"Wie wir uns das nicht gewünscht haben": Was Vincent Kompany und den FC Bayern an Elversberg zutiefst beeindruckt hat | Goal.com Deutschland

Es war ja noch einmal gutgegangen. Der FC Bayern München knöpfte am 3. Spieltag der Bundesliga Aufsteiger SV Elversberg die ersten Punkte ab und gewann dank einer Leistungssteigerung nach 65 Minuten, als Trainer Vincent Kompany mit Joshua Kimmich, Alphonso Davies, Luis Diaz und Jamal Musiala gleich vier Stars auf einen Streich einwechselte, noch mit 2:1.
Und weil die SV Elversberg gegen den FC Bayern eine Leistung gezeigt hatte, die erneut nur Respekt verdiente und es sich nach einem Sieg natürlich leichter lobt, sagte Bayerns Trainer Vincent Kompany: "Wir haben heute gegen einen mutigen, intelligenten Gegner gespielt."
Elversberg habe "viel Leidenschaft gezeigt, war eklig, aber das sage ich als Kompliment". Kurz: Der Gegner habe genauso gespielt, "wie wir uns das nicht gewünscht haben". Kompanys Ausführungen hatten nichts Gönnerhaftes, er schien ehrlich beeindruckt und begeistert zu sein von diesem Trainer, dieser Mannschaft, diesem Klub und der ganzen Region.
Er selbst hatte ja einst auch schon einmal versucht, nach einem Aufstieg mit einem Underdog in die erste Liga die Identität und den Spielstil aus der Aufstiegssaison zu bewahren. Doch mit dem FC Burnley ging es direkt wieder runter aus der Premier League. Immerhin schaffte Kompany aber auch dank des mutigen, aber letztlich nicht erfolgreichen Spielstils seiner Mannschaft den Sprung zum FC Bayern.
Nach drei Spieltagen hat natürlich noch kein Aufsteiger die Klasse gehalten, doch momentan spricht nichts dafür, dass die SV Elversberg nur ein Jahr nach dem Sensationsaufstieg wieder absteigt. Im Gegenteil: Die Mannschaft spielt, als ob sie in den Europacup möchte. Obwohl der Umbruch im Sommer durchaus groß war, wirkt das Elversberger Spiel wie aus einem Guss.
Sicher, gegen Bayern hatten die Saarländer weniger Ballbesitz als sonst. Auch ihr berüchtigtes Pressing war nicht immer so aggressiv und mutig wie gewohnt. Und natürlich hatte Elversbergs Trainer Vincent Wagner recht mit seiner Analyse, dass die Bayern noch einen Gang hätten hochschalten können. Doch trotzdem hatte seine Mannschaft gut dagegengehalten und hätte mit ein bisschen mehr Spielglück durchaus ein Unentschieden erreichen können.
Deswegen war dieses Spiel auch schwer vergleichbar mit dem 0:0 der Münchner in der Woche zuvor beim FC Schalke 04. Die Schalker, Aufsteiger wie Elversberg, hatten sich den Punkt vor allem konsequent ermauert, die Bayern waren zudem an ihrer Chancenverwertung verzweifelt. Es war, bei allem Respekt vor der kompakten Leistung der Schalker rund um den überragenden Torwart Loris Karius, ein Spiel, das in vielleicht einem von 100 Fällen 0:0 ausgeht.
Das 2:1 der Münchner in Elversberg hätte zwar auch 4:1 ausgehen, aber eben auch 2:2 enden können, und niemand hätte sich hinterher wirklich beschweren können. Vor allem aber war es, trotz zahlreicher Unzulänglichkeiten im Spiel des Rekordmeisters bis zum Vierfachwechsel, von einer gewissen Klasse geprägt. Und am Ende hatte es eben Bayern München gebraucht, um die SV Elversberg zu besiegen in der Bundesliga. "Ich glaube, die werden noch viele Punkte gewinnen, auch gegen große Mannschaften in dieser Saison", sagte Kompany noch.
Elversbergs Trainer Wagner wäre wahrscheinlich auch schon glücklich, wenn seine Mannschaft einfach genügend Punkte sammeln würde, egal gegen welche Gegner. Vor allem aber hofft er, dass seine Spieler auch nach einer möglichen Niederlagenserie nicht den Mut für und den Glauben an ihren Fußball verlieren. Die Niederlage gegen die Münchner beschrieb er so: "Ich werde nie froh sein über eine Niederlage, aber so froh war ich noch nie, dass wir verloren haben in der Art und Weise."
Die SVE hat in den vergangenen Jahren durch ihren mutigen Spielstil einige Sympathisanten gewonnen, spätestens seit Sonntag ist auch Kompany einer von ihnen. Zumal den Trainer der Bayern noch eine weitere Sache beeindruckte am Ausflug ins Saarland.
"Wir wurden hier sehr warmherzig aufgenommen. Auf dem Platz war es ein Kampf, aber außerhalb war alles so, wie Fußball in einem Traum sein soll", sagte Kompany und erläuterte: "Wir sind zum Hotel gefahren und ich habe gedacht, dass hier ein Festival wäre. Aber es waren einfach Fans, die auf uns gewartet haben." Er habe das so "wirklich noch nie erlebt". Und das will etwas heißen, Bayern-Fans gibt es schließlich überall.
Für Kompany ist jedenfalls klar, dass Elversberg in der Bundesliga bleiben muss. "Ich wünsche Elversberg das Allerbeste", sagte Kompany - auch, "damit wir nächstes Jahr nochmal herkommen können".
Read the original news

William Hill
Bet £10 Get £30
New customers using Promo Code P30 only, min &poun...
New customers using Promo Code P30 only, min £10/€10 stake, min odds 1/2, free...
