir auswärts spielen. So können wir nicht reagieren".
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