Portugals Spieler stärken Trainer Jorge Jesus nach Eklat um Cristiano Ronaldo den Rücken | Goal.com Deutschland

Portugal marschiert weiter durch die Nations League. Im Parken-Stadion von Kopenhagen feierten die Portugiesen einen 4:2-Erfolg gegen die Dänen. Es war der dritte Sieg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Jesus.
Doch über dem sportlichen Erfolg liegt dieser Tage natürlich der handfeste Eklat um die vorzeitige Abreise von Superstar Cristiano Ronaldo. Der Angreifer von Al-Nassr hatte das Trainingslager der Selecao vor der Partie verlassen, weil er im vorherigen Gruppenspiel gegen Norwegen nicht zum Einsatz gekommen war und ihm dasselbe Schicksal erneut drohte.
Von diesen Turbulenzen zeigte sich die Mannschaft auf dem Platz aber gänzlich unbeeindruckt. Auf die Frage, wie schwer es sei, bei solchen Vorkommnissen den Fokus aufrechtzuerhalten, reagierte Jesus gelassen. "Es fällt mir nicht schwer, mich zu konzentrieren. Wissen Sie, was mir schwerfällt? Nicht zu wissen, wie ich meine Spieler trainieren soll. Das ist es, was mir schwerfällt. Und der Rest - null", stellte er klar.
Auch Spekulationen über Risse innerhalb der Mannschaft wies der Coach entschieden zurück: "Die Dinge, die passieren, spalten die Gruppe nicht. Sie haben uns nicht gespalten und sie werden uns nicht spalten." Jesus betonte vielmehr die schnelle positive Entwicklung unter seiner Regie. "Ich habe das Gefühl, dass sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel verbessert. Wir entwickeln uns anhand der Analysen weiter, die wir zu den Spielen durchführen, und im nächsten Spiel zeigt die Mannschaft in der Regel eine noch bessere Leistung, sowohl defensiv als auch offensiv. Hier mit 4:2 zu gewinnen, ist nicht einfach", sagte er.
Dass die Taktik des Trainers greift, bestätigten auch die Akteure auf dem Rasen. Mittelfeldakteur Vitinha äußerte sich im Gespräch mit RTP voll des Lobes über den 72-Jährigen: "Das ist alles der Arbeit des Trainers zu verdanken. Wir haben ein hervorragendes Spiel abgeliefert. Lasst euch nicht vom Ergebnis täuschen, denn es war ein sehr schwieriges Spiel. Außerdem war es unsere bisher beste Leistung. Wir entwickeln uns weiter, und je mehr wir mit dem Trainer arbeiten, desto besser verinnerlichen wir seine Ideen. Die Arbeit des Trainers beginnt Früchte zu tragen, und das war heute mehr als deutlich."
Auf die Frage nach der Reaktion des Teams nach Ronaldos Abgang ergänzte Vitinha: "Wir haben versucht, uns auf das Spiel zu konzentrieren und ich glaube, das ist uns gelungen. Wir haben unglaublich gut reagiert."
Auch Goncalo Ramos, der Ronaldo im Sturmzentrum ersetzte und mit einem Tor sowie einer Vorlage glänzte, hob den Einfluss des Cheftrainers hervor: "Vor allem ist der neue Trainer eine große Hilfe. Wir haben klarere Vorstellungen, wir wissen genau, wo sich jeder Mitspieler befindet, sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff. Wir verbessern uns von Tag zu Tag, das alles ist Teil eines Prozesses."
Auf den Rängen sorgte das Thema CR7 derweil für geteilte Reaktionen. Während einige Anhänger mit der Aufschrift "We love you Jesus" auf ihren Trikots dem Trainer den Rücken stärkten, zeigten andere Fans ein Transparent mit Ronaldos Namen und einem Herz als Zeichen der Solidarität mit dem einstigen Kapitän.
Jesus deutete indes an, nach dem anstehenden Spiel gegen Norwegen am Sonntag darzulegen, was zwischen ihm und Ronaldo vorgefallen ist. Mit einem erneuten Sieg gegen die Norweger würde Portugal vorzeitig den Einzug ins Halbfinale der Nations League perfekt machen.
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