"Hätte lieber Vlahovic behalten": Woltemade-Wechsel zu Juventus sorgt in Italien für Kritik | Goal.com Deutschland

Gianluca Zambrotta, der von 1999 bis 2006 für die Alte Dame auflief, meckerte nach Bekanntgabe der Leihe in einem Interview mit der Gazzetto dello Sport lautstark über die Transferpolitik seines Ex-Vereins.
"Kolo Muani und Woltemade haben im Jahr 2026 insgesamt fünf Tore erzielt", stellte Zambrotta erschrocken fest. "Wir sprechen hier nicht von irgendeiner Mannschaft, sondern von Juventus."
Der ehemalige Verteidiger hätte als Verantwortlicher der Bianconeri statt der beiden Ex-Bundesliga-Stürmer lieber einen anderen Angreifer vorne drin: "Der Kader von Juventus ist personell gut aufgestellt, aber ich hätte alles getan, um Vlahovic zu halten."
Vlahovic war einst für rund 85 Millionen Euro Ablöse aus Florenz nach Turin gewechselt. Ganz so gut wie erhofft lief es bei den Bianconeri in der Folge nur selten, weshalb es immer wieder Wechselspekulationen gab. Auch der FC Bayern München wurde immer wieder als Abnehmer gehandelt.
Vergangene Spielzeit verlor Vlahovic dann mitunter seinen Stammplatz, musste zudem von Anfang Dezember bis Mitte April lange verletzt aussetzen. Trotzdem soll ihm im zähen Vertragspoker immer wieder eine Verlängerung angeboten worden sein, doch diese Offerten wurden angeblich stets ignoriert.
Wirklich zwingend halten wollte Juventus Vlahovic, der in 168 Einsätzen für den italienischen Rekordmeister 68-mal traf, grundsätzlich wohl auch nicht. Stattdessen wurde Kolo Muani, den man in der Saison 2024/25 schon einmal von PSG ausgeliehen hatte, für rund 38 Millionen Euro Ablöse fest verpflichtet und Woltemade ohne Kaufpflicht oder Kaufoption ausgeliehen.
Währenddessen hoffte Vlahovic offenbar auf einen Wechsel zum FC Barcelona, doch landete am Ende bei Besiktas.
In England zeigt man sich rückblickend auch wenig begeistert von der Woltemade-Verpflichtung im Vorjahr. Der Transfer von Woltemade im Sommer 2025 sei ein "teurer Fehler" gewesen, erklärte Alan Sheraer, der von 1996 bis 2006 für die Magpies auf Torejagd ging, bei Betfair.
Das sei aber nicht Schuld des deutschen Nationalspielers gewesen. "Es war eine schwierige Situation für den Vorstand, als sie ihn verpflichtet haben. Ich würde nicht einer einzigen Person die Schuld geben, sondern den gesamten Umständen. Sie wurden in die Enge getrieben und mussten handeln - und ich vermute, sie haben bei der Verpflichtung von Woltemade aus Verzweiflung gehandelt."
Der Telegraph kam kürzlich zum gleichen Schluss. So sei Woltemade im vergangenen Sommer eigentlich kein Wunschspieler Newcastles gewesen, sondern erst gekommen, als sich die Verpflichtungen anderer Kandidaten wie Joao Pedro, Hugo Ekitike und Benjamin Sesko zerschlagen hatten. Es habe sich um einen "Panikkauf" gehandelt.
Zunächst hätte der 75-Millionen-Euro-Neuzugang noch einen "guten Start" erwischt, wie ihm auch Shearer bescheinigte. Der Angreifer, der zuvor beim VfB Stuttgart durchgestartet war, erzielte in seinen ersten fünf Premier-League-Spielen gleich vier Treffer.
Danach verlor er unter Ex-Trainer Eddie Howe immer mehr das Vertrauen. Auch für Shearer hat sich mit der Zeit gezeigt: "Ich bin mir sicher, dass er ein guter Spieler ist. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er für die Intensität und das Tempo der Premier League geeignet ist. Ich glaube, sein Spielstil passt eher ins Ausland als in die Premier League."
Ein Jahr später ist der 24-Jährige nun wieder außerhalb Englands aktiv. Knapp fünf Millionen Euro hat Turin an Leihgebühr nach Newcastle überwiesen und übernimmt zudem laut übereinstimmenden Medienberichten das Gehalt des Offensivspielers.
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