"Bei Julian Nagelsmann war es extrem": Ex-Nationalspieler äußert harte Kritik | Goal.com Deutschland

Published on 21 Jul 2026 | Reading time: 3 minutes"Bei Julian Nagelsmann war es extrem": Ex-Nationalspieler äußert harte Kritik | Goal.com Deutschland

Ex-Nationalspieler Markus Babbel hat deutliche Kritik am ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert - und gleichzeitig die Hoffnung, dass es unter dessen designiertem Nachfolger Jürgen Klopp bergauf geht.

Nach dem enttäuschenden Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Außenseiter Paraguay hagelte es Kritik an Nagelsmann. Unter anderem wurde dem 38-Jährigen vorgeworfen, sich im Vorfeld zu selten vor Ort ein Bild vom Leistungsstand der (möglichen) DFB-Kicker gemacht zu haben.

In diese Kerbe schlug auch Babbel bei ran.de: "Ich habe nie verstanden, warum man als Bundestrainer bei Großereignissen bei der U19 oder U21 nicht vorbeischauen und sich die besten Talente anschauen kann. Aber auch bei den Topspielen regelmäßig ins Stadion zu gehen. Vor allem in der Bundesliga, aber ebenso international mal nach Barcelona zu fliegen, wenn die gegen Inter spielen. Schon Jogi Löw und Hansi Flick haben sich da zurückgehalten, waren aber immer mal wieder vor Ort. Doch bei Julian Nagelsmann war es extrem."

Ähnliche Vorwürfe wie der Europameister von 1996 äußerte vor einiger Zeit auch dessen Ex-Mitspieler Dietmar Hamann. Babbel bekräftigte, Nagelsmanns seltene Stadionbesuchen seien "ein absolutes Desaster, das kein Mensch nachvollziehen konnte" gewesen. Unter anderem hätte sich die Klub-WM 2025 in den USA dafür gut geeignet, um sich auch ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort bei einem der WM-Gastgeber in diesem Sommer zu machen. Es sei "nicht nachvollziehbar, warum Julian Nagelsmann das im Gegensatz zu vielen anderen Trainern nicht geschafft hat."

Dazu sei Nagelsmann auch beratungsresistent gewesen. Unter anderem nannte Babbel die Diskussion um die richtige Position von Kapitän Joshua Kimmich als Beispiel: "Mein Hauptkritikpunkt ist der: Wenn viele ehemalige hochklassige Spieler was sagen, dann würde ich zumindest mal zuhören. Ob Lothar Matthäus, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und wie sie alle heißen. Es war ja nicht nur meine Wenigkeit. Da kann man sagen, der Babbel hat keine Ahnung. Aber wenn sich so viele andere auch melden und meinen, der Bundestrainer sei auf dem falschen Weg, dann sollte man das ernst nehmen."

"Wenn das dann so krachend schiefgeht, darf man sich nicht wundern, dass Kritik geäußert wird", so Babbel. "Wenn du in dieser Rolle so ein Bild abgibst, wundert es mich nicht, dass ein Felix Magath von Überforderung spricht."

Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte Nagelsmann noch betont, im Amt bleiben zu wollen. Allerdings drehte sich der Wind schnell und nach der Rückkehr nach Deutschland folgte im Anschluss an einen Gipfel in Frankfurt mit den DFB-Granden der Rücktritt des ehemaligen Bayern- und Leipzig-Trainers.

Sein Nachfolger steht in den Startlöchern, Jürgen Klopp soll Nagelsmann beerben. Noch in dieser Woche könnte dies verkündet werden und für Babbel ist der Ex-Coach des FC Liverpool die logische und richtige Wahl. Klopp sei "der beste deutsche Trainer der vergangenen 20 Jahre. Er hat Bahnbrechendes geleistet, ob in Mainz, Dortmund oder Liverpool. Er steht für Kontinuität, Innovation und einfach herausragende Trainer-Kompetenz. Er besitzt die Erfahrung, die Julian vielleicht gefehlt hat, und ist ein guter Kommunikator."

Sein Fazit: "Mir fällt keiner ein, der seine Qualität erreichen würde. Ich würde mich daher wahnsinnig freuen, wenn es klappt. Denn dann kann auch wieder eine Aufbruchstimmung entstehen, dass wir alle wieder Lust auf die Nationalmannschaft bekommen."


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