Noten zur Gala des FC Bayern: Ein Duo überragt sogar Kane und Olise | Goal.com Deutschland

Trainer Vincent Kompany riss erneut und etwas überraschend das Erfolgsduo in der Innenverteidigung aus Dayot Upamecano und Jonathan Tah auseinander. Upamecano kehrte zurück und an seiner Seite durfte erneut Min-jae Kim starten.
Dem Münchner Erfolgszug tat das jedoch keinen Abbruch. Die Bayern kamen nach einer komplizierten und etwas hektischen Anfangsviertelstunde immer besser in Fahrt und durch Upamecano zum 1:0. Nach der Pause schockte Josha Vagnoman den deutschen Rekordmeister kurz, doch der schüttelte sich nur wenige Sekunden und fuhr dann einmal komplett über die dann hoffnungslos unterlegenen Schwaben drüber.
Michael Olise, ein Eigentor von Vagnoman, Aleksandar Pavlovic und Luis Diaz sorgten am Ende für den auch in der Höhe verdienten Sieg. Dabei glänzte nicht nur der über alle Maßen überzeugende bayerische Maschinenraum, sondern auch ein Debütant, während Olise irgendwie einen merkwürdigen Auftritt hinlegte.
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Eigentlich beschäftigungslos, bis er einen Kopfball von Chabot mit einem unfassbaren Reflex parierte. Doch das nützte am Ende nichts. Den Abpraller wuchtete Vagnoman unhaltbar in die Maschen. Dennoch: Eine Weltklasse-Tat des Routiniers (52.). Es blieb beinahe der einzige echte Arbeitsnachweis des 40-Jährigen. Note: 2,5.
Wackliger Beginn des Dauerbrenners. Eine einfache Ballannahme ließ er ins Seitenaus laufen, bei Undavs Flanke zu weit weg. Am Ende macht Tomas fast das 0:1. Danach aber gewohnt lauffreudig, bissig und sogar beinahe mit dem 2:0, der starke Bredlow entzauberte aber auch den Österreicher (42.). Ein zufriedenstellender Auftakt. Note: 3.
Nahm nach der Pause gegen den BVB im Supercup seine angestammte Position in der zentralen Defensive wieder ein und bügelte gleich mal ein Missverständnis von Kimmich und Kim aus. Auch abseits von dieser Einzelszene wieder mit starker Zweikampfführung und guten Bällen - und ganz wichtig: Per Kopf zum 1:0 zur Stelle (21.). Aber auch am 1:1 von Vagnoman hatte der Franzose große Anteile, schließlich war es sein schlampiger Ball, der Vorbereiter Mittelstädt erst im Münchner Drittel in Ballbesitz brachte. Abgesehen von diesem Lappsus aber ein guter Auftritt. Note: 2,5.
Durchbrach erneut die Phalanx des eigentlich gesetzten Duos Upamecano/Tah und startete diesmal an der Seite des Franzosen. Leistete sich direkt mal ein Missverständnis mit Kimmich und hatte Glück, dass Upamecano klärte. Danach viel sicherer und mit zwei äußerst wichtigen gewonnen Kopfballduellen im eigenen Sechzehner. Auch im restlichen Spielverlauf ohne Fehl und Tadel. Note: 2,5.
Rotierte anstelle von Josip Stanisic erstmals seit dem Halbfinal-Hinspiel gegen PSG Ende April wieder in die Bayern-Startelf. Verteidigte in der ersten brenzligen Szene Prömel am langen Pfosten nicht gut. Das Resultat: die erste Riesenchance, die Tomas an die Latte setzte (12.). Trat offensiv zunächst nicht groß in Erscheinung, setzte dann aber Brown mit einem schönen Tiefenlauf in Szene (38.). Wurde mit Spielverlauf mutiger und suchte immer wieder das Zusammenspiel mit Pavlovic und Diaz, verweigerte aber vor dem 1:1 erneut das Kopfballduell mit Chabot am langen Pfosten. Diesmal klingelte es (52.). Machte seinen Fehler kurze Zeit später aber wieder gut, indem er das unglückliche Eigentor von Vagnoman vorbereitete (58.). Unterm Strich mehr Licht als Schatten. Note: 3.
Sorgte für den ersten Schreckmoment bei den Bayern und verlängerte per Kopf in den Lauf von Pejcinovic. Upamecano klärte in höchster Not. Danach schmerzhaft von Tomas am Schienbein erwischt und mit Blut am Stutzen. Offenbar ein kleiner Weckruf. Wenige Zeigerumdrehungen später bereitete er mit einer traumhaften Ecke Upamecanos Führungstreffer vor. War neben Pavlovic nicht ganz so wie gewohnt in den Spielaufbau eingebunden, aber fleißig wie eh und je und bis zur Pause mit hundertprozentiger Zweikampfquote. Dazu immer wieder gefährlich mit seinen Standards und beinahe mit einer direkt verwandelten Ecke (40.). Bestach zudem mit einer starken Pressingresistenz. Krönte seine bärenstarke Leistung mit einem Traumpass auf Olise, der zum 2:1 einschob (55.). Note: 1,5.
Ließ sich immer wieder weit auf die linke Seite fallen und kurbelte dort das Spiel an. Startete mit einem höchst gefährlichen Ball ins Zentrum für die eigene Mannschaft, machte danach aber ein bemerkenswert gutes Spiel. Immer aggressiv in den Zweikämpfen und sogar zeitweise aktiver am Spielaufbau beteiligt als Kimmich. Spielte einige richtig starke Bälle - mal auf Diaz, mal auf Laimer in die Tiefe. Krönte seine starke Leistung mit dem 4:1. Ein glanzvoller Auftakt in die Bundesliga-Saison. Note: 1,5.
Es war eigentlich nicht das Spiel des Franzosen, obwohl er auffällig war. Seine erste Duftmarke setzte er per Freistoß nach einer Viertelstunde an den Pfosten. Ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Olise kam zwar immer wieder in seine Abschlusssituationen, Zählbares gelang ihm aber zunächst nicht. Setzte einen sehenswerten Schlenzer knapp neben das Tor, kurz vor der Pause fast mit dem Geniestreich per Hacke, doch Bredlow war zur Stelle (45.), nach dem Seitenwechsel aus aussichtsreicher Position geblockt. Es benötigte einen Geniestreich von Kimmich, damit Olise freistehend vor Bredlow endlich jubeln durfte (55.). Wenig später ließ er Ramon Hendriks gekonnt stehen und schob auf Kane-Vorlage erneut ein, stand aber knapp im Abseits. Unterm Strich machte Olise sein Tor, war auch sehenswert am 4:1 beteiligt, verbuchte aber für seine Verhältnisse bemerkenswert schwache Statistiken: Keines seiner Dribblings gewann er, auch keinen Zweikampf entschied er für sich. Dennoch ein umtriebiger und fleißiger Auftritt. Note: 2,5.
Während die Bayern im Verlauf der ersten Hälfte immer stärker wurden, lief das Spiel größtenteils weiter an Brown vorbei, ehe Davies den Neuzugang stark bediente und Brown nur von Bredlow entzaubert wurde (38.). Danach verbessert, aber nicht unbedingt mit den ganz großen Aktionen. Fraglich, ob Kompany dem Positionsexperiment noch eine dritte Chance gibt, sollte der nach Einwechslung komplett überzeugende Saibari demnächst hundertprozentig fit sein. Womöglich geht Brown als kleiner Verlierer aus dem Bundesliga-Auftakt hervor. Note: 4.
Etwas zaghafter Beginn des Kolumbianers, der nach wenigen Minuten für einige Fragezeichen sorgte, als er gegen Jeltsch ein Foul für sich gepfiffen haben wollte, es nicht bekam und einfach stehen blieb. Vergab nach einer absolut herausragenden Kane-Vorarbeit die Großchance zum 2:0, indem er frei aufs Tor zulaufend an Bredlow scheiterte (26.). Anschließend etwas besser im Spiel mit einigen guten Tiefenläufen und Kombinationen, aber es blieb meist Stückwert, gepaart mit einigen fehlerhaften Ballannahmen, die größere Chancen für ihn zunichte machten. Sinnbildlich dafür sein missglückter Heber, der eigentlich das 5:1 sein muss. Immerhin: In der Nachspielzeit verwertete er seine dritte Großchance. Dennoch: Es war noch nicht der Gala-Diaz aus der vergangenen Saison. Note: 3.
Wohl dem, der so einen Spieler hat. Gegen den VfB war der Engländer einmal mehr eher als Spielgestalter und Verbindungsspieler, denn als Goalgetter gefragt. Kane bot sich immer wieder tief an und spielte mindestens mal zwei traumhafte Bälle. Mit einem Kontakt schickte er Diaz in die Tiefe, der aber völlig freistehend vergab (26.). Gleiches Spiel ein paar Minuten später auf Brown (28.). Sein kluger Laufweg ebnete Olise den Weg zum 2:1, beim vermeintlichen 4:1 des Franzosen spielte Kane abermals einen tollen Ball, allerdings einen Tick zu spät (63.). In eigene Abschlusssituationen kam er am Ende nicht mehr, aber auch ohne eigenen Scorer war der Einfluss von Kane einmal mehr kaum übersehbar. Note: 2.
Ismael Saibari (ab 61.): Ersetzte den etwas unglücklichen Brown und fügte sich gleich mal mit einer guten Balleroberung ein, die zum 4:1 führte. Der Treffer von Olise wurde allerdings aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt. Setzte anschließend eine Direktabnahme drüber hatte und wenig später einen ersten echten Glanzmoment im Bayern-Trikot. Von Olise auf die Reise geschickt, sah es kurz so aus, als würde Jeltsch ihn ablaufen. Saibari blieb aber stabil, ließ Jeltsch sehenswert aussteigen und bediente Pavlovic in der Mitte zum 4:1 (82.). Kurz vor Schluss noch mit der ebenfalls sehenswerten Vorlage auf Diaz zum 5:1. Ein traumhaftes Bundesliga-Debüt für den Marokkaner. Note: 2.
Josip Stanisic (ab 74.): Verlebte nach Einwechslung für Davies einen ruhigen restlichen Arbeitstag. Keine Bewertung.
Lennart Karl (ab 84.): Kam kurz vor Schluss zu seinem Comeback nach langer Verletzungspause, die ihm auch die WM-Teilnahme gekostet hatte. Keine Bewertung.
Tom Bischof (ab 84.): Wird nach starker Vorbereitung im Saisonverlauf noch wesentlich mehr Minuten sehen. Ein kleines Bewerbungsschreiben gab er dafür noch ab: Die Balleroberung vor dem 5:1 ging auf sein Konto. Keine Bewertung.
Jonathan Tah (ab 84.): Löste Kim kurz vor Schluss ab und bildete mit Upamecano das gewohnte Duo, das in den kommenden Wochen zumindest bei den Kracherduellen in der Champions League erneut gesetzt sein dürfte. Keine Bewertung.
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